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Waldbesitzer begrüßen Initiative von CDU und SPD

Region.

Angesichts künftig drohender Vegetationsschäden und Katastrophenlagen durch den Klimawandel ergreifen SPD- und CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag eine Initiative zum Schutz der niedersächsischen Forsten und Privatwälder. „Die Waldeigentümer leisten im Rahmen der nachhaltigen Bewirtschaftung einen wertvollen Beitrag zur CO2-Speicherung ebenso wie zur biologischen Vielfalt und zum Artenschutz in Niedersachsen. Der Aufbau klimastabiler Wälder wird daher in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung, die nicht mal eben abgearbeitet werden kann“, betonen die Forstpolitiker von SPD und CDU, Karl Heinz Hausmann und Helmut Dammann-Tamke.

Nach Abschluss einer Experten-Anhörung im Landtag haben beide Fraktionen nun einen 17 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog vorgelegt. Dieser sieht unter anderem die Aufforstung durch klimatolerante Laub- und Nadelbäume, personelle wie finanzielle Hilfen für Privatwaldbesitzer und eine Offensive für den klimafreundlichen Holzbau vor. Ein verwaltungsübergreifender Krisenstab auf Landesebene soll etabliert und Sofortmaßnahmen im Katastrophenfall wie beispielweise einem flächendeckenden Waldbrand ergreifen können.

„Die niedersächsischen Wälder sind die grüne Lunge unseres Bundeslandes. Anhaltende Hitze, Borkenkäferbefall oder wie jüngst bemerkbar auch Stürme und Orkane unterziehen unsere Wälder einem Stresstest“, erklärt der forstpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hausmann. „Der Wald stellt für unsere Gesellschaft ein vielfältiges Ökosystem dar und ist dabei unter den Aspekten der Luftreinhaltung, des Klimaschutzes und auch der Naherholung unerlässlich. Die derzeitige Situation des Waldes und die eingeschränkten Möglichkeiten der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer machen es notwendig, hier schnelle und möglichst unbürokratische Hilfe seitens des Landes zu leisten, um die Waldschäden zu beseitigen.“

„Das Tableau der der zukünftigen Hauptbaumarten wird sich angesichts des Wasserbedarfs von Buche und Rotfichte hin zu Eiche, Douglasie und Küstentanne entwickeln müssen“, sagt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Dammann-Tamke. Mit Blick auf die noch immer vorhandenen großflächigen Schäden durch Sturm und Borkenkäfer benötigten die Eigentümer zügig personelle und finanzielle Unterstützung: „In einer derartigen Situation, in der schnell gehandelt werden muss, sind die Förster und Privatwaldbesitzer auf Hilfen angewiesen. Mit qualifiziertem Personal wollen wir eine forstfachliche Beratung und Betreuung sicherstellen, um nach der Schadholzräumung mit der notwendigen Aufforstung durch klimastabile Baumarten beginnen zu können“, so der CDU-Forstexperte abschließend.

Auf Zustimmung stößt die Initiative bei Ralf Schickhaus, Forst-Betriebsleiter der Freiherr Knigge´schen Miteigentümergemeinschaft: "Die gemeinsame Erklärung von CDU und SPD begrüßen wir. Es ist dringend erforderlich, dass nun den politischen Entscheidungen  konkrete Förderungen der Forstbetriebe und der Waldeigentümer folgen. Zur Zeit steht fest, dass schon die Grundlagen einer Walderneuerung nicht erfüllt werden können, da kleinere Forstbetriebe schlichtweg kein Geld aus den Holzerträgen erzielen können, um damit eine Beförsterung, das Räumen der Flächen, die einer Pflanzung vorausgehenden und unbedingt erforderlichen Standortskartierung und den Ankauf und das Pflanzen von Baumarten, die zukunftsweisend die neue Waldgesellschaft bilden sollen, finanzieren geschweige denn vorfinanzieren können.

Ein großes Problem ist, dass Fördermittel für die Neubepflanzung an eine vorausgehende Standortskartierung gebunden sind. Dies ist plausibel, da nur durch eine Analyse der Wasser- und Nährstoffverhältnisse eine zukunftsweisende Auswahl der auch wirtschaftlich nutzbaren Baumarten für Zeiträume bis zu 200 Jahren getroffen werden kann. Dafür fehlt es aber zur Zeit an spezialisierten Fachleuten und auch an den Mitteln, um solche Kartierungen durchzuführen. Die Landwirtschaftskammer Hannover hat z.B. bereits jetzt die zur Verfügung stehenden Geldmittel für 2020 im Privatwald verplant und es sind nur Bruchteile der betroffenen Flächen dadurch abgedeckt.

Ein weiteres Problem ist die Versorgung mit dem richtigen Pflanzenmaterial. Niemand kann genau sagen, welche Genotypen zukünftig gebraucht werden. Und es ist weder genügend Saatgut vorhanden, noch gibt es zur Zeit ausreichend Baumschulen, die diese Pflanzen wirtschaftlich zur Zeit hier heranziehen könnten. Nicht zuletzt stehen einer Neubepflanzung die restriktiven Naturschutzregeln entgegen, die Pflanzengesellschaften schützen, die in der Vergangenheit als potentiell natürliche Vegetation angesehen wurden und denen zufolge wir in Zeiten, in denen es uns besser als heute ging und ökologische Werte einer Holzproduktion und den wirtschaftlichen Zielen der Waldbesitzer entgegenstanden, die Entwicklung der Wälder untergeordnet haben. Die allseits geforderten Buchenwälder erfüllen aber inzwischen wissenschaftlich belegt nicht überall die Voraussetzungen, um unseren Enkelkindern die Möglichkeit zu bieten, im Schatten alter Bäume den Wald erleben zu können und von ihm Nutzen zu ziehen. Es ist äußerst lobenswert, dass in der Erklärung der hohe Nutzen der Wälder bei der CO² Speicherung hervorgehoben wird. Leider ist in der Vergangenheit diese Tatsache, die ja in Fachkreisen unstrittig war, immer wieder unter den Teppich gekehrt worden.

Wenn wir darüber nachdenken, dass wir etwa 80 Mio. m³ Holz im Jahr in Deutschland verbrauchen - vorrangig Nadelholz und Produkte daraus -, so müssen wir jetzt sicherstellen, dass unser Holzhunger nicht zur Vernichtung der borealen Nadelwälder in Sibirien und Nordamerika führt, nur um hier ein ökologisch fragwürdiges „reines“ Gewissen zu produzieren. Die Aufgabe, die Wälder der Zukunft nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten neu zu begründen und vorhandene dahin zu pflegen, fordert die ganze Kraft der forstlichen Fachwelt. Sie muss unterstützt werden und sich nicht vorrangig mit Forderungen aus fachfremden anderen Berufsgruppen auseinandersetzen müssen. Das klare Bekenntnis von SPD und CDU zur Bewirtschaftung der Wälder im Auftrag nachkommender Generationen  in Niedersachsen erfüllt mich mit Dankbarkeit und Hoffnung. Lasst uns dieses Ziel nicht Zerreden."

 


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