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Land will den Ausbau der Windenergie wieder auf Kurs bringen

Region.

Der NiedersĂ€chsische Windenergieerlass soll fortgeschrieben und der Entwurf zur Verbandsbeteiligung freigegeben werden. Das hat die NiedersĂ€chsische Landesregierung im  Juli beschlossen. „Wir mĂŒssen schneller beim Ausbau der Windenergie werden, um die Klimaziele zu erreichen. Der Erlass garantiert die dafĂŒr notwendige Rechts- und Planungssicherheit", so Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies. „Windenergie ist in meinen Augen ein ganz entscheidender Baustein, damit die Energiewende gelingt und wir unsere gesteckten Klimaziele erreichen."

 

In Niedersachsen erzeugt die Windenergie an Land bereits mehr als elf Gigawatt Leistung. „Allerdings ist der Ausbau vor fast zwei Jahren gehörig ins Stocken geraten, weil der Bund zu viele Stolpersteine nicht aus dem Weg gerĂ€umt hat", so Lies. „Das ist Gift fĂŒr die Klimaziele und bringt Tausende ArbeitsplĂ€tze in Gefahr - nicht nur bei uns in Niedersachsen. Ich habe im Bund erfolgreich dafĂŒr gekĂ€mpft, dass der Ausbau der Onshore-Windenergie wieder Tempo aufnimmt und vor allem bĂŒrokratische HĂŒrden endlich wieder fallen." Auch der Anfang Juli vom Bund gesetzlich beschlossene Kohleausstieg und das damit verbundene Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2030 auf mindestens 65 Prozent zu erhöhen, „lĂ€sst hoffen, dass wir jetzt endlich auf dem richtigen Weg sind, die Energiewende konsequent einzuleiten und umzusetzen. Als Land Niedersachsen werden wir unseren Beitrag dazu leisten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen setzen", so der Umwelt- und Energieminister.

"Einen wichtigen Beitrag zum zĂŒgigen Ausbau haben aber auch die Einigungen auf Bundesebene gebracht, fĂŒr die wir uns in den letzten Monaten stark gemacht haben. Es gibt keine pauschalen 1.000 Meter-Abstandsregeln, sondern die gesetzlichen Regelungen vor allem fĂŒr den LĂ€rmschutz greifen weiterhin", so Lies. „Die lĂ€ndlichen Regionen mĂŒssen vom Ausbau der Windenergie profitieren. Die geplante Beteiligung mit 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde ist ein kluger erster Schritt. Es muss aber auch wieder der Weg fĂŒr eine bessere direkte BĂŒrgerbeteiligung - zum Beispiel ĂŒber BĂŒrgerwindparks - eröffnet werden."

Eine wichtige Rolle kommt dabei dem niedersĂ€chsischen Windenergieerlass zu, der im Februar 2016 in Kraft getreten ist und jetzt fortgeschrieben werden soll. „Er soll Verfahren vereinfachen und beschleunigen", so Lies. Der jetzt vorliegende Entwurf greift unter anderem wesentliche Inhalte der AbschlusserklĂ€rung des „Runden Tisches zur Zukunft der Windenergie in Niedersachsen" auf. Dazu zĂ€hlen insbesondere das Vorziehen des Landesziels von 20 Gigawatt Windenergie an Land auf 2030. ErgĂ€nzt wird der Erlass um das Ziel, dass dann weitere FlĂ€chen und damit insgesamt 2,1 Prozent statt den bisherigen 1,4 Prozent der LandesflĂ€che fĂŒr den Ausbau der Windenergie zur VerfĂŒgung stehen sollen. DarĂŒber hinaus wird die politische Einigung des Runden Tisches zur behutsamen Ermöglichung von Windenergie im Wald im Erlassentwurf dargestellt. „Die notwendige Anpassung der Regelungen im Landesraumordnungsprogramm muss jetzt ebenfalls zĂŒgig erfolgen", so Lies.

„Mit dem Kabinettsbeschluss im Juli wurde der Weg frei, um die VerbĂ€nde zu beteiligen", so der Umweltminister. „Das ist ein wichtiger Schritt, damit am Ende der Ausbau der Windenergie an Land von einem breiten Fundament getragen wird", so Lies. Ein großer Kreis unterschiedlicher VerbĂ€nde hat in den nĂ€chsten Wochen Gelegenheit, eine Stellungnahme zum Entwurf abzugeben. „Klar ist allerdings, dass am Ende ein beschleunigter und konsequenter Ausbau der Windenergie an Land stehen muss." so Lies. Die Frist lĂ€uft am 21. August ab.


Kommentare

Comments (1)

  • karl_heinz_iwannek
    at 15.08.2020
    Nachdem Minister Lies im letzten Jahr ein Angebot vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, einem mĂ€chtigen Lobbyverband, abgelehnt hat macht er trotzdem weiter fleißig Lobbyarbeit fĂŒr die Windenergiebranche.
    Fehlerhaft ist folgender Satz: "In Niedersachsen erzeugt die Windenergie an Land bereits mehr als elf Gigawatt Leistung."
    WindrĂ€der erzeugen nur selten die installierte Leistung. Das was erzeugt wird nennt man in der Physik Arbeit und die wird in Wattstunden (Wh) ausgedrĂŒckt. Die Auslastung, bzw. die erbrachte Leistung, liegt an Land bei unter 20%. Das ist der Grund warum fĂŒr eine gesicherte Stromversorgung die gleiche Leistung in Form von konventionellen Schattenkraftwerken vorgehalten werden muss.
    Genau das ist der Grund warum die Akzeptanz dieser Energiewandler, zusammen mit Schattenschlag, Discoeffekt und Infraschall so schlecht ist.
    Wir schauen in 1100 Metern Entfernung auf 11 WindrĂ€der und sehen auch wie oft sie stehen. Wenn sie dann zusammen mit der Photovoltaik zu viel produzieren werden sie sogar abgeschaltet, auch das ist hĂ€ufig zu beobachten. Die volatilen Energiewandler auszubauen ohne den Überschussstrom fĂŒr die Zeiten des Stillstandes zu nutzen macht zurzeit ĂŒberhaupt keinen Sinn. Energiegroßspeicher im ausreichenden Maße sind aber nicht vorhanden, weil viel zu teuer.
    Vor diesem Hintergrund, der von den Nachteilen betroffenen Landbevölkerung, auch noch geringere Abstandsregeln zuzumuten ist eine Dreistigkeit die nur einem Politiker einfallen kann welcher der Industrie nĂ€her steht als den BĂŒrgern.

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