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Johanniter-Jugend trainiert: Retten wie die Großen

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Ihme-Roloven/ Ronnenberg .

Stockbrot am knisternden Lagerfeuer garen, die Kulisse des historischen Ritterguts Bettensen genießen und auf dem Feldbett in den Himmel schauen: Es klingt nach perfekten Sommerferien – und ist doch ein Übungscamp für junge Nachwuchsretter vom Ortsverband Deister der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Zwei Tage lang haben sich die Jugendleiterinnen Catharina Weißenborn und Saskia Kulhawy mit acht Jugendlichen auf dem Gutshof von Moritz von Münchhausen in Ihme-Roloven einquartiert. Vom Feldbett bis zur Einsatztasche für Sanitäter haben sie alles dabei. Von den benachbarten Weiden äugen Pferde neugierig auf das Gelände. Die Hofhunde streunen zur Decke im Gras, wo Kulhawy eben letzte Hand anlegt. Annabell bekommt eine „Verletzung“ ins Gesicht geschminkt.

Beide bereiten sich auf ein Fallbeispiel vor. Auf ein Unfallszenario also, das die anderen Kinder gleich bearbeiten werden. Sie haben bei der Johanniter-Jugend oft Erste-Hilfe-Einsätze trainiert und gelernt, wie Wunden oder Insektenstiche versorgt werden. In Kürze werden sie Annabell „finden“ und selbständig als Team die Erstversorgung vornehmen. Die Jugendleiterinnen haben das Material bereitgestellt; auswählen und anwenden sollen die Kinder es nun selbständig.

Haben sie an alles gedacht, an das Beruhigen eines verletzten Menschen, an die wärmende Rettungsdecke und denken sie rechtzeitig an den Notruf? „Mit diesem Camp wollen wir Erlerntes rund um Erste Hilfe wiederholen und testen“, sagt Weißenborn. Annabell und ihr Zwillingsbruder Pascal sind mit ihren 15 Jahren die Ältesten in der Jugendgruppe. „Sie sind eine Unterstützung und leiten einige Übungen selbst“, lobt Kulhawy.

Auch darum geht es: Der Nachwuchs soll vertraut werden mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, mit dem Gebrauch von Tragen und Tragetüchern – und mit der Zeit übernehmen Einzelne auch selbst Verantwortung. Viele bleiben der Hilfsgemeinschaft auch nach der Schulzeit treu, als Freiwilligendienstleistende oder als ausgebildete Rettungssanitäter beispielsweise.

Nicht von ungefähr hat das Trainingscamp auch viel mit Einsatzrealität zu tun. Jetzt, im Juli, übernehmen hunderte Johanniter beispielsweise den Sanitätsdienst bei einem der größten Konzertereignisse im Norden, dem Deichbrand-Festival bei Cuxhaven. Auch vom Ortsverband Deister sind freiwillige Helfer dabei. Ihre Freischichten verbringen die Einsatzkräfte auch auf Feldbetten in selbst aufgebauten Zelten.

Genau das probt auch die Ronnenberger Johanniter-Jugend: Sie verbringt eine Nacht in großen Zelten, die sie selbst errichtet. Sie bereitet Hot-Dogs für den Mittagssnack und gegrillte Steaks für das Abendbrot zu. „Es ist auch ein wenig Abenteuer; mit Regen, kompletter Selbstversorgung und viel Improvisation“, sagt Weißenborn. Das abendliche Lagerfeuer unter freiem Himmel und das leckere Stockbrot am Ende – sie sind der Lohn für einen anstrengenden Trainingstag.


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