Barsinghausen. Die Stadt Barsinghausen will ihre Sireneninfrastruktur neu aufstellen und zugleich die Alarmierung der Feuerwehr weiterentwickeln. Hintergrund ist unter anderem der zunehmende Verschleiß der bestehenden Sirenenanlagen. Nach den vorliegenden Planungen könnte mit einer optimierten Standortstruktur künftig eine bessere Warnwirkung mit weniger Sirenen erreicht werden.
Bestehende Sirenen kommen an ihre Grenzen
Derzeit werden die Ortsfeuerwehren in Barsinghausen über Sirenen und über digitale Funkmeldeempfänger (DME) alarmiert, erklärte Erster Stadtrat Stefan Zeidler im jüngsten Ausschuss für Feuerwehr, Ordnung und Straßenverkehrsangelegenheiten. Die Schwerpunktfeuerwehr und die Stützpunktfeuerwehren sind bereits vollständig mit DME ausgestattet. Bei den Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung ist die Ausstattung dagegen noch nicht überall abgeschlossen.
Gleichzeitig sind die vorhandenen Sirenenanlagen kurz- bis mittelfristig abgängig. Der Verschleiß nehme zu und Reparaturen seien aufgrund des Alters der Anlagen sowie fehlender Ersatzteile teilweise nicht mehr möglich.
DME sollen Teil des neuen Konzepts werden
Bei der Weiterentwicklung der Alarmierung spielt zudem die zunehmende Dämmung moderner Gebäude eine Rolle. „Dadurch wird es schwieriger, Sirenensignale innerhalb von Gebäuden zuverlässig wahrzunehmen“, so Zeidler.
Deshalb soll im Rahmen einer Gesamtkonzeption nicht nur die Warnung der Bevölkerung durch Sirenen betrachtet werden. Auch die zukünftige Alarmierung der Feuerwehr soll berücksichtigt werden. Digitale Funkmeldeempfänger werden deshalb von Beginn an in das Alarmierungs- und Sirenenkonzept einbezogen.
Ziel ist es, die sichere Alarmierung der Feuerwehr auch künftig zu gewährleisten.
Beschallungskonzept untersucht mögliche Standorte
Für die Stadt Barsinghausen wurde die Firma HELIN mit der Erstellung eines Beschallungskonzepts beauftragt. Dabei sollte zunächst der bestehende Beschallungszustand bewertet werden. Auf dieser Grundlage wurde eine optimierte Standortstruktur für die Zukunft entwickelt. Aktuell gibt es demnach mehrere Beschallungslücken, die nicht von den Sirenen erreicht werden. So wird die Kernstadt nur zu 60 Prozent abgedeckt. In Kirchdorf liegt die Abdeckung nur bei 50 Prozent. Auch in den weiteren Ortsteilen gibt es Beschallungslücken.
Das Ergebnis: Durch eine gezieltere Standortplanung könnte die erforderliche Warnwirkung mit einer geringeren Zahl an Sirenen erreicht werden.
Grundnetz mit 30 Sirenen
Als Ergebnis des Konzepts bilden 30 Sirenen ein optimiertes Grundnetz für das Stadtgebiet. Damit könnten die bestehenden Beschallungslücken bereits erheblich verkleinert werden.
Mit weiteren drei bis vier Sirenen ließen sich die verbleibenden Beschallungslücken nach den vorliegenden Berechnungen nahezu vollständig schließen.
Für eine gezielte Beschallung der Gewerbegebiete wären darüber hinaus etwa fünf weitere Sirenen erforderlich. Vorgesehen sind dabei Standorte in Barsinghausen (dreimal), Bantorf (einmal) und Groß Munzel (einmal). Maximal sind anhand der Auswertung bis zu 39 Anlagen für eine optimale Abdeckung notwendig.
Region Hannover stellt Fördermittel bereit
Unterstützt werden soll der Ausbau durch die Region Hannover. Um die Warnung der Bevölkerung zu stärken, stellt die Region in den Haushaltsjahren 2025 bis 2027 jeweils eine Million Euro für die Förderung der Sireneninfrastruktur bereit.
Für jede Sirenenanlage ist eine Förderung von 5.300 Euro vorgesehen. Für Barsinghausen sieht die Region einen möglichen Bedarf von insgesamt 41 Sirenenanlagen. „Damit besteht neben dem technischen Erneuerungsbedarf auch eine Möglichkeit, den Ausbau der Sireneninfrastruktur finanziell zu unterstützen. Mit maximal 39 Anlagen liegen wir noch unter dem errechneten Bedarf von 41 Anlagen und rechnen uns damit gute Fördermöglichkeiten aus“, so Zeidler weiter.
Die Kosten würden je nach Konzept zwischen knapp 400.000 Euro und rund 540.000 Euro liegen. Etwa ein Drittel der Kosten sei förderfähig. Hinzu kämen bei jeder Konzeptvariante noch 175.000 Euro für die Anschaffung von ausreichend digitalen Funkmeldeempfängern für die Feuerwehrkameraden.


