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Aktionen gegen Palmöl im Tank

Foto: pixabay

Region.

Zum European Day of Action fanden am Montag in den Hauptstädten Berlin, Brüssel, Lissabon, Madrid, Paris und Rom öffentlichkeitswirksame Aktionen zum Schutz des Regenwaldes und seiner Bewohner vor den jeweiligen EU-Repräsentanzen statt. Vor der Vertretung der EU in Berlin rief die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zum Protest gegen die fortschreitende Zerstörung von biodiversitätsreichen Regenwald- und Torfgebieten durch die seit Jahren zunehmende Palmölproduktion auf. Die Ausweitung der Plantagen für Palmöl zerstört zugleich auch den Lebensraum vieler bedrohter Arten wie den des Orang-Utans. Im Fokus der Kritik steht dabei die Beimischung von Palmöl zum Biodiesel. Denn trotz eines Rückgangs des Einsatzes von Palmöl in Konsumgütern wie in Lebensmitteln und Kosmetika, steigt der Palmölverbrauch aufgrund von Biodiesel weiter an. Über die Hälfte des in die EU importierten Palmöls (51 Prozent) landet als sogenannter "grüner Kraftstoff" im Biodiesel - ursprünglich mit dem Ziel, die CO2-Bilanz fossilen Dieselkraftstoffs durch die Beimischung nachwachsender Pflanzenöle zu verringern. Aufgrund der mit dem Anbau von Ölpalmen zur Gewinnung von Palmöl verbundenen Abholzung ist Biodiesel mit Palmöl allerdings dreimal schädlicher für das Klima als herkömmlicher Diesel. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisiert, dass die Erneuerbare-Energien-Richtlinie seit 2009 die Verwendung von Nahrungspflanzen wie der Ölpalme zur Herstellung von Biokraftstoffen fördert: "Palmöl ist ein wertvolles Lebensmittel und gehört nicht in den Tank. Dort, wo Palmöl weiterhin als Lebensmittel verwendet wird, brauchen wir eine anspruchsvolle Zertifizierung und strenge Kriterien. Im Kraftstoff unserer Autos sind Lebensmittel jedoch widersinnig. Die Beimischung von Palmöl in den Biodiesel muss sofort beendet werden. Palmöl im Tank schützt unser Klima nicht. Im Gegenteil." Der Ausstieg aus der Nutzung solch kritischer Agrarrohstoffe ist zum Greifen nah. Ein Beimischungsverbot hat die Europäische Kommission bereits im Mai 2018 in den Verhandlungen zur neuen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) beschlossen. Um es aber tatsächlich umzusetzen, müsste die EU-Kommission nun diese Entscheidung am 1. Februar 2019 noch rechtskräftig festsetzen. Eine kürzlich von IPSOS durchgeführte Umfrage ergab, dass 69 Prozent der Bevölkerung diese Entscheidung unterstützen. Mehr als 540.000 Europäer haben die Petitionen für ein Verbot der energetischen Nutzung von Palmöl unterzeichnet. Der Euopean Day of Action ist der Höhepunkt der dreimonatigen internationalen Kampagne, bei der neben der DUH zwölf weitere Organisationen beteiligt sind. Zwei Monate lang haben Aktivisten in Orang-Utan-Kostümen in ganz Europa die Menschen auf der Straße zum Thema Palmöl im Tank aufgeklärt. Die Aktionen am 21. Januar, sollten noch einmal den Druck auf die EU-Kommission verstärken. Die DUH stellte um 13 Uhr vor der EU-Vertretung Unter den Linden die Ausbeutung der artenreichen Regenwälder und ihrer Bewohner anhand der "Beerdigung" eines Orang-Utans symbolisch dar. An der Trauerfeier haben sich zahlreiche Unterstützer und Passanten beteiligt und forderten "Regenwald raus aus dem Tank."


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