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Schotter & Co. sind No-Go

Negativbeispiel

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Hemmingen/Region.

Natur-, Klima- und Artenschutz wird mittlerweile von einem Großteil der Bevölkerung als wichtig angesehen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumangebote z. B. für Insekten finden allgemeine Zustimmung. Viele Hemminger Bürger erfreuen sich an der Blütenpracht von Kräutern und Stauden in den Blühstreifen auf den öffentlichen Flächen mit den dort umherflatternden Schmetterlingen, summenden Bienen und Nahrung suchenden Vögeln.

Aber auch der eigene Garten bietet viel Raum dafür. Leider ist zu beobachten, dass zunehmend insbesondere Vorgartenflächen als Pflaster-, Schotter-, Kies- und Splittflächen hergestellt oder umgestaltet werden. Diese Entwicklung, beruht sicherlich auf den verschiedensten Beweggründen, wie zum Beispiel dem ästhetischen Empfinden oder dem Interesse an (vermeintlich) pflegearmer Gestaltung oder ähnlichem. Jedoch sollten die kritischen Aspekte nicht unbeachtet bleiben wie hoher Ressourcenbedarf verbunden mit hohen Herstellungskosten, Zerstörung von Boden-funktionen (Wasserspeicherung, Bodenleben, Standort für Vegetation,…), statische – auf Unveränderlichkeit angelegte Gestaltung, Verlust von Lebensraum für Pflanzen und Tiere, negative Auswirkungen auf das Kleinklima (Aufheizung im Sommer), steigender Pflegeaufwand bei Laubeintrag, Moos-, Flechtenwachstum, Besiedlung mit Gräsern/ Pflanzen mit flugfähigen Samen.

Im Ergebnis werden durch diese Versiegelung von Böden in der Summe erhebliche Flächen dem Naturhaushalt mit ihren Funktionen für Klima, Boden, Grundwasser und als Lebensraum für Flora und Fauna entzogen, was nicht nur ökologisch problematisch ist, sondern unter Umständen auch rechtlich zu beachten ist. So ist beispielsweise in der Niedersächsischen Bauordnung festgelegt, dass unbebaute Grundstücksflächen Grünflächen sein müssen (NBauO §9 Abs.2). Auch vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels und des stetigen Artenschwunds, ist die Summe der Einzelmaßnahmen bedeutend. Jede vorhandene naturnahe Gartenfläche, jede Entsieglung und Neuanlage von naturnahen Vegetationsflächen ist ein positiver Beitrag für das Kleinklima sowie den örtlichen Wasserhaushalt. Zudem werden dadurch Teil- bzw. Trittsteinlebensraum im besiedelten Bereich erhalten und geschaffen.

Umfangreiche Tipps und Informationen zur Anlage schöner, bunter, naturnaher Gärten, die viel Freude und wenig Arbeit machen, sind in der aktuellen Broschüre „Naturnahe Hausgärten- lebendige Alternative zu Schotter und Kies“ der Region Hannover zu finden.

Das Informationsheft mit vielen Hintergrundinformationen und praktischen Beispielen liegt im Rathaus der Stadt Hemmingen aus und kann von der Homepage der Region Hannover heruntergeladen werden. www.hannover.de/content/download/823586/20961862/file/20200512_Broschuere_Naturnahe+Hausgaerten.pdf

Weitere Informationen sind ebenfalls auf der Homepage der Stadt Hemmingen zu finden: www.stadthemmingen.de/natur-entdecken/natur-und-umweltschutz/