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Kriminalstatistik, das war 2019 insgesamt los

Region.

Niedrigster Stand bei Wohnungseinbr√ľchen seit 1988, h√∂chster Wert bei der Aufkl√§rungsquote seit der Jahrtausendwende sowie deutliche R√ľckg√§nge bei der Kfz-Kriminalit√§t - so lassen sich die wesentlichen Aussagen der im vergangenen Jahr in der Region Hannover bearbeiteten Straftaten zusammenfassen. "Ich freue mich sehr √ľber diese positive Entwicklung, nehme aber gleichzeitig eine tendenziell steigende Gewaltbereitschaft und Aggressivit√§t bei manchen Taten wahr.", betont Polizeipr√§sident Volker Kluwe.

Gesamtzahl der Straftaten

Die Anzahl der registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover ist von 2018 auf 2019 mit einem Anstieg um 370 Taten (0,35 Prozent) auf nun 106.301 Fälle nahezu gleichgeblieben (2018: 105.931). Damit handelt es sich seit der Jahrtausendwende um den zweit niedrigsten Wert. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 flossen etwa 20.000 Straftaten mehr in die Statistik ein, was den Höchststand seit 2000 darstellte.

In der Landeshauptstadt wurden im vergangenen Jahr 69.613 (2018: 70.212) und im Umland 36.688 (2018: 35.719) Ermittlungsvorg√§nge abschlie√üend bearbeitet und an die zust√§ndigen Staatsanwaltschaften √ľbergeben. Somit ist im Stadtgebiet - im Gegensatz zu einem leichten Anstieg in den Umlandgemeinden - ein leichter R√ľckgang der registrierten Straftaten zu beobachten.

Nennenswerte Fallzahlenanstiege verzeichnet die Beh√∂rde erneut bei den Sexualdelikten um 93 F√§lle (plus 9,00 Prozent) auf 1.126, dabei insbesondere bei der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse (plus 68,89 Prozent) auf 304 Taten sowie bei den Betrugsdelikten um 1.718 Straftaten (plus 7,81 Prozent) auf nun 23.712. Die Entwicklung bei den zuletzt genannten Betrugstaten l√§sst sich nahezu ausnahmslos auf das sog. "Schwarzfahren", mit einer Zunahme um 17,43 Prozent auf 8.248 Taten, zur√ľckf√ľhren. Dem gegen√ľber stehen positive Zahlen bei der Eigentumskriminalit√§t (minus 5,25 Prozent) und dabei im Besonderen bei den Wohnungseinbr√ľchen mit einem R√ľckgang um 491 (minus 21,44 Prozent) auf 1.799 F√§lle sowie beim schweren Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen um 666 Taten (minus 23,75) auf 2.138 Ermittlungsvorg√§nge.

Aufklärungsquote

Der positive Trend bei der Gesamtaufkl√§rungsquote der Polizei Hannover setzt sich im f√ľnften Jahr in Folge mit einem Plus von 1,60 Prozentpunkten fort. Nun liegt die Quote bei 65,00 Prozent. Gleichzeitig bedeutet dies den Spitzenwert der letzten 20 Jahre. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hannoverschen Beh√∂rde konnten im vergangenen Jahr 69.099 von 106.301 Straftaten aufkl√§ren. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch bei der "bereinigten Aufkl√§rungsquote" wider. Bei dieser Betrachtung werden neben dem Ladendiebstahl auch das Erschleichen von Leistungen (sog. "Schwarzfahren") abgezogen, da bei diesen Delikten in der Regel ein Tatverd√§chtiger bei der Anzeigenaufnahme angetroffen wird. Demnach lag die "bereinigte Aufkl√§rungsquote" 2019 bei 59,84 Prozent und damit leicht √ľber dem Vorjahreswert (58,29 Prozent). Werden zus√§tzlich noch Straftaten nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz bei der statistischen Auswertung herausgenommen, liegt die Quote im Jahr 2019 bei 58,97 Prozent (2018: 57,14 Prozent).

