Barsinghausen. In Eckerde soll ein großer Batteriespeicher entstehen. Projektentwickler ist Terra One. Betreiberin des Vorhabens ist die S4 Barsinghausen B.V. & Co. KG. Die Anlage soll eine Leistung von 15 Megawatt und eine Speicherkapazität von 60 Megawattstunden haben. Die geplante Standortfläche umfasst rund 3.700 Quadratmeter. Der Baustart und wann eine Fertigstellung möglich ist, ist derzeit unklar.
Die Planungen für den Batteriespeicher laufen bereits seit Ende 2023. Damals sicherte Terra One nach eigenen Angaben die Fläche in Barsinghausen/Eckerde und stellte beim Netzbetreiber Avacon eine Anfrage für einen Netzanschluss mit 15 Megawatt.
Im März 2024 wurde der Bauantrag eingereicht. Dafür waren unter anderem Gutachten zu Brand-, Lärm- und Wasserschutz erforderlich. Bei der Planung musste zudem eine durch das Projektgebiet verlaufende Gasleitung berücksichtigt werden. Im Dezember 2024 lag schließlich die Baugenehmigung vor. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung Barsinghausen zur Baugenehmigung durch diese Redaktion wurde dies bestätigt.
Anschluss an das Stromnetz über Umspannwerk
Der Batteriespeicher soll über ein rund einen Kilometer entferntes Umspannwerk an das Stromnetz angeschlossen werden. Für die erforderliche Kabeltrasse mussten nach Angaben von Terra One vier Genehmigungen angrenzender Grundstückseigentümer eingeholt werden.
Insgesamt waren nach Angaben des Projektentwicklers mehr als zehn verschiedene Beteiligte in die Planung eingebunden. Terra One übernahm dabei die Koordination der einzelnen Prozesse. Ende 2025 war das Projekt laut Unternehmen schließlich „Ready-to-Build“.
Teil eines größeren Verkaufs an CCI
Der Batteriespeicher in Barsinghausen ist Teil eines deutlich größeren Projekts. Terra One und Castleton Commodities International (CCI) hatten im November 2024 den Verkauf eines Portfolios mit Batteriespeicherprojekten mit insgesamt 310 Megawatt bekannt gegeben. Das Portfolio umfasst fortgeschrittene beziehungsweise baufertige Projekte mit geplanten Inbetriebnahmen zwischen 2026 und 2028. Das Projekt in Barsinghausen gehört dazu.
Bei dem Barsinghäuser Projekt treten CCI und Terra One nach Angaben auf der Projektseite als Eigentümer beziehungsweise Projektentwickler auf. Terra One ist für die Projektentwicklung zuständig, Avacon für Netzanschluss und Abstimmung.
Speicher soll Strom flexibel nutzbar machen
Der Batteriespeicher soll nicht lediglich Strom zwischenspeichern. Nach Angaben von Terra One soll die Anlage über mehrere Energiemärkte eingesetzt werden. Dadurch könne flexibel auf Preissignale reagiert werden.
Die geplante Speicherkapazität von 60 Megawattstunden soll außerdem mit regional erzeugtem Solarstrom kombiniert werden. Terra One beschreibt das Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung und Vermarktung als Bestandteil des Projekts.
Batteriespeicher können grundsätzlich dazu beitragen, Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Sie nehmen Strom bei entsprechendem Angebot auf und können ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abgeben. Terra One sieht darin auch einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.
Die Stadtverwaltung erklärt zur Größe der Anlage: „Nach den genehmigten Unterlagen ist die Errichtung von insgesamt 12 Batteriespeichercontainern sowie drei Transformatoren, drei Wechselrichtern und entsprechender Steuerungstechnik vorgesehen. Die einzelnen Container haben eine Größe von ca. 6,08 × 2,43 × 2,89 m. Die Anlage dient der Speicherung und bedarfsgerechten Einspeisung elektrischer Energie.“
Inbetriebnahme für Ende 2026 geplant?
Nach dem aktuellen Stand auf der Projektseite von Terra One befindet sich das Vorhaben in der Umsetzung. Als geplanter Betriebsstart wird das vierte Quartal 2026 genannt.
Bestätigen konnte dies die Stadtverwaltung aktuell nicht. „Zum konkreten Baubeginn und zur Fertigstellung liegen dem Bauamt derzeit keine verlässlichen Angaben vor“, so ein Sprecher der Verwaltung. Im Dreieck Giessereiweg, Wehrsbeeke und Feldweg Richtung Goltern sind aber bereits Vermessungspflöcke eingeschlagen worden.
Der Batteriespeicher soll am dortigen Umspannwerk (Netz EWE/Avacon/Tennet) angeschlossen werden. Er soll Niedersachsens Ziel, bis 2040 klimaneutral und durch den Ausbau von 95 GW an Erneuerbaren Deutschlands führender Grünstromproduzent zu werden unterstützen.






