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Morgens im Freibad Bennigsen: Drei über 90-jährige schwimmen ihre Bahnen

„Im Wasser geht alles leichter“, so Gerda Fabig, Hannelore Fertig, Harald Simonsen und die Vorsitzende der Gemeinnützigen Bäder-GmbH Bennigsen, Martina Riemer (von links).

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Bennigsen.

Hannelore Fertig, Gerda Fabig und Harald Simonsen haben einiges gemeinsam: alle drei sind über 90 Jahre jung, wohnen seit Jahren in Bennigsen und schwimmen für ihr Leben gern.

Es ist morgens um kurz nach 7 Uhr. Das Wetter ist leicht bewölkt und die Luft noch etwas frisch, aber Gerda Fabig aus Bennigsen ist schon im Wasser. Fleißig schwimmt die 90-Jährige im Becken hin und her. Nahezu täglich, auch wenn das Wetter mal nicht so schön ist, kommt sie ins Freibad Bennigsen. Und das seit über 60 Jahren, also seit Eröffnung des Bades im Jahre 1953.

Das Frühschwimmen im Bennigser Freibad ist sehr beliebt. Zumeist sind es Rentner, nur wenige Berufstätige bringen vor Arbeitsbeginn ihren Kreislauf so richtig auf Touren. Zu den zahlreichen Stammgästen zählen auch der 90-jährige Harald Simonsen und die 95-jährige Hannelore Fertig. Unter den morgendlichen Badegästen herrscht eine lockere und freundliche Atmosphäre. Man kennt sich schon lange und duzt sich untereinander. Das gemeinsame Schwimmen verbindet. Bei Geburtstagen gibt es sogar ein Ständchen am Wasser.

Hannelore Fertig zog mit ihrem Mann schon vor Jahren aus nur einem Grund nach Bennigsen: des Freibades wegen. Nie haben die beiden es bereut und noch heute dreht die 95-jährige ihre Runden, mit Unterstützung der Nichte. Harald Simonsen, geboren in Norwegen und jetzt deutscher Staatsbürger, blieb nach seinem Studium in Deutschland und lernte später seine jetzige Frau kennen. Beide zogen von Lüdersen nach Bennigsen, um hier ihren Traum auszuleben.

Martina Riemer von der Gemeinnützigen Bäder-GmbH Bennigsen freut sich über so viel Engagement. Hier im Bad werden wahre Begebenheiten aus den früheren Jahren zu Geschichten und weitergegeben. So verkauften die Bennigser nach 1950 Bausteine, um damit 1953 das Freibad zu verwirklichen.

Heute erwärmt, Sonne vorausgesetzt, eine Solaranlage auf den Dächern das Wasser. Für 35.000 Euro wurde sie vor Jahren erworben und in Eigenarbeit installiert. Doch ein großes Problem erschütterte vor Tagen die Bürger aus nah und fern. Aus der Folie am Beckenboden hat sich der Weichmacher nach 20 Jahren gelöst. Nun muss eine neue her und die kostet gut 100.000 Euro. Martina Riemer: „Wenn die Stadt Springe uns nicht hilft, müssen wir das Bad schließen.“

So groß die Treue der drei Schwimmer auch ist - aus finanziellen Gründen ist die Zukunft des Freibades Bennigsen ungewiss. Es wäre für alle ein Stich ins Herz, wenn das Freibad Bennigsen seine Tore schließen müsste.