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Umbau der Wälder wird viel Anstengung erfordern

v.l.: Christian Schulze, Ralf Schickhaus, Frauke Patzke, Gun Wittrien und Baron Hubertus Knigge. Foto: privat.

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Bredenbeck. Die Freiherr Knigge’sche Miteigentümergemeinschaft bewirtschaftet mit eigenem Personal ihren Forstbetrieb mit einer Größe circa 1.300 Hektar und betreut Waldflächen verschiedener privater Waldbesitzer im Deister auf einer Gesamtfläche von circa 1.100 Hektar.

Aufgrund der vergangenen drei Dürrejahre sind große Bereiche der vorhandenen Fichtenbestände durch Borkenkäfer und Trocknis geschädigt worden. Aber auch Laubholzbestände mit Buche und Eiche sind stark beeinträchtigt. Allein im Bereich der Knigge´schen Flächen gingen rund 70 Hektar Nadelholzbestände, die sich zum Teil seit 30 Jahren in der Überführung in naturnahe Mischbestände befanden, verloren. Die Entwicklung in 160- bis 220-jährigen Buchen- und Eichenbeständen sind ebenfalls besorgniserregend, wie der verantwortliche Leiter des Forstbetriebes in Bredenbeck, Thomas Seel-Schwarze zeigte.

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Der Umbau der Wälder erfordert große Anstrengungen. Die finanziellen Mittel hierfür wurden in der Vergangenheit aus den Erlösen des Holzverkaufes erzielt. Die langen Produktionszeiten im Wald, die zwischen 100 und 200 Jahre betragen, können nicht wie in anderen Wirtschaftszweigen kurzfristig angepasst werden. Viele der heute geschädigten oder abgestorbenen Waldbestände wurden zu einer Zeit angelegt, in der die regionale Holzversorgung für den Raum Hannover sichergestellt werden musste. Inzwischen hat die Globalisierung auch diesen Bereich erfasst und große Teile des Holzes werden nach Asien oder in andere Länder exportiert. In der Bevölkerung wird dagegen trotz eines in den letzten 70 Jahren um mehr als 100 Prozent gestiegenen Holzverbrauches der Wunsch nach ungestörter Natur und dem sich selbst überlassen der Wälder immer stärker.

Eigentümergeführte Forstbetriebe wie in Bredenbeck, die eine wichtige Rolle in der Rohstoffversorgung der Gesellschaft haben, können den Umbau, der aufgrund des menschengemachten Klimawandels notwendig ist, finanziell nicht mehr alleine umsetzen. Der Wechsel von Nadelholzbeständen zu Laubwäldern verursacht bei ihnen eine Finanzierungslücke von etwa 60 Jahren.

Da der Wald auch eine große Rolle bei der Speicherung des klimaschädlichen CO² hat, fordern die Waldbesitzer in Deutschland nach einem finanziellen Ausgleich für die erbrachten Ökosystemleistungen, um den Umbau finanzieren zu können. Beim Wegfall oder der teilweisen Rücknahme der Holzproduktion müssen andere Einnahmequellen, wie z.B. Windenergie, CO2 Speicherung oder andere Nutzungen diesen Betrieben das Überleben sichern. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass die strikte, konservierende und an der Vergangenheit orientierte Naturschutzgesetzgebung ein Risikomanagement im Wald erschwert und mancherorts verhindert.

Das Festlegen der Vorschriften auf bestimmte Lebensraumtypen der Buche, der forstliche Wissenschaftler keine generellen Überlebenschancen bei steigenden Durchschnitttemperaturen einräumen, kann zukünftig weitere Katastrophen verursachen. Hier kann und muss auf Regionsebene eine Weiterentwicklung stattfinden, um den Wald für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Pandemie zeigt ebenfalls, wie groß die Bedeutung des Waldes für die Bevölkerung ist. Die Waldbesuche sind in den vergangenen 12 Monaten um mehr als 100 Prozent gestiegen und auch die Nutzungszeiträume haben sich inzwischen bis in die Nacht verlängert.

Neben der Rohstoffproduktion spielt er aber auch eine wichtige Rolle als Lebensraum und Rückzugsort seltener, typischer und bedrohter Tier- und Pflanzenarten, die dort auf Grund der Waldbewirtschaftung in der Vergangenheit erhalten geblieben sind. Die Waldbesitzer fordern nun eine Umsetzung der klaren Regeln des Waldbetretungsrechtes von den Ordnungsbehörden der Kommunen und der Region, um Schäden an ihrem Eigentum und der Natur zu verhindern.

In der vergangenen Woche verschaffte sich auch die Bewerberin der Grünen um das Amt der Regionspräsidentin, Frauke Patzke, einen Überblick im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Freiherr Knigge´schen Miteigentümergemeinschaft Hubertus Freiherr Knigge. Dieser war in Begleitung seiner Betriebsleiter Ralf Schickhaus und Christian Schulze vor Ort. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung in allen Bereichen und das können wir nur als Gemeinschaft schaffen. Ich freue mich, dass wir das alle so sehen“, erklärte Patzke im Anschluss an das Gespräch. Auch die Grüne Bürgermeister-Kandidatin Gun Wittrien war mit von der Partie: „Die Forstwirte beobachten die Folgen des Klimawandels seit Jahren, sind direkt betroffen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, damit die, nun auch für uns Wennigser unübersehbaren Schäden, nicht noch größer werden.“ Auch die Landwirtschaft war Thema des Treffens. „Ich freue mich sehr, dass die Freiherr Knigge’sche Miteigentümergemeinschaft auch im Bereich des Artenschutzes aktiv ist und im Wege des Vertragsnaturschutzes zum Beispiel auf ihren landwirtschaftlichen Flächen sogenannte Lerchenfenster anlegt, auf denen die Feldlerche Lande- und Brutplätze und genügend Futter findet“, sagte Frauke Patzke. „Landwirte sind für mich sehr wichtige Partner bei der Umsetzung des Landschafts- und Naturschutzes und auch des Klimaschutzes."

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