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Keine Angst vor Gelenkersatz im Knie

Dr. med. Jens Uffmann ist Chefarzt der Klinik fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie im KRH Klinikum Robert-Koch Gehrden.

Gesundheit / Generation Gold.

Anfangs zwickt das Knie nur beim Sport, dann macht es sich beim Stehempfang bemerkbar, schließlich meldet sich der Schmerz sogar beim Sitzen am Konferenztisch. Grund fĂŒr die nagenden Schmerzen ist oft eine fortschreitende Arthrose. Und je mehr die sich in den schĂŒtzenden Knorpel frisst, desto heftiger sticht der Schmerz ins Gelenk. Mal messerscharf, mal dumpf und pochend – bis irgendwann schon wenige Schritte zur Qual werden. Aber keine Angst, Sie sind schneller wieder auf den Beinen als Sie denken.

Wann genau sollte ich mich operieren lassen?

Dr. Uffmann: "Jeder Mensch empfindet einen ganz eigenen Leidensdruck. Wenn dieser Leidensdruck den Respekt vor der OP ĂŒberschreitet und wenn klar ist, dass die SchĂ€den im Knie irreversibel sind und die konservative Schmerztherapie keinen Erfolg mehr verspricht, dann sollte man sich operieren lassen. Also, wenn Sie zum Beispiel keinen Sport mehr treiben können oder selbst kurze Wegstrecken zur Qual werden. Wenn die Kniegelenke auch bei Ruhe schmerzen, können Sie vielleicht nicht mehr schlafen und das beeintrĂ€chtigt Ihre LebensqualitĂ€t erheblich."

Wie wird operiert?

Dr. Uffmann: "Der Patient bekommt eine Vollnarkose oder eine RĂŒckenmarksnarkose, der Eingriff dauert etwa 60 Minuten. ZunĂ€chst setzt der Arzt einen Hautschnitt. Dessen LĂ€nge hĂ€ngt von der Statur des Patienten ab und der Frage, ob nur ein Teil des Knies oder die komplette GelenkoberflĂ€che ersetzt werden muss. Die beschĂ€digte GelenkoberflĂ€che wird entfernt und durch Implantate ersetzt. Diese bestehen in der Regel aus Metalllegierungen wie beispielsweise Titan, fĂŒr die GleitflĂ€che wird meistens hochstabiler Kunststoff verwendet. Der Bandapparat des Kniegelenkes bleibt soweit notwendig erhalten. Bei hochgradigen SchĂ€den der KniebĂ€nder werden spezielle Knieprothesen zur GewĂ€hrleistung der StabilitĂ€t verwendet. Der durchschnittliche Klinikaufenthalt betrĂ€gt zwischen sieben und zehn Tagen."

Was kann ich tun, damit ich möglichst schnell wieder im Unternehmen arbeiten kann?

Dr. Uffmann: "Sie können sich zum Beispiel auf die OP vorbereiten mit regelmĂ€ĂŸiger Gymnastik und KraftĂŒbungen fĂŒr die Beinmuskulatur. So werden Sie nach dem Eingriff schneller wieder fit. Nach der Operation schließt sich in der Regel ein Aufenthalt von drei Wochen in einer Rehaklinik an oder eine ambulante Rehabilitationsbehandlung. Bis zur zehnten Woche sollten Sie danach regelmĂ€ĂŸig zur Physiotherapie gehen und auch zu Hause trainieren. Je disziplinierter Sie sind, desto schneller sind Sie wieder auf den Beinen. Sie mĂŒssen aber damit rechnen, dass Sie etwa sechs bis zwölf Wochen brauchen bis Sie vermutlich sogar besser laufen können als vorher. Nach drei Monaten dĂŒrfen Sie langsam wieder mit Sport beginnen. Sie sollten etwa einmal im Jahr nach der Operation zu Nachuntersuchungen gehen."