Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Trockenheit reduziert Rapsanbau

Foto: pixabay

Region.

Die RapsanbauflĂ€che wird im kommenden Jahr deutlich niedriger ausfallen als in den Vorjahren. Jetzt gibt es nach Mitteilung des Landvolks Niedersachsen eine erste BestĂ€tigung fĂŒr diese unter Praktikern geĂ€ußerte EinschĂ€tzung.

Nach einer Umfrage der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, kurz UFOP, „fehlt“ im kommenden Jahr gegenĂŒber 2018 fast jeder fĂŒnfte Hektar Raps. Nach einer ersten Trendumfrage unter 4.411 Landwirten bundesweit steht die Ölfrucht derzeit auf einer FlĂ€che von rund einer Million Hektar (ha). GegenĂŒber dem Vorjahr fĂ€llt die AnbauflĂ€che um gut 18 Prozent oder 220.000 ha geringer aus. In Niedersachsen wĂ€chst der Raps zurzeit auf rund 75.000 ha, damit ist die AnbauflĂ€che um ein Viertel kleiner als im Vorjahr. Zur Ernte 2013 wuchs der Raps hierzulande sogar auf fast 140.000 ha. Wichtigster Grund fĂŒr die starke RĂŒcknahme im Anbau ist die ausgeprĂ€gte Trockenheit zur Bestellung, dem Raps fehlte die Feuchtigkeit zum Keimen und fĂŒr die Phase danach.

Fast 115.000 ha bereits ausgesĂ€ter Raps wurden bundesweit noch im Herbst wieder umgebrochen, weil die Saat nicht aufging, der Anteil könnte sich noch erhöhen. Dort haben die Landwirte inzwischen Wintergetreide ausgesĂ€t oder werden die FlĂ€chen im FrĂŒhjahr mit Sommergetreide oder einer anderen FrĂŒhjahrskultur wie Mais oder Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen oder Erbsen (Leguminosen) bestellen. Die Leguminosen werden als zusĂ€tzliche Eiweißlieferanten notwendig sein, weil der Raps nicht nur ein ernĂ€hrungsphysiologisch wertvolles Speiseöl liefert, sondern als Koppelprodukt mit dem Rapsschrot auch ein wichtiges Viehfutter bereitstellt. So hat der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) bereits vor einer wachsenden EiweißlĂŒcke in Deutschland gewarnt. Die deutsche Produktionsmenge an Raps hat sich von sechs Millionen Tonnen (t) im Jahr 2014 auf aktuell rund 3,5 Millionen t nahezu halbiert. Der Selbstversorgungsgrad mit heimischem Proteinfutter hat sich in diesem Zeitraum von 40 auf nur noch 28 Prozent reduziert. Mit Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Futtererbse oder Lupine lĂ€sst sich dieses Defizit nach ExperteneinschĂ€tzung kaum ausgleichen.