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Tiefe Spaltung zwischen Arm und Reich beseitigen

Standardbild.

Region.

Die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen fordert angesichts der tiefen Spaltung der Gesellschaft zwischen Arm und Reich: Die schweren Defizite bei sozialen Menschenrechten in Deutschland mĂŒssen endlich beseitigt werden. Der UN-Sozialrat wirft Deutschland in seinem aktuellen Staatenbericht folgende MĂ€ngel bei der Umsetzung der sozialen Menschenrechte vor: Zahllose Ă€ltere Menschen leben unter entwĂŒrdigenden Bedingungen. 2,55 Millionen Kinder leben in Armut.  Die Höhe der Grundsicherung reicht nicht aus, um den EmpfĂ€nger und ihren Familien einen ausreichenden Lebensstandard zu ermöglichen. 1,2 Millionen BeschĂ€ftigte sind trotz Arbeit auf Sozialleistungen angewiesen. 1,2 Millionen Menschen sind wohnungslos.

LAK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Klaus-Dieter Gleitze betont: „Trotz zehn Jahre Konjunktur - Dauerhoch sind die Armutszahlen auf Rekordniveau, und sie werden angesichts der sich abzeichnenden negativen wirtschaftlichen Entwicklung zunehmen, wenn parallel dazu die Arbeitslosigkeit wieder wĂ€chst und Reallohnverluste zu befĂŒrchten sind. Die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen fordert unter anderem: Eine Erhöhung der RegelsĂ€tze fĂŒr Hartz IV und Grundsicherung von derzeit 416 Euro fĂŒr einen Alleinlebenden auf deutlich ĂŒber 500 Euro und einen Stopp der Sanktionen. Einen höheren Mindestlohn, auch als Grundlage zur Vermeidung von Altersarmut. Die Schaffung von sozialen ArbeitsmĂ€rkten zu fairen Bedingungen fĂŒr Langzeitarbeitslose, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Bessere Bezahlung und Qualifizierung in der Pflege und grĂŒndliche Kontrolle der Heime zur Sicherung von guten QualitĂ€tsstandards. Eine eigenstĂ€ndige armutsfeste Kindergrundsicherung. Die Schaffung von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Die Tatsache, dass die wachsende soziale Spaltung zwischen Arm und Reich den sozialen Frieden in der Gesellschaft bedroht, wird von Politik und Gesellschaft weitgehend ignoriert. Wenn wir Armut und Ausgrenzung nicht nachhaltig bekĂ€mpfen, verliert unsere Gesellschaft immer weiter an demokratischer Legitimation."

Die ArmutsgefĂ€hrdungsschwelle lag 2017 in Deutschland fĂŒr einen Einpersonenhaushalt bei 1.096 Euro im Monat, fĂŒr zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.302 Euro im Monat, das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens. Das traf im vergangenen Jahr auf 13,1 Millionen Menschen oder 16,1 Prozent der Bevölkerung zu. Die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen wurde 1995 gegrĂŒndet. Sie ist ein Zusammenschluss von VerbĂ€nden, Gewerkschaften und Initiativen. Details und aktuelle Mitglieder siehe anbei. Die unterzeichnenden Vertreter der SpitzenverbĂ€nde der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks Niedersachsen/Bremen, von VerbĂ€nden und von Initiativen auf Landesebene beschließen hiermit die GrĂŒndung einer "Landesarmutskonferenz Niedersachsen". Das Ziel der Landesarmutskonferenz ist eine konzertierte Aktion gegen Armut und Arbeitslosigkeit auf Landesebene."