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Bürgermeister reagiert auf offenen Brief und Kritik an Betreuungssituation

Bürgermeister Henning Schünhof.

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Barsinghausen. In einem offenen Brief hat der Beirat der integrativen Kindertagesstätte Großgoltern große Kritik am Betreuungsangebot geäußert und hat direkt Bürgermeister Henning Schünhof angesprochen. Dieser hat nun auf den offenen Brief reagiert:

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„Grundsätzlich gilt zu sagen, dass meine Mitarbeiter und ich die Sorgen und Nöte der Eltern sehr ernst nehmen und mit großem Nachdruck an Lösungen arbeiten. Die momentane Situation entspricht nicht unseren Ansprüchen an uns selbst und unsere Leistung. Allerdings hat es in den vergangenen Jahren auch diverse Umstände wie die Corona-Situation sowie den Fachkräftemangel im Bereich des Betreuungspersonals und auch beim zuständigen Verwaltungspersonal im Fachamt gegeben, die eine zusätzliche Belastung dargestellt haben und auch weiterhin darstellen. Erschwert wurde die ganze Situation dadurch, dass mit dem Weggang von Dr. Thomas Wolf auch ein Mitglied des Verwaltungsvorstandes – und zudem auch der zuständige Dezernent – fehlt, was die Fehlentwicklungen an manchen Stellen zusätzlich begünstigt hat.

Die für die Kita in Großgoltern beschriebenen Probleme lassen sich leider auf andere Betreuungseinrichtungen im Stadtgebiet übertragen. In vielen Kitas herrscht eine angespannte Personalsituation und die Eltern müssen mit Einschränkungen bei den Betreuungszeiten rechnen. Aus diesem Grund schreiben wir auch kontinuierlich die Stellen für das Erziehungspersonal aus und führen auch regelmäßig Vorstellungsgespräche. Auch die Besetzung der offenen Stellen im Kinderbetreuungsamt, verfolgen wir mit Nachdruck, um die Situation auch in diesem Bereich zu entspannen.

Wir alle sind zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit zumindest in Sachen Corona und den darauf zurückzuführenden Ausfallzeiten des Betreuungspersonals eine Entspannung geben wird. Diese Hoffnung beruht auf den jüngsten Entwicklungen bei den Krankenständen, die seit einigen Wochen kontinuierlich zurückgehen. In dieser Woche lag die Zahl der krankheitsbedingt abwesenden Kollegen im Bereich Kinderbetreuung bei 34 bei rund 190 Mitarbeitern in den Einrichtungen. Es gab Zeiten, in denen wir dreimal so viele Ausfälle verkraften mussten. Unsere Hoffnung ist, dass der Krankenstand auch in den kommenden Wochen weiter sinken wird.

Wir wollen aber nicht allein auf diese Effekte setzen, wir haben auch mehrere Maßnahmen in der Umsetzung, um den Problemen begegnen zu können. Beispielsweise haben wir in den vergangenen Monaten die Kommunikation zwischen Verwaltung, Kita-Leitung und den Eltern erweitert. So werden unter anderem mit dem Stadtelternrat für die Kitas seit Ende 2021 in regelmäßigen Gesprächsrunden die aktuelle Entwicklung und die beschriebenen Probleme thematisiert. Zudem hat es allein in den vergangenen Monaten zwei zusätzliche Gesprächsrunden mit den Kita-Leitungen gegeben, bei denen die diese brennenden Themen im Mittelpunkt standen. Unsere Hoffnung ist, dass das neue Personal im Kinderbetreuungsamt auch bei der Intensivierung dieses Austausches mit allen Akteuren helfen wird, sodass auch in dieser Hinsicht eine Entspannung auf lange Sicht eintreten wird.

Aus den offenen Fragestellungen des ersten Treffens mit den Kita-Leitungen wurden Handlungsoptionen abgeleitet, die in der zweiten Gesprächsrunde zwischen den Kita-Leitungen und dem Bürgermeister am vergangenen Montag sehr intensiv diskutiert worden sind. Ein Lösungsansatz, den wir bei den Gesprächsrunden erarbeitet haben, ist unter anderem die Verbesserung der Arbeitssituation für das Erziehungspersonal, um unsere offenen Stellen für Bewerberinnen und Bewerber attraktiver zu machen und auch unser Personal ein Stück weit zufriedener macht. Zudem wollen wir die sogenannten Verfügungszeiten erhöhen. Auch dies soll dazu dienen, die Arbeitsplätze in unseren Einrichtungen noch attraktiver zu machen. Eine entsprechende Vorlage ist bereits in Arbeit und soll dem Rat demnächst zur Entscheidung vorgelegt werden. Außerdem prüft das Fachamt derzeit, welche Möglichkeiten zur Entlastung des pädagogischen Fachpersonals von anderweitigen Arbeiten bestehen. Unser Ziel ist es, die Arbeitszeit mit den Kindern dadurch zu erhöhen und je nach Prüfergebnis Verwaltungs- oder andere Tätigkeiten den Kita-Leitungen und deren Stellvertretungen abzunehmen.

Bei der Frage, ob wir auch mithilfe externen Personals den aktuellen krankheitsbedingten Ausfällen begegnen können, gibt es ebenfalls einige Lösungsansätze, erste Abfragen bei einschlägigen Agenturen und Personaldienstleistern sind allerdings negativ beschieden worden. Darüberhinausgehende Ideen werden gerade rechtlich geprüft Allerdings bedarf es auch bei der Umsetzung selbst noch einiger Zeit, sodass wir in dieser Sache nicht von einer Lösung innerhalb weniger Tage sprechen.

Hinsichtlich des Vorschlags, die Kita-Gebühren den Erziehungsberechtigten zu erlassen, müssen wir erst eine solche Möglichkeit gemäß der entsprechenden Gebührensatzung prüfen. Im Falle darüber hinaus gehender Ansprüche muss dann der Rat einen Beschluss fassen.

Angesichts der von mir geschilderten Maßnahmen gehe ich davon aus, dass wir auf mittlere und lange Sicht eine Verbesserung der Betreuungssituation erreichen können und auch werden. Die vergangenen Jahre haben aber deutlich gezeigt, dass wir bei der Problemlösung nicht von Tagen sprechen können, sondern eher in etwas langfristigeren Zeithorizonten denken müssen, zumal gesamtgesellschaftliche Ereignisse und Entwicklungen auch unsere Bemühungen immer wieder ein Stückweit konterkarieren können. Ich weiß, dass dies für die momentan von der Krankensituation in den Kitas betroffenen Mütter und Väter eine schwierige Situation ist, die an den Nerven zerrt. Ich bitte dies zu entschuldigen und versichere den Eltern, dass wir an einer Lösung mit großem Nachdruck arbeiten“, so Bürgermeister Henning Schünhof.

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