Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Ordensritter feiern Gemeinschaft

Pascal Suhr von der Ronnenberger Johanniter-Jugend fĂĽhrt die Prozession der Gerhardsvesper an

Wennigsen.

Johanniter und Malteser begehen Gerhardsvesper in Klosterkirche. Letzten Samstag: Der Tag des Ordensgründers Bruder Gerhard ist der Tag der Ökumene für den protestantischen Johanniter- und den katholischen Malteserorden. Dutzende Ritter beider Ordensgemeinschaften aus der Region Hannover zogen in beeindruckender Prozession – begleitet von der Frauengemeinschaft Kloster Wennigsen sowie Vertretern des Deutschen Ordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem – gemeinsam in die Klosterkirche in Wennigsen ein. „Wir kommen aus unterschiedlichen Konfessionen, doch wir sind eins!“, betonte Wichard von Heyden, Rechtsritter des Johanniterordens und zugleich Pastor des Ortsverbands Deister der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Ronnenberg, bei seiner Begrüßung zur Gerhardsvesper.

Bruder Gerhard vom Hospital zu Jerusalem hatte vor 1100 ein Hospiz für kranke Pilger im Heiligen Land gegründet. Er organisierte einen umfassenden Krankenhausbetrieb und initiierte schließlich einen eigenen Orden: die Johanniter. Im Zuge der Reformation trennten sich die Wege von Johannitern und Maltesern. Doch beide Orden wandten sich in der Neuzeit immer mehr karitativen Aufgaben zu und gründeten mit der JUH und dem Malteser-Hilfsdienst wichtige Hilfsorganisationen. Beide Verbände waren bei der Gerhardsvesper vertreten; für die Johanniter war vor allem der Ronnenberger Ortsverband Deister dabei.

In seiner Predigt sprach der Hildesheimer Domkapitular Christian Wirz auch über Verlustängste. Doch so wie Jesus am Kreuz starb, ohne deshalb seine Gottheit zu verlieren, so gebe es auch für jeden Menschen eine wichtige Botschaft: „Was immer passiert, eines kann nicht geraubt werden oder verloren gehen – die eigene Würde.“ Es sei die Mission von Hilfsgemeinschaften wie die Johanniter und Malteser, auch zu den Menschen zu gehen, die scheinbar alles verloren hätten. „Und ihnen zu zeigen, dass es da immer noch etwas Wichtiges gibt.“ Das spiegelt sich unter anderem im Leitspruch der JUH wider: „Aus Liebe zum Leben.“ Und auch in den Aufgaben und Dienstleistungen, die vom lokalen Rettungs- und Sanitätsdienst bis hin zu humanitären Auslandseinsätzen rund um den Globus reichen.