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Wasserwerk Eckerde - Thema bei den Siedlern

Diskussion der Siedler zum Wasserwerk Eckerde in der KUBA. Von links: Gavin Ennulat, Bernhard Gromoll, Torsten Holzhausen, Ralf Ronschke, Jochen Möller

Eckerde, Barsinghausen.

Am 26. Juni fand von 18.30 bis 20.00 Uhr im Veranstaltungszentrum KUBA Event eine Informationsveranstaltung der f√ľnf Siedlergemeinschaften Barsinghausens statt. Thema war: Wasserversorgung in Barsinghausen, wie steht es um das Wasserwerk Eckerde?

Referenten: Herr M√∂ller, Stadtwerke Barsinghausen, Herr Holzhausen, Stadtwerke Barsinghausen, Herr Ronschke, Hydrogeologe, Herr Gromoll, Siedlergemeinschaft Hohenbostel. Der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Barsinghausen, Herr Gavin Ennulat, begr√ľ√üte als Moderator die Referenten und etwa 40 Interessierten B√ľrger, die trotz der warmen Temperaturen den Weg auf sich nahmen.

Zu Beginn erl√§uterte der ortsans√§ssige Hydrogeologe Herr Ronschke, dass der Deister als H√∂henzug mit seinen tektonischen Verwerfungen ein gro√ües und auch vorgefiltertes Wasservorkommen bereitstellt. So m√ľssten die Brunnen hier nur etwa 15 Meter tief angelegt werden, in der L√ľneburger Heide dagegen im Vergleich etwa 150 Meter tief. Diese Bodenbeschaffenheit lasse so gut wie keine Phosphate oder andere Stoffe durch oberfl√§chennahe Aufbringungen bis in das Grundwasser gelangen. Die Ausgangslage f√ľr eine Wasserversorgung sei also viel besser als anderorts. W√§re da nicht die technische Herausforderung der Wasserf√∂rderung bis in die Haushalte. Gleichwohl sei der Trend feststellbar, dass √ľber die letzten Jahre hinweg die Wassermenge leicht abnahm.

Zu der Wasserf√∂rderung nahm Herr Holzhausen als technischer Leiter des Wasserwerkes Eckerde Stellung: Die Anlage in Eckerde sei mittlerweile √ľber 55 Jahre in Betrieb. Durch die allm√§hliche Vergr√∂√üerung der Bev√∂lkerung Barsinghausens und deren Wassernutzungsverhalten kann das Wasserwerk Eckerde an entnahmeintensiven Tagen nicht so viel Wasser f√∂rdern und aufbereiten wie entnommen wird.

An diesen Tagen werden die im Deister verteilten Wasserreservoirs leergefahren. Wenn auch dieser Wasserpuffer ersch√∂pft sein sollte, w√ľrde unweigerlich der Wasserdruck sinken und es w√ľrden Beeintr√§chtigungen bei der Wasserversorgung eintreten. Ein weiteres Problem stelle der technische Zustand der Anlage selbst dar. Die Anlage sei sehr reparaturanf√§llig geworden und jederzeit k√∂nne es zu Ausf√§llen kommen. Bislang konnte man meist schnell eine Reparaturl√∂sung finden, die eine Unterbrechung der Trinkwasserversorgung verhinderte. Inzwischen arbeite man aber mit vielen provisorischen Hilfen, die keine Langlebigkeit garantierten. Erst k√ľrzlich sei eine marode Rohwasserleitung geplatzt, die nun provisorisch geflickt worden sei, um die Wasserversorgung nicht vor√ľbergehend einstellen zu m√ľssen.

Herr M√∂ller, Gesch√§ftsf√ľhrer der Stadtwerke Barsinghausen, warf hierzu ein, dass in den letzten Jahren die Reparaturkosten im Wasserwerk deutlich in die H√∂he gingen. So seien im letzten Jahr rund 800.000 Euro f√ľr Reparaturen aufgewendet worden. Der Neubau eines modernen Wasserwerkes hingegen koste nur etwa 10 Millionen Euro, eine Finanzierung daf√ľr w√§re gesichert und k√∂nne von den Stadtwerken mithilfe eines Kredits selbst getragen werden. Eine moderne Anlage w√§re nicht nur in den ersten Jahren kaum reparaturanf√§llig, sondern w√§re auch effizienter. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist ein Neubau √ľberf√§llig. Ein solcher w√ľrde aufgrund der komplexen Ausschreibungen sicherlich nicht vor 2023 fertiggestellt, auch wenn man noch in diesem Jahr mit den Planungen und Ausschreibungen starte.

Auf bohrende Nachfragen der Zuh√∂rer, warum dann nicht gebaut w√ľrde, verwiesen Herr M√∂ller und Herr Holzhausen auf die Stadtverwaltung und den Rat, die diese Entscheidung treffen m√ľssten. Seitens der Stadtwerke g√§be es keine Zweifel oder offenen Fragestellungen, die einer sofortigen Umsetzung entgegenst√ľnden.

Herr Gromoll erkl√§rte, dass der Rat mit gro√üer Mehrheit und schon vor langer Zeit einen Neubau beschloss und auch aktuell auf einen Neubau dr√§nge. Hier sei also nicht die Politik zu kritisieren, sondern ganz klar die Stadtverwaltung, allem voran der B√ľrgermeister selbst. Dem B√ľrgermeister sei klar, dass mindestens vier Jahre bis zur Inbetriebnahme vergehen, das Wasserwerk Eckerde aber evtl. keine vier Jahre Dienst mehr verrichten k√∂nne. Weil die Wasserzuleitungen einen vollst√§ndigen Ersatzbezug von Trinkwasser durch andere Versorger nicht mal ansatzweise gew√§hrleisten w√ľrden, Herr Holzhausen best√§tigte dies, bringe uns der B√ľrgermeister mit den Verz√∂gerungen schon jetzt in eine riskante Ausnahmesituation. Jede weitere Verz√∂gerung w√§re grob fahrl√§ssig und spiele mit einem der Grundg√ľter der Barsingh√§user B√ľrger.

Abschlie√üend fasste Herr Ennulat als Gespr√§chsergebnis zusammen, die Zielrichtung sei klar, realisierbar und bezahlbar. Es m√ľsse nun der Druck der B√ľrger auf die Stadtverwaltung und den B√ľrgermeister daf√ľr sorgen, dass eine Umsetzung schnellstm√∂glich vorangetrieben wird. Er appellierte daher an alle Anwesenden, aktiv zu werden, die Versorgungsgefahr zu kommunizieren und als B√ľrger unbequem zu werden. Die f√ľnf Siedlergemeinschaften jedenfalls werden gemeinsam versuchen, einen schnellstm√∂glichen Neubau zu unterst√ľtzen.


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