Tötungsdelikte

Im Bereich der Kapitaldelikte (Mord und Totschlag) ist ein R√ľckgang um 24 Taten auf nun 36 Ermittlungsvorg√§nge zu beobachten. 2019 flossen 29 versuchte T√∂tungsdelikte (davon drei Mordversuche) sowie sieben vollendete Taten (davon zwei Morde) in die Kriminalstatistik ein. Im Jahr davor waren es noch 52 versuchte und acht vollendete T√∂tungsdelikte. Die Aufkl√§rungsquote stieg in diesem Ph√§nomenbereich leicht auf 94,44 Prozent an.

Messerangriff

Messerangriffe im Sinne der PKS-Erfassung von Straftaten sind solche Tathandlungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgef√ľhrt wird. Es handelt sich bei den F√§llen um Opferdelikte und um einen √§hnlichen Summenschl√ľssel wie bei den Gewaltdelikten.

In diesem Zusammenhang wurde 2019 in insgesamt 463 Fällen ein sog. Messerangriff registriert. 115 Täter standen dabei unter dem Einfluss berauschender Mittel. Insgesamt richteten sich die Angriffe gegen 572 Personen (davon 139 Frauen). 165 Menschen erlitten leichte, 26 schwere und vier tödliche Verletzungen. Bei den insgesamt 373 Tatverdächtigen handelte es sich um 322 Männer sowie 51 Frauen

Sexualdelikte

Erneut verzeichnet die Polizei Hannover einen Anstieg bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf nun 1.126 Fälle (2018: 1.033). Dies ist gleichzeitig die höchste Anzahl an bearbeiteten Taten in diesem Deliktsfeld seit der Jahrtausendwende. Ein detaillierter Blick in den Phänomenbereich ergibt: Die Verbreitung pornografischer Schriften ist von 180 auf 304 Fälle (plus 124) - insbesondere bei kinderpornografischen Schriften (plus 107 Taten) - gestiegen.

Auch die Zahlen der exhibitionistischen Handlung von 131 auf 143 (plus zw√∂lf) und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen von sieben auf 16 (plus neun) haben zugenommen. Dem gegen√ľber steht ein R√ľckgang beim sexuellen Missbrauch von Kindern von 181 auf 136 Verfahren (minus 45) sowie bei der Vergewaltigung und der sexuellen N√∂tigung von 189 auf 178 Taten (minus elf). Leicht gesunken ist die generell hohe Aufkl√§rungsquote bei den Sexualdelikten auf nun 82,33 Prozent

(2018: 83,64 Prozent). Entgegen dem Landestrend (plus 20,63 Prozent) ist die negative Entwicklung der Sexualdelikte in den letzten beiden Jahren in der Polizeidirektion Hannover schw√§cher ausgepr√§gt (plus 9,00 Prozent). "Den Anstieg bei den Sexualdelikten beobachten wir seit drei Jahren sehr genau. Er ist aber auch ein Resultat der immer engmaschigeren und konsequenteren Ermittlungsarbeit der Polizei Hannover, des Landes- und Bundeskriminalamtes sowie internationaler Stellen, welche die Taten ins sogenannte Hellfeld f√ľhren. F√ľr eine Ver√§nderung des Anzeigeverhaltens k√∂nnte aber auch die gestiegene Anzahl an Beratungen bei Sexualtaten sprechen. Ein Gro√üteil der Straftatenzunahme beruht zudem auf einem Anstieg der Verbreitung pornografischer Schriften - einer Schattenseite der Digitalisierung. Dieser Entwicklung steuern wir mit intensiver Ermittlungs- und adressatengerechter Pr√§ventionsarbeit vom Schul- bis zum Erwachsenenalter gegen und stehen dabei auch in einem intensiven Austausch mit Opferschutzstellen", sagt Volker Kluwe.

Raub

Im Jahr 2019 hat die hannoversche Beh√∂rde 691 Raubdelikte bearbeitet und an die zust√§ndigen Staatsanwaltschaften abgegeben. Dies bedeutet einen R√ľckgang um 38 Taten bzw. 5,21 Prozent. Nahezu gleichgeblieben ist die Aufkl√§rungsquote von nun 58,03 Prozent (2018: 58,57 Prozent).

