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Windkraft: Fotosimulationen nicht aussagekräftig?

Simulation Windräder (250m) in Redderse

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Gehrden.

Offener Brief der Bürgerinitiative Gegenwind Deistervorland an Bürgermeister Cord Mittendorf:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mittendorf,

mit diesem öffentlichen Brief wenden wir uns an Sie, die Mitglieder des Ausschusses Bau- und Städteplanung in Gehrden. Anlass hierfür ist die unter Tagesordnungspunkt 8 der Sitzung vom 1. Dezember zusammen mit der Beschlussvorlage genannte Fotosimulation (Anl. 9) bezüglich der 38. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Gehrden (Windenergieanlagen), die gemeinsam mit der Gemeinde Wennigsen bei der Planungsgruppe Umwelt (PU) beauftragt wurde.

In der Beschlussvorlage heißt es, die Ergebnisse der Fotosimulation und deren Bewertung würden in das weitere Aufstellungsverfahren einfließen. Unserer fachlich begründeten Auffassung nach, sind die Ergebnisse der von der PU erstellten Fotosimulation als Grundlage für die weitere Beratung völlig ungeeignet, weil sie fachlich falsch oder bewusst manipulativ sind. Die mit einer Brennweite von 31mm und einem korrespondierenden Blickwinkel von 60° von PU aufgenommenen Bilder führen aufgrund des Weitwinkeleffektes zu einer Unterbewertung von Objekten im Mittel- und Hintergrund und zu einer Überbewertung des Vordergrundes. Konkret heißt das, dass die in der Simulation abgebildeten Windräder weiter entfernt und kleiner erscheinen, als sie es in der Realität täten. Richtig bzw. fachlich zwingend erforderlich gewesen wäre die Verwendung eine Normalbrennweite von 50mm mit einem Blickwinkel von 39,6° womit die Sehgewohnheit und Raumwahrnehmung des menschlichen Auges am realistischsten abgebildet werden. Für eine objektive Darstellung von baulichen Eingriffen in die Landschaft ist die Verwendung einer Normalbrennweite von 50mm unerlässlich. Die Wahl der Fotoeinstellungen der Planungsgruppe Umwelt lassen entweder auf eklatant mangelnden Sachverstand oder auf einen bewussten Verstoß gegen elementare Regeln der Fotografie zur manipulativen Darstellung der Windräder zu deren „Verniedlichung“ schließen. In jedem Fall lässt die gewählte Vorgehensweise erhebliche Zweifel an der fachlichen Kompetenz und Zuverlässigkeit der Planungsgruppe Umwelt aufkommen. Bevor die Ergebnisse der Fotosimulation der Planungsgruppe Umwelt als Grundlage einer Entscheidung genutzt werden, erwarten wir als Bürgerinnen und Bürger, dass diese vollständig entsprechend sachlich korrekter fototechnischer Regeln überarbeitet wird. Dabei muss zunächst auch eine genaue Beschreibung des Zweckes und der Methodik für die Erstellung der Fotosimulation unter Einbeziehung von Landschaftsplanern und Vermessungsfachleuten vorgenommen werden. Zudem ist den in der Fotosimulation gewählten Höhen der Windräder zusätzlich eine den Bürgern vertraute Höhe vergleichend hinzuzufügen. Dazu sollten die Windräder von Leveste (99m) herangezogen werden, da diese allen Bürgerinnen und Bürgern im Deistervorland präsent sind. Darüber hinaus sind in einem Foto alle betrachteten Windradhöhen zusammenfassend zu vergleichen. Schlussendlich ist bei der Wahl der Standorte darauf zu achten, dass auf den Fotos keine Blickverstellung mehr durch hohe Sträucher und Bäume erfolgt – diese sind in der Realität nämlich in den seltensten Fällen tatsächlich blickverstellend vorhanden. Mit freundlichen Grüßen Bürgerinitiative Gegenwind Deistervorland

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