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FDP-Fraktion lehnt Verwendung des Gendersterns ab

Hans-Jürgen Herr, Fraktionsvorsitzender der FDP-Wennigsen.

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Wennigsen. Die FDP-Fraktion erkennt das Bemühen um eine geschlechterneutrale Sprache an. Geschlechterneutralität kann nach Meinung der FDP-Fraktion aber nicht entscheidend durch sprachliche Kunstformen erreicht werden, sondern durch innere Haltung und praktisches Handeln. Schon jetzt ist nach empfinden der FDP-Wennigsen die durchschnittliche Fähigkeit zum korrekten Gebrauch der deutschen Sprache bei den Menschen kleiner geworden. Durch eine zusätzliche Komplizierung der Sprache bestehe die Gefahr, weitere Hürden im „richtigen“ Gebrauch der eigenen Sprache zu errichten.

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„So kann und wird eine neue Klassengesellschaft entstehen, die sich darin unterscheidet, wer vom Bildungsstand und Bewusstsein in der Lage ist, sich „politisch korrekt“ auszudrücken“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Herr, „Die Sprache öffentlicher Verwaltungen entspricht schon jetzt kaum dem allgemeinen Sprachgebrauch und -verständnis. Durch die weitere Komplizierung aus Gründen der politischen Korrektheit werden zusätzliche soziale Barrieren in der Verständlichkeit von Verwaltungssprache aufgebaut, statt sie abzubauen.“

Eine inklusive Gesellschaft muss sich auch barrierearm verständigen können, führt Herr weiter aus. Die FDP-Fraktion warnt davor, mit der Sprache eine Spaltung zu vertiefen zwischen denen, die sich in einer bestimmten Klientel bewegen (können) und jenen, die außerhalb bleiben. In einigen Kommunen wird die Fähigkeit und Bereitschaft, sich im formal gewünschten politisch korrekten Sprachgebrauch zu bewerben als ein wesentliches Bewertungskriterium benutzt – ohne die Fachlichkeit der Bewerbung zu berücksichtigen. Die FDP-Fraktion sieht hierin eine große Gefahr für die Qualität des öffentlichen Dienstes, keinesfalls eine Verbesserung. „Die Schwierigkeiten beim Gebrauch und der Verschriftlichung des Gendersternchens sind bekannt und trefflich u.a. von der Gesellschaft für deutsche Sprache aufgezeigt worden“, so Herr. Ein Beispiel nennt die FDP das Wortgebilde „Bürger*innenmeister*innenkandidat*innen“.

„So redet kein Mensch und das versteht auch niemand“, findet der Fraktionsvorsitzende, „Die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Wennigsen lehnt deshalb die Einführung des Gendersternchens in der Gemeindeverwaltung ab.“ Sollte mit einer politischen Mehrheit diese Einführung dennoch beschlossen werden, fordert die FDP-Fraktion bereits jetzt, dass die Verwendung der politisch korrekten Sprache grundsätzlich kein Kriterium bei der Beurteilung von Bewerbungen wird. Weiterhin fordert die FDP-Fraktion, dass keine Verwaltungskraft damit gebunden wird, alle öffentlichen Dokumente wie Satzungen, Geschäftsordnungen etc. umgehend zu ändern. Wenn überhaupt darf dies nur geschehen, wenn Änderungen ohnehin aus inhaltlichen Gründen erfolgen sollen.

Darüber hinaus sorgt sich die FDP um den Kontakt zu den Menschen während des Kommunalwahlkampfes, da viele Menschen die Aufschrift „Keine Werbung“ auf ihren Briefkästen haben. „Vor uns allen liegt im September eine Kommunalwahl, die für die kommenden fünf Jahre die politische und personelle Grundlage des öffentlichen Lebens in der Kommune aber auch in der Region legt. Zahlreiche Personen sind zu wählen“, so Hans-Jürgen Herr, „Viele von Ihnen machen durch einen Hinweis am Briefkasten den Wunsch deutlich, keine Werbung zu erhalten. Nach der aktuellen Rechtsprechung gilt politische Information als Werbung. Wir Kandidaten und Parteien Wennigsens würden uns allerdings wünschen, Ihnen wichtige Informationen über unsere Gestaltungsvorstellungen für unsere Gemeinde in den nächsten fünf Jahren präsentieren zu dürfen – auf dem postalischen Weg.“ Daher appelliert die FDP an die Bürger, diese Aufkleber auf den Briefkästen zu entfernen.

 

 

 

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