Bei einer genaueren Betrachtung fallen folgende Werte ins Auge: Die Zahlen beim r√§uberischen Angriff auf Kraftfahrer sind von drei auf sechs Taten und die der Raub√ľberf√§lle in Wohnungen von 46 auf 47 F√§lle gestiegen. Im Gegensatz zum Jahr 2018 mit null Vorf√§llen registrierte die Polizei Hannover im vergangenen Jahr einen √úberfall auf Bank- bzw. Postfilialen. Positive Entwicklungen sind bei den allgemeinen Raubtaten auf 308 Ermittlungsverfahren (minus 14), beim Stra√üenraub auf 244 Taten (minus 22) sowie beim Handtaschenraub auf 27 Straftaten (minus drei) zu beobachten. Auch bei den Raubtaten auf Zahlstellen, Gesch√§fte und Geldinstitute gab es mit 51 Vorf√§llen weniger Taten (minus zwei).

Körperverletzungsdelikte

In diesem Deliktsspektrum verzeichnet die Polizei Hannover einen Anstieg der Fallzahlen um 489 auf 11.293 Taten (plus 4,53 Prozent). Damit handelt es sich nach 2016 mit 11.789 Ermittlungsvorgängen um den zweit höchsten Wert seit der Jahrtausendwende. Im vergangenen Jahr sind die vorsätzlichen, leichten Körperverletzungen um 4,18 Prozent auf 8.071 Taten (plus 324) und die qualifizierten Rohheitsdelikte - darunter fällt neben der gefährlichen auch die schwere Körperverletzung - um 8,27 Prozent auf 2.710 Vorfälle (plus 207) gestiegen. Auffällig bei einer langfristigen Betrachtung ist, dass die Zahlen der qualifizierten Delikte von 2000 (2.272 Fälle) bis 2019 (2.710 Fälle) "nur" um 438 Taten angestiegen sind. Hingegen ist es bei den einfachen Körperverletzungen im selben Betrachtungszeitraum fast zu einer Verdoppelung der registrierten Fallzahlen gekommen (2000: 4.081/2019: 8.071).

"Ich nehme tendenziell eine zunehmende Gewaltbereitschaft und Aggressivit√§t wahr. Gerade der negative Trend bei der einfachen K√∂rperverletzung zeigt, dass bereits Bagatellen, die in der Vergangenheit noch verbal gel√∂st wurden, nun mit Gewalt und dabei spreche ich ausdr√ľcklich nicht nur von physischer Gewalt, ausgetragen werden. Da es sich dabei um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, kann es auch nicht nur alleine von der Polizei gel√∂st werden. Hierzu bedarf es beh√∂rden√ľbergreifende Netzwerkt√§tigkeit, wie wir sie beispielhaft seit letztem Jahr in den Pr√§ventionsprojekten bahnhof.sicher sowie im Quartier Marstall/Steintor erfolgreich umsetzen. Vor dem Hintergrund haben wir eine Kampagne gegen Gewalt initiiert.", erl√§utert Polizeipr√§sident Volker Kluwe.

Diebstahl

Mit einem R√ľckgang bei der Eigentumskriminalit√§t um 1.960 Ermittlungsvorg√§nge auf 35.373 (minus 5,25 Prozent) setzt sich der positive Trend aus den Vorjahren fort. Besonders sichtbar wird die statistische Entwicklung bei einer Langzeitbetrachtung: Im Jahr 2000 registrierte die hannoversche Beh√∂rde √ľber 18.000 Straftaten mehr in dem Deliktsbereich. Somit ging die Eigentumskriminalit√§t seit der Jahrtausendwende beh√∂rdenweit um 34,10 Prozent zur√ľck. Im vergangenen Jahr sanken nahezu im gesamten Deliktsfeld die Fallzahlen, so z. B. die der einfachen Diebst√§hle um 788 Taten auf 19.335 (minus 3,92 Prozent) und die der schweren F√§lle um 1.172 auf 16.038 Verfahren (minus 6,81 Prozent). Besondere R√ľckg√§nge konnten beim schweren Diebstahl von/aus Automaten um 52 Taten auf 88 (minus 37,14 Prozent), dem Taschendiebstahl um 247 F√§lle auf 1.276 (minus 16,22 Prozent) sowie dem schweren Diebstahl aus Keller-/Bodenr√§umen um 124 Verfahren auf 1.003 (minus 11,00 Prozent) beobachtet werden. Hingegen gestiegen sind die an die Staatsanwaltschaften abgegebene Ermittlungsvorg√§nge des schweren Ladendiebstahls - dabei handelte der T√§ter beispielhaft gewerbsm√§√üig oder hatte eine Waffe dabei - um 93 Taten auf 978 (plus 10,51 Prozent).

