Anzeige

Regionalbischöfin Bahr in Ethikrat berufen

Region.

Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr ist neues Mitglied im Deutschen Ethikrat. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die hannoversche Theologin nun zusammen mit 23 weiteren Experten in das Gremium berufen, das turnusgemäß neu zu besetzen war. Vorausgegangen war eine Wahl der Kandidaten durch den Bundestag. Die erste Sitzung der Mitglieder soll am 28. Mai in Berlin stattfinden.

„Die Berufung in den Deutschen Ethikrat ist eine große Ehre und eine Herausforderung. Zurzeit sehen wir einen erhöhten Orientierungsbedarf. Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor Veränderungen, deren Folgen gar nicht abzusehen sind. Angesichts von Erfahrungen radikaler Ungewissheit und drohenden Vertrauenskrisen darf gerade eine theologisch verantwortete Ethik nicht stumm bleiben.

Als evangelische Theologin habe ich Zeit meines Berufslebens das Gespräch mit Natur- und Sozialwissenschaften sowie mit Künsten, Kultur und der Politik gesucht. Ich freue mich darauf, diesen interdisziplinären Austausch nun im Ethikrat fortzuführen. Das kluge und gewissenhafte Abwägen fachlicher Perspektiven hilft hoffentlich gegen Entscheidungsdruck, Vereinfachungen und Meinungseskalationen", sagt Regionalbischöfin Bahr.

Der Ethikrat berät Bundesregierung und Bundestag im politischen und gesetzgeberischen Handeln bei ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen und fördert deren Diskussion in der Gesellschaft.

Das Gremium ist interdisziplinär besetzt. Neben religiösen Vertreter*innen, wie dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der islamischen Theologin Muna Tatari, zählen Juristinnen, Mediziner, Biologen und weitere Experten zu den Mitgliedern. Der katholische Moraltheologe Franz-Josef Bormann und die evangelische Theologin Elisabeth Gräb-Schmidt (Mitglied im Rat der EKD) wurden erneut berufen. Der evangelische Theologe Peter Dabrock, bisheriger Ethikrat-Vorsitzender, scheidet nun aus.

Dr. Petra Bahr ist seit 2017 die Regionalbischöfin für den Sprengel Hannover, einem Kirchenbezirk in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. In ihren Büchern geht die Theologin und Publizistin den religiösen Fragen der Zeit auf den Grund und bedenkt die Bedeutung des Glaubens und seiner Traditionen im Spiegel der modernen Gesellschaft. Neben einer wöchentlichen Kolumne hält die leitende Geistliche regelmäßig Radioandachten. Petra Bahr war lange Kulturbeauftragte des Rates der EKD, zuletzt Leiterin der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der evangelisch-lutherische Sprengel Hannover ist die in 9 Kirchenkreise gegliederte Kirchenregion in und um die Landeshauptstadt Hannover mit rund 510.000 Kirchenmitgliedern.