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Getötete Anna Lena: Opfer traf in der Tatnacht erstmals auf Ronald C.

Ronald C. mit seinem Anwalt.

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Barsinghausen / Region.

9.35 Uhr:

Seit heute Morgen muss sich Ronald C. wegen Mordes an der 16-jährigen Anna Lena aus Barsinghausen vor dem Landgericht verantworten. Zunächst sind fünf Prozesstage angesetzt. Ihm wird vorgeworfen, die 16-jährige Anna Lena T. in der Nacht zum 17. Juni aus niederen Beweggründen getötet zu haben. Laut Anklage soll der 24-Jährige das junge Mädchen am Bahnhof in Barsinghausen getroffen und sie dann zunächst auf ihrem Heimweg begleitet haben. Er soll sie dann ohne erkennbaren Anlass niedergeschlagen und schließlich durch Tritte und Schläge mit einem Ast getötet haben.

Update 9.44 Uhr:

Der Anwalt von Ronald C., Christian J. Neumann, hat einen Beweisantrag gestellt und möchte einen Ortstermin. Dabei soll festgestellt werden, dass Ronald C. die ihm vorgeworfene Tat nicht innerhalb des gesteckten Zeitfensters begangen haben könne. Demnach ist er gegen 1.40 Uhr mit dem späteren Opfer vom Bahnhof Richtung Langenäcker gegangen. Gegen 2.05 Uhr soll er an der Flüchtlingsunterkunft, in der er bis zu seiner Verhaftung wohnte, angekommen sein. Laut Anwalt sei es ihm in diesem Zeitraum nicht möglich gewesen, das Mädchen anzugreifen, zu überwältigen und zu töten.

Zuvor hatte Richter Wolfgang Rosenbusch mitgeteilt, dass es Überlegungen gibt, dass der Angeklagte mit der Tötung ein weiteres Verbrechen verdecken wollte. Die Beweislage lasse darauf schließen, dass Ronald C. sexuelle Handlungen an der 16-Jährigen vornehmen wollte. Schließlich habe er möglicherweise diesen Übergriff vertuschen wollen. 

Update 16.45 Uhr:

13 Zeugen werden während der Verhandlungstage ihre Aussagen machen. Zwei Freundinnen berichteten am Prozessauftakt von dem Geschehen in der Tatnacht. Sie waren am Kauflandmarkt erstmals auf den Angeklagten getroffen. Dieser habe sich einfach zu der Gruppe gestellt und gefordert, von dem Alkohol, den die Mädchen für eine Geburtstagsfeier gekauft hatten, trinken zu dürfen. „Das war merkwürdig, er hat sich einfach dazugestellt, obwohl wir ihn überhaupt nicht kannten“, berichtete eine Zeugin. In der Nacht tauchte er auch am Bahnhof auf. Dort hatte sich Anna Lena mit Freunden getroffen. „Er hat gesagt, dass er den gleichen Weg wie Anna Lena hat und deshalb mit ihr gehen würde. Wir sind in die andere Richtung nach Haus gegangen“, berichteten die Mädchen.

Als die Mädchen vom gewaltsamen Tod ihrer Freundin erfuhren, machten sie sich ein paar Tage später auf, um Ronald C. zu finden. In der Nähe des Flüchtlingsheims trafen sie ihn tatsächlich an und konfrontierten ihn mit dem Tod ihrer Freundin und riefen die Polizei. „Er hat gesagt, er hätte nichts damit zu tun“, sagten die Zeuginnen.

Ein weiterer Zeuge, der in der Tatnacht mit Ronald C. Kontakt hatte, sagte, dieser sei in Feierlaune gewesen, habe nach intensiv Alkohol gerochen, sei aber nicht stark betrunken gewesen. Der Mann, der derzeit wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in Haft sitzt, kennt Ronald C. nach eigenen Angaben seit rund zehn Jahren. Er beschrieb den Angeklagten als ruhigen Menschen, der sich nicht leicht reizen lasse.

Die Verhandlung wird am Mittwoch, 21. November, fortgesetzt.