Besonders positiv pr√§sentiert sich der Kfz-Bereich mit einem R√ľckgang der F√§lle des schweren Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen sowie der sogenannten "Komplettentwendungen" um 19,26 Prozent auf 4.108 Taten (2018: 5.088). Reduzierten sich die Fallzahlen der Komplettentwendungen um 19,57 Prozent auf 518 (2018: 644), so verringerten sich die schweren Diebst√§hle an/aus Kfz sogar um 23,75 Prozent auf 2.138 (2018: 2.804). Verschlechtert hat sich jedoch die Aufkl√§rungsquote von 16,33 auf 13,75 Prozent.

Auch bei den Wohnungseinbruchdiebst√§hlen setzt sich in der Polizeidirektion Hannover der positive Trend der letzten Jahre mit einer Reduktion der Einbr√ľche um 491 auf nun 1.799 Taten (minus 21,44 Prozent) fort und f√§llt damit st√§rker aus als im restlichen Niedersachsen (landesweit minus 15,59 Prozent). Damit belaufen sich die Wohnungseinbr√ľche auf dem niedrigsten Stand seit 1988 (weiter k√∂nnen die Daten systembedingt nicht zur√ľckverfolgt werden). Bei den 1.799 Ermittlungsvorg√§ngen befand sich in 1.037 F√§llen der Tatort auf dem Gebiet der Landeshauptstadt (2018: 1.298). Die restlichen 762 Einbr√ľche wurden im Umland begangen (2018: 992). Im Vergleich der vergangenen beiden Jahre ist die Aufkl√§rungsquote auf 16,18 Prozent gesunken (minus 4,96 Prozentpunkte). Die Anzahl der angezeigten Delikte, in denen die T√§ter im Versuchsstadium aufgeben mussten, ist in der gesamten hannoverschen Beh√∂rde von 43,97 auf 46,19 Prozent angestiegen und bel√§uft sich 2019 auf 831 Taten. Zu den 1.799 bearbeiteten F√§llen konnten insgesamt 236 Tatverd√§chtige ermittelt werden, davon 133 nichtdeutsche, was einem prozentualen Anteil von 56,36 entspricht. Im Vergleich dazu wurden 2018 zu 2.290 Einbr√ľchen 285 Verd√§chtige ermittelt, darunter 177 nichtdeutsche (62,11 Prozent).

Verfahren, in denen die Tatverd√§chtigen bei der Begehung trickreich vorgehen, so zum Beispiel dem Enkeltrick und Diebst√§hlen falscher Polizeibeamter, werden schon seit Jahren zentral in der Ermittlungsgruppe Trick des Zentralen Kriminaldienstes bearbeitet. Im Vergleich der Jahre 2018/2019 kann ein leichter Anstieg der Fallzahlen von 680 auf 699 Taten festgestellt werden. Kam es bei den Trickdiebst√§hlen - darunter fallen auch F√§lle falscher Handwerker beziehungsweise Polizeibeamter - ebenfalls zu steigenden Verfahren auf nun 492 (plus 39), ging hingegen die Zahl der F√§lle von Enkeltrick/Schockanrufen auf 39 zur√ľck (minus elf). Da ein Gro√üteil der Taten nicht in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden, u. a. befindet sich die Mehrheit der Tatorte bei Anrufen falscher Polizeibeamter im Ausland, liegt die Anzahl der tats√§chlich bearbeiteten Strafverfahren der Ermittlungsgruppe Trick deutlich h√∂her.

Befassten sich die Beamtinnen und Beamten 2018 noch mit 865 Vorgängen, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1.955. Der dabei verursachte wirtschaftliche Schaden blieb mit circa 1,9 Millionen Euro in den Jahren 2018/2019 in etwa gleich.

