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Die heimliche Sucht bei Frauen – Warum Scham oft größer ist als die Abhängigkeit

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Barsinghausen. Wenn abends die Flasche im Schrank verschwindet, leere Gläser schnell weggeräumt werden und der Alltag nach außen weiter funktioniert, bleibt eines oft unsichtbar: die stille Not vieler Frauen mit Alkoholproblemen. Die Angst, entdeckt zu werden, ist für viele Betroffene größer als die Sucht selbst. Hinzu kommen Schuldgefühle, Scham und die Sorge vor Verurteilung. Dabei sind betroffene Frauen keineswegs allein.

Das Suchtverhalten von Frauen unterscheidet sich häufig von dem von Männern. Während Männer Alkohol öfter im sozialen Umfeld konsumieren, trinken Frauen vielfach im Verborgenen. Der Konsum dient nicht selten dazu, innere Belastungen zu dämpfen: Stress, Ängste, Erschöpfung oder depressive Phasen.

Die Ursachen sind vielschichtig. Beruflicher Druck, Burnout, die Doppelbelastung zwischen Karriere und Familie oder persönliche Krisen können Auslöser sein. Viele Frauen versuchen, dauerhaft „zu funktionieren“ – bis der Alkohol zur vermeintlichen Hilfe wird.

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor: Frauen erleben häufig eine stärkere Stigmatisierung. Verhalten, das bei Männern teilweise toleriert wird, wird bei Frauen oft härter bewertet. Die Folge: Die Sucht bleibt länger verborgen und Hilfe wird später gesucht.

Doch genau hier liegt eine wichtige Botschaft: Es ist nie zu spät, Unterstützung anzunehmen.

Neue Frauengruppe in Barsinghausen bietet geschützten Raum

Die Selbsthilfegruppe Gruppe 77 Barsinghausen bietet eine reine Frauengruppe. Damit entsteht ein geschützter Rahmen, in dem sich Betroffene austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Im Mittelpunkt stehen offene Gespräche, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Entscheidung, den Alltag ohne Suchtmittel zu bewältigen.

Die Teilnehmerinnen treffen sich wöchentlich und begleiten sich ohne Vorurteile auf ihrem Weg in ein abstinentes und selbstbestimmtes Leben.

Ein zentrales Prinzip dabei lautet:

Alles Gesagte bleibt im Raum.

Vertraulichkeit und gegenseitiger Respekt haben höchste Priorität.

Stärke bedeutet auch, Hilfe anzunehmen

Viele Frauen versuchen lange, ihre Probleme allein zu lösen. Doch echte Stärke bedeutet nicht, alles mit sich selbst auszumachen.

Stärke bedeutet auch:

- Unterstützung anzunehmen

- offen über Belastungen zu sprechen

- Hilfe zuzulassen

- neue Wege zu gehen

Der erste Schritt ist oft der schwerste – aber er kann der Beginn eines neuen Lebensabschnitts sein.

Wer den Wunsch hat, ohne Suchtmittel, ohne Heimlichkeiten und ohne ständigen Druck zu leben, findet in der Frauengruppe einen Ort des Verständnisses und der gegenseitigen Unterstützung.

Termine und Kontakt

Treffen der Frauengruppe:
Montag, 17:00 bis 19:00 Uhr

Ort:
Osterstraße 18
30890 Barsinghausen

Ansprechpartnerin:
Margret Jakubowski

Kontakt über die Internetseite der Gruppe 77 oder telefonisch unter: 0178-6696507.