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Unfall: War die 200.000 Euro-Violine im Auto?

Region.

Ein Verkehrsunfall am 7. November 2017 hat jetzt ein Nachspiel vor dem Landgericht Hannover. Es geht um Schadensersatz und die Reparaturkosten f├╝r eine 200.000-Euro-Violine, die auf dem R├╝cksitz gelegen haben soll. 

Der Kl├Ąger ist der erste Geiger der NDR Radiophilharmonie und beabsichtigte, mit seinem Pkw vom Rudolf-von-Bennigsen-Ufer nach links auf die Parkpl├Ątze am Maschsee gegen├╝ber des NDR-Geb├Ąudes abzubiegen. Er hielt an, um den entgegenkommenden Verkehr passieren zu lassen. Kurz darauf kam es zur Kollision mit winem Pkw, der von hinten auf das Fahrzeug des Geigers auffuhr. 

Der Kl├Ąger behauptet, durch den Unfall sei seine im Jahr 1755 von Carlos Antonio Testore in Mailand gefertigte Violine mit einem Zeitwert von rund 200.000 Euro besch├Ądigt worden. Das Instrument habe sich in einem Violinenkasten auf dem R├╝cksitz befunden; konkret sei ein Teil des Deckenrandes abgerissen, au├čerdem h├Ątten sich Risse gebildet. Die Reparatur habe den Kl├Ąger rund 1.500 Euro gekostet. Insoweit hat der Kl├Ąger einen Geigenbauer als Zeugen benannt. Die Beklagte bestreitet, dass die Besch├Ądigungen des Instruments auf den Unfall zur├╝ckzuf├╝hren seien: Schlie├člich lagere niemand eine derart wertvolle Violine ungesichert auf dem R├╝cksitz.

Dar├╝ber hinaus macht der Kl├Ąger Schmerzensgeld in H├Âhe von rund 4.000 Euro geltend. Er behauptet, durch den Unfall ein Schleudertrauma mit Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindelgef├╝hlen und Taubheitsgef├╝hl in den Fingern sowie Tinnitus in den Ohren erlitten zu haben. Diese Unfallfolgen dauerten teilweise noch an und beeintr├Ąchtigten den Kl├Ąger erheblich bei seiner Berufst├Ątigkeit als Geiger.

Die Klage wird am Mittwoch, 1. Juli, um 9.30 Uhr, im Saal 3 L 1 von der 11. Zivilkammer  des Landgerichts unter Aktenzeichen 11 O 275/19 verhandelt.