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Der Pflege-Pauschbetrag: Wer anderen hilft, kann Steuern sparen

Quelle: VLH

Gesundheit / Generation Gold.

Jeder, der als Privatperson einen hilflosen oder schwerstpflegebed√ľrftigen Angeh√∂rigen beziehungsweise nahe stehenden Menschen pflegt, √ľbernimmt eine wichtige Aufgabe, die auch Kosten verursacht. Diesen Einsatz w√ľrdigt der Fiskus. So kann die pflegende Person unter Umst√§nden bei der Einkommensteuererkl√§rung den Pflege-Pauschbetrag in Anspruch nehmen - und zwar im Rahmen der au√üergew√∂hnlichen Belastungen. Wie das funktioniert, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH).

924 Euro pro Jahr: So hoch ist der sogenannte Pflege-Pauschbetrag. Damit sollen laut VLH-Steuerexperten die laufenden Ausgaben des Pflegenden aufgefangen werden, die man oft nur schwer nachweisen kann. Das k√∂nnen zum Beispiel Fahrt- oder Telefonkosten sein, aber auch Aufwendungen f√ľr eine spezielle Pflegebekleidung oder f√ľr Reinigung und W√§sche. Sollten die Ausgaben der pflegenden Person h√∂her als 924 Euro pro Jahr sein, so kann sie auf den Pflege-Pauschbetrag verzichten und die tats√§chlich anfallenden Kosten als au√üergew√∂hnliche Belastung geltend machen. Aber Achtung: In diesem Fall m√ľssen alle Ausgaben belegt werden. Au√üerdem lohnt sich dieses Vorgehen nach Angaben der VLH-Profis nur, wenn die au√üergew√∂hnlichen Belastungen insgesamt die sogenannte zumutbare Eigenbelastung √ľberschreiten, die der Fiskus f√ľr jeden Einzelnen anhand von dessen Einkommen, Familienstand und Kinderanzahl berechnet. Bei der Gew√§hrung des Pflege-Pauschbetrags zieht der Fiskus hingegen keine zumutbare Eigenbelastung ab.

Der Pflege-Pauschbetrag: Diese Voraussetzungen sind zu beachten

Wer auf den Pflege-Pauschbetrag setzt, muss eine Reihe von Voraussetzungen erf√ľllen, damit dieser gew√§hrt wird:

- Das nachvollziehbare enge Verh√§ltnis zwischen dem Pflegenden und der Person, die gepflegt wird, ist laut VLH-Experten besonders wichtig: Es muss sich also um Angeh√∂rige handeln beziehungsweise um Menschen, die sich sehr nahe stehen. Dabei kann das Spektrum von den Gro√üeltern, Eltern oder Geschwistern √ľber Onkel und Tanten bis hin zu den Schwiegereltern reichen.

- Der Mensch, der die pers√∂nliche Unterst√ľtzung erh√§lt, muss hilflos sein. Unter welchen Umst√§nden die Hilflosigkeit anerkannt wird, ist gesetzlich n√§her geregelt. So kommt es vor allem darauf an, dass die betreffende Person

- wie es hei√üt - "f√ľr eine Reihe von h√§ufig und regelm√§√üig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer pers√∂nlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf". Die Hilflosigkeit muss den VLH-Fachleuten zufolge nachgewiesen werden: zum Beispiel durch eine entsprechende Bescheinigung, durch das Merkzeichen "H" im Behindertenausweis oder durch die Eingruppierung des Betroffenen in den Pflegegrad 4 oder 5.

- Der Pflegende muss selbst pflegen. Er darf zwar laut VLH-Profis zur Hilfe und Unterst√ľtzung tempor√§r einen ambulanten Pflegedienst oder eine √§hnliche Organisation hinzuziehen, sein pers√∂nlicher Anteil an der Pflegeleistung muss aber mindestens zehn Prozent ausmachen.

- Der Pflegende darf f√ľr die Pflegeleistungen keine Bezahlung im Sinne einer Verg√ľtung oder Aufwandsentsch√§digung bekommen. Was passiert aber, wenn die hilflose Person das Pflegegeld aus der gesetzlichen oder einer privaten Pflegeversicherung an den Pflegenden weitergibt? Dann ist fallweise zu entscheiden: Verwaltet der Pflegende das Geld lediglich, um es ausschlie√ülich f√ľr den Pflegebed√ľrftigen zu verwenden (etwa f√ľr einen ambulanten Pflegedienst oder den Kauf eines Spezialbetts), so hat die Pflegegeld-Weitergabe keine Auswirkungen auf die Gew√§hrung des Pflege-Pauschbetrags. In diesem Fall muss man dem Finanzamt allerdings die Verwendung des Geldes genau nachweisen, dabei ist laut VLH-Experten die Einrichtung eines separaten Kontos hilfreich. Wird das Pflegegeld hingegen tats√§chlich als eine Art Verg√ľtung oder Aufwandsentsch√§digung an den Pflegenden weitergereicht, so ist es zwar zun√§chst steuerfrei, daf√ľr entf√§llt aber der Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag. Ein Sonderfall tritt ein, wenn Eltern eines pflegebed√ľrftigen Kindes Pflegegeld erhalten: Dieses Geld gilt grunds√§tzlich nicht als Bezahlung - egal, wie es verwendet wird.

- Die Pflege soll im gewohnten h√§uslichen Umfeld des Pflegebed√ľrftigen stattfinden - eine Regelung, die einen gewissen Interpretationsspielraum er√∂ffnet. Nach Angaben der VLH-Fachleute gibt es keine Schwierigkeiten, wenn der hilflose Mensch bei sich zu Hause oder in der Wohnung des Pflegenden betreut wird. Doch selbst wenn der Betroffene in einem Heim lebt und die helfende Privatperson mindestens zehn Prozent der Pflege pers√∂nlich √ľbernimmt, kann der Pflege-Pauschbetrag unter Umst√§nden gew√§hrt werden. Dabei muss aber der individuelle Fall genau beachtet werden. So verlangt das Finanzamt zum Beispiel einen glaubhaften Beleg daf√ľr, dass die Privatperson den geforderten Mindestanteil an der Pflege auch wirklich erbringt. In diesem Zusammenhang kann laut VLH-Experten ein entsprechender Nachweis des Heims oder der sonstigen Pflegeinstitution helfen.

Diese Regeln gelten bei der Gewährung des Pflege-Pauschbetrags

Ber√ľcksichtigt der Fiskus den Pflege-Pauschbetrag, so gelten folgende Regeln:

- Der Pflege-Pauschbetrag wird den VLH-Profis zufolge auch dann in voller H√∂he gew√§hrt, wenn sich die Pfleget√§tigkeit nicht √ľber das ganze Jahr erstreckt.

- Der Fiskus ber√ľcksichtigt den Pflege-Pauschbetrag auch mehrfach, wenn eine Privatperson mehrere Angeh√∂rige - etwa Mutter und Vater - pflegt und die genannten Bedingungen jeweils gegeben sind. F√ľr die Pflege der Eltern w√§ren das zum Beispiel 2 x 924 Euro = 1.848 Euro.

- Teilen sich mehrere Privatpersonen - etwa Geschwister - die Pflege eines Angeh√∂rigen und werden dabei die erw√§hnten Voraussetzungen erf√ľllt, dann wird der Pflege-Pauschbetrag laut VLH-Experten gleichm√§√üig unter den pflegenden Personen aufgeteilt.