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...und plötzlich ist es Krebs: "Hündin war der Lebensretter"

Fotografin: Viviane Wild. Copyright: Kooperationsgemeinschaft Mammographie

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Region.

Am letzten Freitag um "Fünf vor Zwölf" haben wir mit der Kampagne "... und plötzlich ist es Krebs" begonnen, um der Krankheit ein Gesicht zu verleihen. Zahlreiche Leserzuschriften sind schon jetzt eingegangen, jede einzelne Geschichte ist berührend. Machen auch Sie mit. Heute erzählt Kathrin* aus Gehrden von ihren Erlebnissen mit Krebs:

 

"Seit Jahren sagten wir immer: 2017 wird unser Jahr. Mein Mann und ich werden 50, unser Sohn 18 Jahre alt. Und dann kam alles anders.

Kurz vor Pfingsten spürte ich einen Knoten in meiner Brust. Der erste Gedanke war: Mal wieder eine Zyste (da mir zwei Jahre zuvor auch eine diagnostiziert wurde).

Wir fuhren über Pfingsten in den Urlaub und ich hatte es schon fast vergessen. Nach dem Urlaub sagte mir meine Freundin, ich solle es doch besser abklären lassen. So saß ich bereits ein paar Tage später bei meiner Frauenärztin. Der Tastbefund ergab nichts, daher machte meine Ärztin ein Ultraschall. Der Knoten entpuppte sich als Fehlalarm, doch sie schallte die komplette Brust und plötzlich verdunkelte sich ihr Gesicht: Hier ist eine Auffälligkeit.

Anschließend ging alles Schlag auf Schlag: Mammographie und eine weitere Ultraschalluntersuchung in der Röntgenpraxis. Der behandelnde Arzt sagte mir: Sie haben jetzt ein Scheißjahr vor sich, Operation, Chemo und Bestrahlung. Anschließend sind sie durch.

Bis heute weiß ich nicht, wie ich nach Hause gekommen bin. Das ist der Moment, wo einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Meine beste Freundin hatte mich zum Glück begleitet, da ich meinem Mann vorher noch gesagt hatte, dass er nicht mitkommen bräuchte.

Vier Tage später wurde eine Biopsie durchgeführt, die das endgültige Ergebnis Brustkrebs hervor brachte.

In meinem ersten Gespräch im Krankenhaus teilte man mir mit, dass der Krebs sehr früh erkannt wurde und dass er zu den langsam wachsenden Krebsarten gehöre. Ich war erst einmal erleichtert.

Um Kraft für das zu schöpfen, was vor mir lag, fuhr ich mit Mann, Sohn und Hund in den Urlaub. Das war die beste Entscheidung.

Nach dem Urlaub ging ich sofort ins Krankenhaus, wo ich zweimal operiert werden musste, da beim ersten Mal nicht das komplette Krebsgewebe entfernt wurde. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich bin von Anfang an mit dem Thema Krebs offen umgegangen, habe ihn angenommen und wusste, dass er mir eine  Aufgabe stellen würde…….so kam es dann auch……(dazu später)

Meine persönliche Therapie in dieser Zeit waren die langen Spaziergänge (teilweise zu nachtschlafender Zeit) mit unserer Hündin. Ich glaube, sie war mein Lebensretter.

Nach Wochen der Erholung fing die Strahlentherapie an. 28 Behandlungen lagen vor mir. Immer montags bis freitags fuhr abends das Taxi vor und es ging ins Krankenhaus. Bei der Bestrahlung habe ich immer die Augen geschlossen, mich an den Strand geträumt und mich gefreut, dass ich jetzt „schöne mich gesundmachende Strahlen“ bekomme. Das war sehr wichtig für mich, um mir so die Angst zu nehmen.

Die Erfahrungen, die ich dort im Wartezimmer gemacht habe, haben mich immer wieder zurückgeworfen. Patienten die mich vorwurfsvoll anschauten, weil ich keine Chemo hatte, waren eine davon. Jetzt wusste  ich, dass das meine Aufgabe war. Ich musste lernen, mich abzugrenzen!!!!

Inzwischen habe ich die Strahlentherapie hinter mir, muss alle drei Monate zur Nachsorge zum Frauen- und Augenarzt und ich fange nächste Woche wieder an zu arbeiten.

Meine Familie, Freunde und auch Arbeitskollegen waren mir in dieser ganzen Zeit eine große Stütze: Danke

Was ich allen Frauen mit auf den Weg geben möchte ist, dass bei Brustkrebs die Vorsorge alleine nicht reicht. Monatlich sollten die Frauen ihre Brüste abtasten. Das kann Leben retten. So wie meines.

Das ist meine Geschichte........"

 

Haben auch Sie Erfahrungen mit Krebs gemacht?

Lassen Sie uns und unsere Leser daran teilhaben. Ab sofort veröffentlichen wir jede Woche am Freitag um 11.55 Uhr ("Fünf vor Zwölf") einen Erfahrungsbericht zum Thema Krebs und geben der Krankheit ein Gesicht. Zeigen Sie Ihr Gesicht, machen Sie Menschen Mut, gegen den Krebs anzukämpfen. Machen Sie Menschen Mut, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.

Schreiben Sie uns an redaktion@con-nect.de oder redaktion@leine-on.de oder rufen Sie uns an, schreiben eine SMS oder WhatsApp an 01 74 - 37 87 461.

 


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