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Basche erneuerbar auf Zukunfts-Tour: Klimaschutzprojekte im Calenberger Land aus nächster Nähe erlebt

Quelle: Basche erneuerbar.

Barsinghausen. Mit einer Fahrradtour zu wichtigen Infrastruktur- und Klimaschutzprojekten hat die Initiative „Basche erneuerbar“ am 6. Juni einen Blick hinter die Kulissen der kommunalen Daseinsvorsorge ermöglicht. Unter dem Motto „Kommune kann Klimaschutz“ informierten sich die Teilnehmer über innovative Energie- und Umweltprojekte in Barsinghausen und Nordgoltern.

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Rund ein Dutzend Interessierte machte sich unter der Leitung von Gerd Köhler von Basche erneuerbar und Wernhard Thielemann vom ADFC auf den Weg durch die Feldmark zum Wasserwerk in Eckerde.

Potenzial des Grubenwassers im Fokus

Am Wasserwerk wurden die Teilnehmer von Janina Binner, Klimaschutzmanagerin der Stadt Barsinghausen, und Benjamin Winkler, Wassermeister der Stadtwerke Barsinghausen, begrüßt.

Binner stellte das Potenzial der thermischen Nachnutzung des Grubenwassers aus Schacht IV vor. Grundlage ist eine Studie der Fraunhofer IEG. Demnach tritt das Wasser dort mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20,8 Grad Celsius und einer Fördermenge von 66 bis 83 Litern pro Sekunde ohne zusätzlichen Energieaufwand aus. Derzeit werde geprüft, ob sich die Nutzung für ein Nahwärmenetz wirtschaftlich umsetzen lässt.

Einblicke in die Trinkwasserversorgung

Anschließend führte Benjamin Winkler die Gruppe durch das Wasserwerk. Dort wird der Großteil des Barsinghäuser Trinkwassers gefördert. Rund 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser stammen jährlich aus sechs Brunnen. Weitere 500.000 Kubikmeter kommen aus den Deisterquellen, ergänzt durch kleinere Mengen Harzwasser.

Über ein mehr als 300 Kilometer langes Leitungsnetz werden jährlich mehr als 1,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zu rund 10.000 Anschlussstellen transportiert.

Ein zentrales Thema waren die Aktivkohlefilter zur Reinigung des PFAS-belasteten Grundwassers. Nachdem die Region Hannover Anfang 2025 erhöhte PFAS-Werte im Barsinghäuser Trinkwasser bekannt gegeben hatte, installierten die Stadtwerke eine technische Aufbereitungsanlage. Mithilfe von Aktivkohlefiltern werden die belastenden Stoffe aus dem Wasser entfernt, sodass anschließend keine PFAS mehr nachweisbar sind.

Klärwerk Nordgoltern setzt auf eigene Energieerzeugung

Nach einer kurzen Weiterfahrt stand das Klärwerk Nordgoltern auf dem Programm. Dort begrüßten Marcus Füssel, Leiter der Stadtentwässerung, und Heiko Bartling, Leiter des Klärwerks, die Besucher.

Das Gruppenklärwerk wurde 1976 in Betrieb genommen und mehrfach erweitert. Heute reinigt die Anlage jährlich rund 3,5 Millionen Kubikmeter Abwasser von etwa 34.000 Einwohnern sowie von Unternehmen aus 18 Ortsteilen.

Besonders beeindruckte die Teilnehmer die moderne Energieversorgung der Anlage. Seit 2022 produziert eine Schlammfaulungsanlage mit Blockheizkraftwerk rund die Hälfte des jährlichen Strombedarfs von etwa 1,6 Millionen Kilowattstunden direkt vor Ort. Weitere zehn Prozent werden durch eine Photovoltaikanlage mit 100 Kilowattpeak Leistung gedeckt.

Zum Einzugsgebiet gehören mehr als 200 Kilometer Schmutzwasserkanäle, 20 Kilometer Druckrohrleitungen und weitere 200 Kilometer Regenwasserkanäle. Sieben Pumpwerke und fünf kleinere Pumpstationen sorgen für den sicheren Transport des Abwassers.

Beeindruckende Einblicke in kommunalen Klimaschutz

Für viele Teilnehmer war es der erste Besuch in den kommunalen Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Entsprechend groß war das Interesse an den technischen Abläufen und den vorgestellten Klimaschutzmaßnahmen.

Die Organisatoren zogen ein positives Fazit. Die Teilnehmer seien mit vielen neuen Eindrücken und der Erkenntnis nach Hause gefahren, dass Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Bereits am Samstag, 13. Juni, steht die nächste Zukunftstour auf dem Programm. Unter dem Titel „Unter Höchstspannung“ geht es ab 11.15 Uhr vom Bahnhof Barsinghausen zu verschiedenen Energieprojekten rund um den Stemmer Berg, darunter das Umspannwerk Hannover-West, der Südlink sowie das Info-Zentrum Gut Dunau.

Anmeldungen sind per E-Mail an Bernd Greger unter greger.wennigsen@t-online.de möglich.

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