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Energie frisch vom Feld: Fahrrad-Tour zeigt Potenzial der Freiflächen-PV

Quelle: Basche erneuerbar e.V.

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Barsinghausen. Wie können erneuerbare Energien ausgebaut werden, ohne dabei den Natur- und Artenschutz aus dem Blick zu verlieren? Dieser Frage gingen rund zwei Dutzend Interessierte bei der Fahrradtour „Energie frisch vom Feld“ am Sonntag, 16. August, nach. Die Tour führte von Barsinghausen und Wennigsen zu zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Calenberger Land. Dabei wurde deutlich: Energiegewinnung und ökologische Aufwertung von Flächen können durchaus miteinander verbunden werden.

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Erste Station: Photovoltaikanlage in Lemmie

Unter der Leitung von Wernhard Thiedemann vom ADFC startete die Gruppe in Barsinghausen. Von Wennigsen aus führte Bernd Greger, ebenfalls ADFC, die Teilnehmenden. Fachlich begleitet wurde die Tour von Gerd Köhler von ‚Basche erneuerbar‘.

Erste Station war die Photovoltaik-Freiflächenanlage in Lemmie. Betreiber und Landwirt Cord Narten erläuterte vor Ort die wichtigsten Daten. Die Anlage wurde 2024 in Betrieb genommen, umfasst rund 2,75 Hektar oberhalb des Bahndamms und verfügt über eine Spitzenleistung von 3,8 Megawatt. Damit ist sie derzeit die zweitgrößte Freiflächen-Photovoltaikanlage im Calenberger Land. Jährlich werden dort rund 3,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

Mehr Artenvielfalt unter den Solarmodulen

Doch nicht nur die Energieproduktion stand im Mittelpunkt. Auch die Entwicklung der Flächen unter und zwischen den Solarmodulen wurde thematisiert. Nach Angaben von Cord Narten ist die Artenvielfalt dort im Vergleich zu den umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen deutlich höher. Seit einiger Zeit beweiden zudem Schafe die Flächen unter den Solarmodulen.

„Was will Natur- und Artenschutz mehr?“, fragte Narten mit einem Augenzwinkern.

Für die Besucherinnen und Besucher wurde damit anschaulich, dass Freiflächen-Photovoltaik nicht zwangsläufig im Widerspruch zu ökologischen Zielen stehen muss. Entscheidend sind unter anderem die Gestaltung und Bewirtschaftung der Flächen.

Ausbau in Lemmie vorerst gestoppt

Eigentlich sollte die Anlage im kommenden Jahr um rund ein Drittel erweitert werden. Damit hätte der Anteil erneuerbarer Energien im Calenberger Land weiter steigen können. Die geplante Erweiterung wurde jedoch aufgrund der von der Bundesregierung vorgesehenen Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorerst gestoppt.

Gerd Köhler von ‚Basche erneuerbar‘ kritisierte die Entwicklung deutlich. „Das ist besonders bedauerlich und zeigt die desaströse Energiepolitik von Frau Ministerin Reiche“, sagte Köhler.

Nach Angaben der Organisatoren liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Calenberger Land derzeit bei gut 30 Prozent. Auch für Wennigsen weist der Energiemonitor von Avacon einen entsprechenden Wert aus.

Neue Anlage in Holtensen geplant

Weitere Kapazitäten sollen jedoch hinzukommen. Ab Herbst dieses Jahres ist im Wennigser Ortsteil Holtensen der Bau einer weiteren großen Freiflächen-Photovoltaikanlage geplant. Der Standort befindet sich am Bahndamm der DB-Strecke Hannover–Haste und umfasst rund 6,7 Hektar.

Die geplante Anlage soll eine Spitzenleistung von 7,5 Megawatt erreichen und jährlich nahezu acht Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Björn Rust von der EG Lehrte-Sehnde, die das Projekt geplant hat und betreiben wird, hob insbesondere das Engagement der ENER Calenberger Land hervor. Das Unternehmen beteiligt sich mit 500.000 Euro an der Finanzierung.

Zusätzlich soll die Anlage mit Batteriespeichern ausgestattet werden. Sie können Solarstrom, der vor allem in den Mittagsstunden erzeugt wird, speichern und in den Abendstunden wieder zur Verfügung stellen. Dadurch soll die Nutzung des erzeugten Solarstroms effizienter werden.

Podiumsdiskussion zur Freiflächen-Photovoltaik in Barsinghausen

Welche Rolle Freiflächen-Photovoltaik künftig in Barsinghausen spielen kann und welche politischen Entscheidungen dafür notwendig sind, steht am Donnerstag, 20. August, im Mittelpunkt einer öffentlichen Podiumsdiskussion. 

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Kulturzentrum Krawatte. Dort diskutieren die klimapolitischen Sprecherinnen und Sprecher der im Rat vertretenen Parteien über den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Fragen zu stellen, mitzudiskutieren und sich an der Diskussion über die zukünftige Energieversorgung vor Ort zu beteiligen.

Um besser planen zu können, bittet ‚Basche erneuerbar‘ um eine Anmeldung per E-Mail an info@basche-erneuerbar.de.