Barsinghausen. Zum Jahresabschluss begaben sich die Mitglieder des erweiterten Vorstands von Basche erneuerbar Mitte Dezember auf eine besondere Exkursion: Gemeinsam mit Kooperationspartnern fuhren sie in den Barsinghäuser Klosterstollen ein und verbrachten mehrere informative Stunden unter Tage.
Vorsitzender Udo Sahling eröffnete den Besuch mit einem Rückblick auf die vielfältigen Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Jahresplanung für 2026 im Rahmen eines Workshops am 24. Januar erarbeitet werden soll.
Nach einer Einführung in die Geschichte des Klosterstollens durch Grubenführer Wilfried Klatt ging es für die Teilnehmenden – ausgestattet mit Helm und Grubenlampe – mit dem Grubenzug rund 1.400 Meter tief in den Deister hinein. Unter Tage erhielten sie eindrucksvolle Einblicke in die harte Arbeit der Bergleute vor rund 150 Jahren. Der mühsame Ausbau der Stollen sowie der Abbau der Steinkohle erfolgten damals unter extremen Bedingungen, zunächst ohne technische Hilfsmittel, nur mit Schlägel und Eisen, in nahezu völliger Dunkelheit und bei erheblichem Lärm.
Die Schwerstarbeit der Kumpel bildete die Grundlage für die Industrialisierung und Elektrifizierung am Ende des 19. Jahrhunderts und sicherte über viele Jahrzehnte Arbeitsplätze und Wohlstand in Barsinghausen. Nach der Schließung des Steinkohlebergwerks im Jahr 1957 dauerte es rund 40 Jahre, bis der stillgelegte Stollen nach umfangreichen Vorbereitungen als Besucherbergwerk wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Heute könnte dem ehemaligen Kohlebergwerk erneut eine bedeutende Rolle zukommen: Das Grubenwasser, das am Schacht IV in Eckerde aus etwa 700 Metern Tiefe mit konstanten Temperaturen von 20 bis 21 Grad Celsius austritt, bietet Potenzial für eine nachhaltige, lokale Energieversorgung. Aktuell laufende Untersuchungen und Machbarkeitsstudien sollen klären, ob eine Nutzung als „Energiebergwerk“ realisierbar ist – ein Thema, das bei den Mitgliedern von Basche erneuerbar auf großes Interesse stieß.
Den Abschluss des Besuchs bildete eine Bierverkostung mit Sven Stoffregen von der 405er Brauerei in der ehemaligen Sprengkammer, die den Jahresausklang in geselliger Runde abrundete.