Betrug

Nach r√ľckl√§ufigen Entwicklungen in den Jahren 2017 und 2018 erh√∂hte sich die Anzahl aller Betrugsdelikte 2019 um 1.718 auf 23.712 Verfahren (plus 7,81 Prozent). Ein besonders ausgepr√§gter Anstieg ist beim Erschleichen von Leistungen (sogenannten "Schwarzfahren") mit einer Zunahme um 1.224 Taten (plus 17,43 Prozent) auf 8.248 erfolgt, der einen Gro√üteil der Steigerung in dem Deliktsbereich begr√ľndet. Zus√§tzlich sind die F√§lle der sonstigen Betrugsarten um 640 auf 4.588 gestiegen (plus 16,21 Prozent). Dem gegen√ľber stehen sinkende Ermittlungsvorg√§nge beim Waren- und Warenkreditbetrug um 357 auf 4.067 Taten (minus 8,07 Prozent). Nahezu unver√§ndert ist die Aufkl√§rungsquote bei den Betrugsf√§llen mit 84,54 Prozent (plus 1,01 Prozentpunkte). Damit liegt sie jedoch weiterhin √ľber dem Landestrend (74,92 Prozent).

Rauschgiftkriminalität

Das dritte Jahr infolge kommt es bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einem Anstieg der polizeilich bearbeiten Vorgänge.

Registrierte die Beh√∂rde 2018 noch 7.477 Verfahren, so waren es im vergangenen Jahr 8.195, was ein Plus von 718 Taten bzw. 9,60 Prozent bedeutet. Dabei resultiert der Anstieg der Fallzahlen allein auf den Ermittlungen im Zusammenhang mit den allgemeinen Verst√∂√üen (plus 719 auf 6.661). Die qualifizierten Rauschgiftdelikte - darunter fallen u. a. der illegale Handel und die illegale Einfuhr von Bet√§ubungsmitteln - sind mit 1.534 Verfahren gleichgeblieben (2018: 1.535). Im vergangenen Jahr sind acht Drogenabh√§ngige infolge ihres Konsums in der Region Hannover verstorben, was einen R√ľckgang um vier Todesf√§lle bedeutet.

Polizeibeamte und Rettungskräfte als Opfer von Straftaten

Mit einem Anstieg um 38 Verfahren (plus 5,48 Prozent) auf nun 732 Ermittlungsvorg√§nge mit der Opfereigenschaft Polizeibeamte beobachtet die Direktion nach 2018 erneut eine negative Entwicklung. Dies bedeutet, dass bei jedem der Vorg√§nge mindestens eine Beamtin oder ein Beamter Opfer einer Straftat geworden ist. Bei einer genauen Betrachtung f√§llt auf, dass dem Anstieg der Widerst√§nde und t√§tlichen Angriffe um 35 F√§lle auf 617 sowie der einfachen K√∂rperverletzung um zehn Taten auf 26, ein R√ľckgang der qualifizierten K√∂rperverletzungen (gef√§hrliche und schwere) um 18 Verfahren auf 25 gegen√ľbersteht.

Auch bei der Gewalt gegen Angehörige anderer "Blaulichtorganisationen" ist nach 2018 eine erneute Steigerung der Fälle festzustellen. Demzufolge erhöhten sich die Ermittlungsverfahren, bei denen mindestens eine Rettungskraft Opfer einer Straftat geworden ist, seit 2018 von 53 auf nun 62 (plus 16,98 Prozent).

Tatort Internet - Cybercrime

Die Ermittlungsvorg√§nge, bei deren Ausf√ľhrung das Internet zur Anwendung kam, sind um 183 F√§lle auf 4.287 gesunken (2018: 4.470). Dabei bearbeiteten die Mitarbeiter der Polizei Hannover mit 3.233 Verfahren gr√∂√ütenteils Betrugstaten (2018: 3.515). Nahezu gleich geblieben ist die generell hohe Quote der aufgekl√§rten Strafverfahren im Kontext "Tatmittel Internet" mit 83,44 Prozent (2018: 83,22 Prozent).

"Cybercrime ist einer unserer Schwerpunkte mit einer hohen Dunkelziffer. Wir bitten Privatpersonen, aber insbesondere Unternehmen, festgestellte Angriffe unbedingt der Polizei mitzuteilen", sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Ralf Leopold.

