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Leserbrief zur Kita-Situation: Ein Schlag ins Gesicht!

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Barsinghausen. Die con-nect Redaktion hat ein Leserbrief zur Kita-Situation in Barsinghausen erreicht. Auslöser für den Kommentar war ein heute veröffentlichter Artikel zur Kita Deisterstraße. Es folgt der Leserbrief: .

"Sehr geehrte Damen und Herren,

https://www.con-nect.de/barsinghausen/nachricht/37057-kita-deisterstrasse-wandmodule-werden-aufgebaut.html

 

Mit Wut haben wir heute gegen 16 Uhr obigen Artikel gelesen.

Angehängtes Schreiben (Foto) erwartete uns gegen 14 Uhr an der Tür der Kita, die unsere Kinder besuchen.

Wie kann es sein, dass sich die Verantwortlichen der Stadt Barsinghausen weiterhin so medienwirksam für die neuen Betreuungseinrichtungen geradezu selber feiern, während in den bestehenden Einrichtungen die Lage derart brenzlig ist? In den letzten Monaten wurde nach und nach das Stammpersonal aus den „alten“ Kitas abgezogen, damit die „neuen“ Kitas eröffnen können. Die Kinder in den Einrichtungen wurden übergangsweise mit ständig wechselndem Personal konfrontiert. In der Corona-Zeit, vor allem während der Notbetreuung mit zahlreichen familiären Herausforderungen, wäre Beständigkeit für die Kinder so wichtig gewesen. Stattdessen treffen die Verantwortlichen eine pädagogisch fragwürdige Entscheidung nach der anderen, die sowohl Familien als auch Angestellte in den Kitas stark belasten.

Damit wir (verheirateten) Eltern überhaupt einen Kitaplatz für unsere Kinder bekommen haben, mussten wir Arbeitsbescheinigungen vorlegen. Nur die Eltern mit der höchsten Wochen- Arbeitszeit als Paar bekam einen Kitaplatz, obwohl seit 1996 alle Kinder ab 3 Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz unabhängig von der beruflichen Situation der Eltern haben. Seit 25 Jahren besteht dieser Anspruch für jedes Kind und ist nicht an die berufliche Situation der Eltern geknüpft! Dass die Verwaltung der Stadt Barsinghausen den Mangel an Betreuungsplätzen auf diese Art verwaltet, war nicht mal dem Rat der Stadt bekannt, was bei einer Versammlung am Schulzentrum am Spalterhals im Sommer 2018 bekannt wurde. Hier wurden ganz stolz die nun eröffneten oder noch im Bau befindlichen Einrichtungen vorgestellt. Bereits hier fragten besorgte Eltern, woher man denn das Personal nehmen wolle beim vorherrschenden Fachkräftemangel. Über 140 Stellen wurden ausgeschrieben. Als wir bei Herrn Reich im Mai letzten Jahres nachfragten, wie es in unserer Kita weitergehen solle, nachdem zwei Mitarbeiter ihren Wechsel mitteilten, sagte dieser, dass das bestehende Personal erst in die neuen Einrichtungen wechseln würde, wenn für unsere Bestandskita Ersatz gefunden wäre. Tatsächlich verließ die erste Kraft im November die Kita, was zu Verkürzung der Öffnungszeiten führte. Die zweite folgte im April. Seitdem kommt es wiederum dauerhaft zu Einschränkungen.

Die Verantwortlichen verstecken sich hier hinter Corona, aber diese Situation hat mit jahrelang andauernder Fehlplanung zu tun. Wie sollen wir die Fehlzeiten vor unseren Arbeitgebern rechtfertigen, die wir doch in der Vergangenheit nach einer Erhöhung der Stunden fragen mussten, um überhaupt an einen Betreuungsplatz zu kommen? Wie sollen wir nach dem letzten Jahr Corona, jetzt wo die Inzidenzwerte sinken und man Hoffnung auf Besserung hatte, weitere Einschränkungen abfangen? Viele Familien sind am Limit! Die Nachricht heute an der Kindergartentür und die Selbstdarstellung von Herrn Wolf und Herrn Reich in Ihrem Artikel sind wie ein Schlag ins Gesicht. Wir finden es wichtig nicht nur die politischen Erfolge zu feiern, sondern auch die damit verbundenen Missstände aufzudecken, um Menschen, die hier investieren und eine Familie gründen wollen über die tatsächlichen Gegebenheiten zu informieren. Denn die Stadt Barsinghausen wirbt weiterhin mit ihrer vermeintlichen Familienfreundlichkeit.

Eines liegt uns noch am Herzen: die Kinder, die heute keinen zuverlässigen oder gar keinen Kitaplatz haben, werden in den nächsten Jahren eingeschult werden. Wir hoffen, dass Herr Wolf diese unabwendbare Tatsache im Blick hat, denn es besteht eine Schulpflicht…es werden Räumlichkeiten benötigt werden und auch Grundschullehrer/innen wachsen nicht auf Bäumen…dabei wäre es schön nicht die Schulhöfe mit Containern voll zu stellen, sondern neue Schulen zu planen und auch mal im Sinne der Kinder zu handeln (auch hinsichtlich der Klassengröße)!

Mit freundlichen Grüßen"

(Zum Schutz unserer Kinder wollen wir anonym bleiben)