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Kartoffeln werden sorgsam behandelt

Foto: pixabay

Region.

Marktbeobachter sprechen von einer historisch kleinen Kartoffelernte in Deutschland. Die extreme Trockenheit hat wie bei allen anderen Kulturen ihren Tribut gefordert. Bundesweit wird die Gesamternte nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes auf 8,7 Millionen Tonnen (t) beziffert, auf Niedersachsen entfÀllt mit 4,1 Millionen t gut die HÀlfte.

Nach Recherchen der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft in Bonn hat die knappe Ernte zu einem sorgsamen Umgang mit den Knollen gefĂŒhrt. So werden deutlich weniger Knollen aussortiert und weggeworfen, aber auch im Export oder bei der StĂ€rkeerzeugung werden jeweils um die 500.000 t eingespart. Im Verzehr dagegen wurde fĂŒr 2017/18 ein Anstieg des Kartoffelverbrauchs um 4,1 Kilogramm gegenĂŒber 2015/16 festgestellt. Besonders beliebt bleiben bei den Verbrauchern Verarbeitungsprodukte wie Pommes, Chips, KartoffelklĂ¶ĂŸe und Ă€hnliches, allerdings legte auch der Frischverzehr um fast 2,5 Kilogramm zu. Ein Blick in die Historie belegt fĂŒr Irland in den Jahren 1845 bis 1852 eine große Hungersnot, sie wurde durch die KrautfĂ€ule bei der Kartoffelernte ausgelöst. Die Kartoffel galt damals in Irland als Hauptnahrungsmittel, die Ernteeinbußen ließen viele Menschen verhungern und lösten eine große Auswanderungswelle aus. Solche Folgen mĂŒssen die Verbraucher heute bei weitem nicht befĂŒrchten, eine sorgfĂ€ltigere Aufbereitung der geringen Ernte und auch grĂ¶ĂŸere Importe dank internationaler Handelsbeziehungen sollen dazu beitragen, die Mengensituation zu entspannen. Allerdings sollten Verbraucher auch akzeptieren, dass Kartoffeln als Naturprodukt nicht immer ebenmĂ€ĂŸig geformt sind oder kleine Schorfflecken oder andere Schönheitsfehler aufweisen können, der Geschmack leidet darunter im Allgemeinen nicht, werden die Kartoffeln doch ohnehin vor dem Verzehr geschĂ€lt oder gepellt.