Barsinghausen. Die CDU Barsinghausen hat einen Antrag gestellt, dass die Stadt Barsinghausen prüfen soll, ob die Lisa-Tetzner-Schule (LTS) dauerhaft in das Gebäude der ehemaligen Bert-Brecht-Schule (BBS) verlegt werden kann. Ziel ist es, die hohen Sanierungskosten am Schulzentrum Spalterhals zu reduzieren und langfristig eine wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Schulstandorte zu finden. Die Schulleitung der LTS hat eine klare Meinung zu dem Vorschlag.
Der entsprechende Prüfauftrag geht auf einen Antrag der CDU-Ratsfraktion zurück und soll im kommenden Ausschuss für Schule, Sport und Kultur (5. Februar) beraten werden. Die Verwaltung soll untersuchen, ob eine dauerhafte Nutzung der ehemaligen Bert-Brecht-Schule pädagogisch sinnvoll und baulich machbar wäre. Zudem sollen mögliche Einsparpotenziale im Vergleich zur derzeit geplanten Interimslösung und zur vollständigen Sanierung des Schulzentrums dargestellt werden.
Hintergrund sind die erheblichen Investitionen, die für das Schulzentrum Spalterhals vorgesehen sind. Für die Gebäudesanierung sind rund 90 Millionen Euro veranschlagt, hinzu kommen weitere Kosten für Sporthallen, Außenanlagen und eine Interimslösung für die LTS. Die dauerhafte Nutzung der ehemaligen Bert-Brecht-Schule könnte nach Einschätzung der CDU dazu beitragen, den Sanierungsumfang zu reduzieren und langfristige Investitionskosten zu senken.
Neben finanziellen Aspekten sollen auch die Auswirkungen auf den Schulbetrieb, die Schülerbeförderung, pädagogische Konzepte und den Raumbedarf transparent dargestellt werden. Darüber hinaus sollen alternative Szenarien mit Kosten-, Zeit- und Nutzenbewertung erarbeitet und den zuständigen Gremien zur weiteren Beratung vorgelegt werden.
In einer Stellungnahme zu dem Antrag hat die Schulleitung der LTS klar Position bezogen. „Zunächst möchte ich festhalten, dass die Verwaltung bereits durch die ARGE Spalterhals eine Machbarkeitsprüfung im Rahmen der Leistungsphase 2 (LP2) durchgeführt hat. Vor diesem Hintergrund verwundert der erneute Prüfauftrag, da wesentliche Aspekte der Umsetzbarkeit bereits fachlich betrachtet wurden“, so die Schulleitung in ihrer Stellungnahme, „Aus schulischer, organisatorischer und pädagogischer Sicht ist eine dauerhafte Verlagerung der Lisa Tetzner-Schule in die ehemalige Bert-Brecht-Schule nicht sinnvoll und nach aktuellem Stand nicht umsetzbar.“ Gerade die wachsenden Schülerzahlen und der daraus resultierende Raumbedarf sei in der Bert-Brecht-Schule problematisch. Auch pädagogische Konzepte seien nicht übertragbar. Mit Blick auf den Ganztag sei eine Mensa unerlässlich und am Standort Bert-Brecht-Schule nicht umsetzbar. Hinzu kämen laut Schulleitung fehlende Parkplätze und Bushaltestellen für den Schülertransport. Neben baulichen Mängeln sei ein Wechsel auch aufgrund bestehender Synergien mit dem Hannah-Arendt-Gymnasium nicht erstrebenswert. „Bei einer Verlagerung der Lisa-Tetzner-Schule an einen anderen Standort würden diese Synergien entfallen. Das hätte zur Folge, dass zahlreiche Materialien, Sammlungen und Ausstattungsgegenstände neu beschafft werden müssten, da die bisherige gemeinsame Nutzung nicht mehr möglich wäre. Ein Umzug würde somit nicht nur organisatorische Herausforderungen nach sich ziehen, sondern auch zusätzliche Kosten verursachen, weil wesentliche Bereiche der schulischen Ausstattung einmal neu aufgebaut und doppelt vorgehalten werden müssten“, heißt es in der Stellungnahme.
Der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau (Bauausschuss) findet am 5. Februar um 18 Uhr in der Aula im Schulzentrum Am Spalterhals statt.


