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Zehn Jahre Freiheitsstrafe wegen Vergewaltigung mit Todesfolge

Region.

In dem Strafprozess um einen 48 Jahre alten, aus dem Sudan stammenden Mann hat das Schwurgericht des Landgerichts Hannover eine zehnjährige Freiheitsstrafe verhängt und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Dem Mann war vorgeworfen worden, am Abend des 30. Juli auf einem Spielplatz in der N√§he der Hamburger Allee im hannoverschen Stadtteil Oststadt eine 63-j√§hrige Frau get√∂tet zu haben. Zeugen und DNA-Spuren hatten die Ermittler auf seine Spur gef√ľhrt. Bei Verk√ľndung des Haftbefehls hatte der Mann dann die Tat zugegeben, dieses Gest√§ndnis zu Beginn des Prozesses aber zun√§chst widerrufen. Im Laufe der Beweisaufnahme hatte er dann erkl√§rt, dass das Gest√§ndnis doch richtig gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat zun√§chst als Mord gewertet.

In ihrem Urteil folgte die 13. gro√üe Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch dem nicht und verurteilte den Mann wegen Vergewaltigung mit Todesfolge in Tateinheit mit gef√§hrlicher K√∂rperverletzung. ‚ÄěObjektive Anhaltspunkte daf√ľr, dass der Angeklagte den Tod der Frau mindestens billigend in Kauf genommen hat, haben sich nicht ergeben", begr√ľndete Rosenbusch die Entscheidung. Der Angeklagte habe nicht ‚Äězur Befriedigung des Geschlechtstriebes" get√∂tet, weil es ihm zwar auf Geschlechtsverkehr aber nicht auf die T√∂tung des Opfers angekommen sei. Diese sei leichtfertig aber nicht vors√§tzlich geschehen.

Die Kammer nahm dar√ľber hinaus eine verminderte Schuldf√§higkeit des Angeklagten an (¬ß 21 StGB), der nach einem Gutachten eines psychiatrischen Sachverst√§ndigen zur Tatzeit durch erheblichen Alkoholkonsum nicht in Lage war, das Unrecht seines Handelns einzusehen. Weil er den Hang habe im betrunkenen Zustand Straftaten zu begehen, ordnete die Kammer zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an (¬ß 64 StGB). Zun√§chst muss er jedoch drei Jahre Freiheitsstrafe verb√ľ√üen, bevor diese Ma√üregel vollstreckt wird.

Der Angeklagte, der kein Deutsch spricht, nahm die Urteilsverk√ľndung ohne erkennbare Regung zur Kenntnis.

Das Urteil kann binnen einer Woche mit der Revision angefochten werden. Dann m√ľsste der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Entscheidung auf Rechtsfehler untersuchen.