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LAK: Spaltung zwischen Arm und Reich immer größer

Region.

Die Milliardäre in Deutschland haben ihr Vermögen im vergangenen Jahr um 20 Prozent vermehrt, so die Hilfsorganisation Oxfam vor dem Treffen der Weltwirtschaft in Davos. Insgesamt verfüge das reichste Prozent der Bevölkerung über ebenso viel Vermögen wie das 87 ärmerer Prozent. Damit zählt Deutschland zu den Industrienationen mit der größten Vermögensungleichheit.

Mit 15,8 Prozent liegt die Armutsquote auf dem höchsten Stand seit 1996, jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen. Die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen fordert unter anderem eine gerechtere Steuerpolitik, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Klaus-Dieter Gleitze, Geschäftsführer der LAK Niedersachsen, fordert: „Die LAK Niedersachsen fordert die Schließung von Steueroasen, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer. Das Geld sollte unter anderem in Bildung investiert werden und die Gründung einer Landeswohnungsbaugesellschaft. Die Wohnungssituation ist das akute, soziale Problem der Gegenwart. Während auf der einen Seite das Vermögen nur der zehn reichsten Niedersachsen den kompletten Sozialhaushalt des Landes Niedersachsen um ungefähr das Doppelte übertrifft, ist in Niedersachsen fast jeder Sechste von Armut bedroht. Die Spaltung zwischen Arm und Reich ist sozialer Sprengstoff, der auf Dauer unsere Demokratie untergräbt. Die Wahlerfolge der Rechtspopulisten sprechen eine deutliche Sprache.“

Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2017 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 980 Euro, das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens. Die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen wurde 1995 gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen.