Anzeige

Corona kostet die Stadt fast 4 Millionen Euro

Barsinghausen

Anzeige

Die Stadt Barsinghausen bekommt die Folgen der Corona-Pandemie auch unter Haushaltsgesichtspunkten voll zu spĂŒren: War das stĂ€dtische Amt fĂŒr Finanzen vor einigen Monaten fĂŒr 2021 noch von einem ordentlichen Fehlbetrag von knapp 414.000 Euro ausgegangen, stellt sich die Situation mittlerweile wesentlich dramatischer dar.

Der jetzt von BĂŒrgermeister Henning SchĂŒnhof auf den Weg gebrachte zweite Nachtragshaushaltsplan fĂŒr das laufende Jahr weist einen Fehlbetrag von 3,8 Millionen Euro aus. Die direkten Belastungen durch die Corona-Pandemie und ihre unmittelbaren Auswirkungen werden darin auf fast 4,78 Millionen Euro beziffert. „NatĂŒrlich ist es unter Haushaltsgesichtspunkten kein schöner Start in das Amt des BĂŒrgermeisters“, betont Henning SchĂŒnhof. Zuversichtlich stimmen ihn allerdings die BemĂŒhungen der Verwaltung, die Folgen der Corona-Krise so gering wie möglich zu halten. „Dank der Anstrengungen der Kolleginnen und Kollegen haben wir es geschafft, dass der Fehlbetrag bei knapp 3,8 Millionen Euro liegt. Ohne diesen Einsatz wĂ€re das Defizit weitaus grĂ¶ĂŸer ausgefallen.“

Angesichts dieser Zahlen zeige sich, dass die Stadt in den vergangenen Jahren mit ihrem zurĂŒckhaltenden Finanzgebaren sehr viel richtiggemacht hat. „Politik und Verwaltung haben es geschafft, dass wir in dieser Zeit hohe RĂŒcklagen bilden konnten“, ergĂ€nzt Stabsleiter Stefan MĂŒller. Dies sei umso wichtiger gewesen, da auch fĂŒr die kommenden Jahre keine grundlegende Verbesserung der Haushaltslage zu erwarten sei. „Die finanziellen Folgen werden uns noch lange begleiten und die kommenden HaushaltsplĂ€ne prĂ€gen“, ist sich der Stabsleiter sicher.

Insbesondere der zu erwartende RĂŒckgang bei den ordentlichen ErtrĂ€gen von 73,43 Millionen Euro auf 69,48 Millionen Euro reißt dem BĂŒrgermeister zufolge ein großes Loch in das Zahlenwerk. Zwar rechnen die Haushaltsplaner im Rathaus auch bei den ordentlichen Aufwendungen mit Einsparungen. Dieses Minus fĂ€llt mit knapp 540.000 Euro aber deutlich geringer aus als bei den ordentlichen ErtrĂ€gen.

Hauptgrund fĂŒr diese negative Haushaltsentwicklung ist demnach der grĂ¶ĂŸtenteils pandemiebedingte RĂŒckgang der sogenannten ordentlichen ErtrĂ€ge. Dazu gehören unter anderem die Zahlungen aus den unterschiedlichen Steuern. Allein bei der Gewerbesteuer erwartet die Stadtverwaltung ein Minus von rund 2,4 Millionen Euro im Vergleich zur vorangegangenen Planung. Mittlerweile rechnen Stefan Zeidler, der Leiter des Amtes fĂŒr Finanzen, und seine Kolleginnen und Kollegen nur noch mit ErtrĂ€gen in Höhe von 8,35 Millionen Euro, auch weil das Land seine 2020 gewĂ€hrten Ausgleichszahlungen in diesem Jahr allem Anschein nach nicht wieder leisten wird.

Ähnlich dramatisch ist der erwartete RĂŒckgang bei der VergnĂŒgungssteuer. Die ErtrĂ€ge aus dieser Abgabe werden sich nach den Berechnungen des Amtes fĂŒr Finanzen von 1,2 Millionen Euro auf knapp 600.000 Euro nahezu halbieren. Allerdings ist dies nicht allein auf die Folgen der Corona-Pandemie zurĂŒckzufĂŒhren, ein weiterer Grund ist nach Angaben von BĂŒrgermeister und Stabsleiter in den Änderungen des GlĂŒcksspielstaatsvertrages zu sehen. Aufgrund dessen sei fĂŒr die kommenden Jahre auch keine grundlegende Verbesserung bei diesen ErtrĂ€gen zu erwarten, betonen die beiden.

Auch beim veranschlagten Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer geht die Verwaltung von deutlich schlechteren Zahlen aus. Waren im ersten Nachtragshaushaltsplan ErtrĂ€gen in Höhe von 17,95 Millionen Euro ausgewiesen worden, sind im aktuellen Plan nur noch 16,45 Millionen Euro veranschlagt. Mit einem Wert von 12,97 Millionen Euro fallen die Erwartungen bei den SchlĂŒsselzuweisungen Ă€hnlich gedĂ€mpft aus, hatte der erste Nachtragshaushaltsplan noch rund 530.000 Euro mehr an ErtrĂ€gen ausgewiesen.

Positiv stellt sich lediglich die Entwicklung bei der Grundsteuer den Erwartungen zufolge dar. In diesem Bereich rechnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des stĂ€dtischen Amtes fĂŒr Finanzen mit einem Plus von 150.000 Euro gegenĂŒber der vorangegangenen Planung. Gleichwohl reicht dieser Anstieg nicht aus, um die EinbrĂŒche bei den anderen ErtrĂ€gen nur ansatzweise zu kompensieren.

Auch die erwartete Entlastung bei der Regionsumlage und anderen Aufwendungen reicht nach den Berechnungen von Amtsleiter Stefan Zeidler und seinen Mitarbeitern nicht dazu aus. Dem Zahlenwerk zufolge muss die Stadt Barsinghausen in diesem Jahr rund 1,55 Millionen Euro weniger an Umlage an die Region zahlen. Ursache dafĂŒr sind u.a. die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Gleichwohl machen diese Aufwendungen mit rund 16,05 Millionen Euro einen der grĂ¶ĂŸten Posten in diesem Bereich aus.

Mit Mehraufwendungen muss die Stadt bei der Bauunterhaltung rechnen. Dem aktuellen Plan zufolge werden im Bereich Schule fast 200.000 Euro fĂŒr diverse kleine Maßnahmen zusĂ€tzlich benötigt, wĂ€hrend es bei den KindertagesstĂ€tten knapp 145.000 Euro sind. Hier werden dringend nötige Schall- und Sonnenschutzmaßnahmen durchgefĂŒhrt, um eine gute ArbeitsatmosphĂ€re zu schaffen, betont BĂŒrgermeister Henning SchĂŒnhof. FĂŒr die Ausweitungen des mobilen Arbeitens und der VerstĂ€rkung der Hygienemaßnahmen fĂŒr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den zweiten Nachtragshaushaltsplan jeweils 60.000 Euro mehr eingestellt worden.

Als ein deutliches Warnsignal fĂŒr die zukĂŒnftige Haushaltslage bewertet BĂŒrgermeister Henning SchĂŒnhof auch, dass die Einzahlungen aus der laufenden VerwaltungstĂ€tigkeit nicht dazu ausreichen, um die Auszahlungen in diesem Bereich zu decken. Fast 225.000 Euro fehlen der Stadt, wodurch die langfristige Tilgung in diesem Jahr nicht aus eigenen Mitteln finanziert werden kann, sondern auf Fremdmitteln zurĂŒckgegriffen werden muss.

Anzeige
Anzeige

Kommentare

Comments (0)

No comments found!

Wenn Sie diesen Artikel kommentieren möchten oder auf einen Kommentar antworten möchten, melden Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten an.

Wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben, können Sie sich per Mail an kommentar@con-nect.de registrieren. Schreiben Sie in die Mail bitte Ihren Vor- und Zunamen, Ihre postalische Anschrift mit Straße, Postleitzahl und Ort sowie Ihr Geburtsjahr. Wir teilen Ihnen dann einen Benutzernamen und ein Passwort mit. Bitte haben Sie VerstĂ€ndnis, wenn dies nicht automatisiert binnen weniger Minuten erfolgt.

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Anmelden