Straßenkriminalität

Hinter dem Begriff "Stra√üenkriminalit√§t" verbirgt sich ein Katalog an festgelegten Straftaten, die vornehmlich im √∂ffentlichen Raum begangen werden und somit das Sicherheitsempfinden der Bev√∂lkerung nachhaltig beeinflussen. Seit 2015, mit 24.825 Delikten, sanken die Zahlen um 24,20 Prozent auf nun 18.818 Ermittlungsvorg√§nge. Im Vergleich zu 2018 mit 20.405 Taten bedeutet dies einen R√ľckgang um 7,78 Prozent bzw. 1.587 Ermittlungsvorg√§nge. Besonders positive Entwicklungen registrierte die Beh√∂rde im Vergleich der Jahre 2018/2019 in den Deliktsfeldern einfacher Taschendiebstahl auf 1.227 (minus 214 F√§lle), Sachbesch√§digung an Kfz auf 2.126 (minus 193 F√§lle), einfacher Diebstahl an/aus Kfz auf 1.452 (minus 188 F√§lle) sowie schwerer Diebstahl von Kraftwagen auf 394 (minus 144 F√§lle). Die Aufkl√§rungsquote bleibt 2019 mit 22,63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fast unver√§ndert (2018: 23,01 Prozent).

Gewaltkriminalität

Im Gegensatz zur positiven Entwicklung bei der "Stra√üenkriminalit√§t" unterliegen die Zahlen beim Summenschl√ľssel "Gewaltkriminalit√§t" mit einem Plus um 132 F√§lle auf 3.619 (plus 3,79 Prozent) einem negativen Trend. Die Zahlen im Detail: Die Zunahme der endbearbeiteten Verfahren ist ausschlie√ülich den h√∂heren Fallzahlen bei den gef√§hrlichen und schweren K√∂rperverletzungen auf 2.710 Taten (plus 8,27 Prozent) geschuldet. Dem gegen√ľber k√∂nnen bei den vors√§tzlichen T√∂tungsdelikten mit 36 F√§llen (minus 40 Prozent bzw. 24 Taten) sowie bei den Raubdelikten mit 691 Verfahren (minus 5,21 Prozent bzw. 38 Taten) positive Entwicklungen beobachtet werden. Auf gleichbleibend hohem Niveau ist die Aufkl√§rungsquote mit 78,59 Prozent (2018: 77,98 Prozent) verblieben.

Straftaten unter Alkoholeinfluss

Im Jahr 2019 standen bei den registrierten Gesamtstraftaten (106.301) in 7.978 F√§llen die T√§ter zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss alkoholischer Getr√§nke. In Prozenten ausgedr√ľckt bedeutet dies einen Wert von 7,51 Prozent, der nahezu identisch zum Vorjahr ist (2018: 7,73 Prozent). Bei den minderj√§hrigen Tatverd√§chtigen registrierte die Beh√∂rde im Gegensatz zum Vorjahr einen leichten Anstieg der "Straftaten unter Alkoholeinfluss" um 2,84 Prozent auf 290 Ermittlungsvorg√§nge (2018: 282 Taten). Dies bedeutet, dass bei 4,68 Prozent der von Minderj√§hrigen begangenen Straftaten die Protagonisten alkoholisiert waren.

In den Deliktsbereichen "K√∂rperverletzungen" und "H√§usliche Gewalt", registrierte die hannoversche Polizei beim Anteil der alkoholisierten T√§ter mit 24,67 bzw. 21,44 Prozent leicht r√ľckl√§ufige Werte (2018: 26,68 und 23,58 Prozent).

Kriminalit√§t im Fl√ľchtlingskontext

In diesem Kontext erfasste die Polizeidirektion Hannover 2019 statistisch insgesamt 6.820 Ermittlungsvorg√§nge (5.012 ohne ausl√§nderrechtliche Verst√∂√üe) was einen R√ľckgang um 1.622 Taten (1.093 ohne ausl√§nderrechtliche Verst√∂√üe) bedeutet. Somit reduzierte sich die Anzahl der Straftaten im Vergleich 2018/2019 um 19,21 Prozent (17,90 Prozent ohne ausl√§nderrechtliche Verst√∂√üe). R√ľckg√§nge beobachtete die Beh√∂rde bei den Eigentumsdelikten auf 931 F√§lle (minus 562), bei den Rohheitsdelikten auf 1.013 Taten (minus 202) und bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf 91 Ermittlungsvorg√§nge (minus zw√∂lf). /now, ahm

Weitere Informationen zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 finden Sie unter folgendem Link:  https://www.pd-h.polizei-nds.de/kriminalitaet/polizeiliche-kriminalstatistik-201