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Feuerwehr Barsinghausen zieht Bilanz: 187 Einsätze und viele Beförderungen

Beförderungen.

Barsinghausen. Am Samstagnachmittag veranstaltete die Ortsfeuerwehr Barsinghausen ihre Jahreshauptversammlung im eigenen Feuerwehrhaus. Ortsbrandmeister Philipp Lattmann konnte viele Gäste begrüßen, die sich auf die vielen Beförderungen freuten.

Die Ortsfeuerwehr Barsinghausen konnte auch im Jahr 2025 auf einen stabilen Personal- und Mitgliederbestand bauen. Insgesamt zählte die Wehr zum 31. Dezember 585 Mitglieder. In der Einsatzabteilung engagierten sich 73 Kameradinnen und Kameraden aktiv. Ortsbrandmeister Philipp Lattmann betonte in seinem Bericht, dass die Feuerwehr damit weiterhin auf eine solide personelle Basis bauen könne.

187 Einsätze im Jahr 2025

Im vergangenen Jahr rückte die Ortsfeuerwehr Barsinghausen zu insgesamt 187 Einsätzen aus. Dieses hohe Einsatzaufkommen verdeutliche die stetige Beanspruchung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, erklärte Lattmann.

Das Einsatzspektrum reichte von Brandeinsätzen über technische Hilfeleistungen bis hin zu Fehlalarmen sowie Unterstützung bei besonderen Gefahrenlagen.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Björn-Sören Geestmann stellte die Einsatzstatistik genauer vor. Im Bereich der Brandbekämpfung wurden unter anderem 30 Kleinbrände, 7 Mittelbrände, 4 ausgelöste Rauchwarnmelder, 37 ausgelöste Brandmeldeanlagen und 10 Brandsicherheitswachen verzeichnet.

Bei der technischen Hilfeleistung rückte die Feuerwehr unter anderem zu 12 Ölspuren und 30 Türöffnungen aus.

Brände als besondere Einsätze

Zu den besonderen Einsätzen des Jahres gehörte unter anderem der Brand im Nablo im August 2025, kurz vor dem Stadtfest. Im November kam es zu einem Brand in der Wilhelm-Busch-Straße, bei dem eine Person von der Feuerwehr gerettet werden konnte. An diesen Beispielen zeigte Geestmann die Professionalität der Einsatzkräfte auf. „Doch wie lange noch“, fragte er mit Blick auf die begrenzten Ausbildungsmöglichkeiten. Barsinghausen seien lediglich acht Lehrgänge und eine Fortbildung zugeteilt worden. Für eine Einsatzabteilung mit 73 Kräften sei dies deutlich zu wenig. Hier müsse die Landespolitik nachbessern.

Beförderungen

Konstantin Reisser wurde aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen.

Zur Feuerwehrfrau befördert wurden Lara-Marie Böhme, Anna Tischmann und Ulrike Kaninke Schiel. Zum Feuerwehrmann befördert wurden Max Busse, Tyrus Jördens, Felix Nitze und Jie Yu.

Zum 1. Hauptfeuerwehrmann wurde Justin Wille befördert. Jasmin Putsch ist nun Oberlöschmeisterin und Dirk Tischmann Oberlöschmeister. Zum Hauptlöschmeister wurden Holger Brandes und Jens Paul befördert. Zu 1. Hauptlöschmeistern befördert wurden Ralf Helle, Jörg Narten, Harald Nülle und Maik Wacker.

Ehrungen

Für 25 Jahre fördernde Mitgliedschaft wurden Erwin Becher, Frank Hermann, Wolfgang Hugo und die WEG Berlinerstr. 5c-f, für die stellvertretend Karsten Flentje kam, geehrt. Für 50 Jahre fördernde Mitgliedschaft wurde Hartmut Köllenberger geehrt und für stolze 60 Jahre wurde Erhard Wittig geehrt.

Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde Karsten Flentje geehrt. Für 50 Jahre wurden Jochen Bothe und Michael Wohlfahrt geehrt.

Mit dem Niedersächsischen Feuerwehrehrenzeichens für langjährig erworbene Verdienste im aktiven Feuerlöschwesen wurden für 25 Jahre Nadine Meyer und Jens Paul ausgezeichnet. Für 40 Jahre wurden Holger Brandes und Axel Gäfke ausgezeichnet. Ralf Helle erhielt eine Ehrung für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft

Oberlöschmeister Wolfgang Bödecker wurde bei der Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

Frank Dietrich erhielt für sein jahrzehntelanges Engagement und seien großen Einsatz für Kameradschaft und Zusammenhalt die Ehrennadel in Bronze der Feuerwehr Niedersachsen. Frank Dietrich war außerdem zwölf Jahre als Kassierer tätig. Dieses Amt legte er in der Versammlung nieder. Als Nachfolger wurde Holger Juhl gewählt.

Grußworte der Gäste

Zur Versammlung war auch Bürgermeister Henning Schünhof gekommen. Er bezeichnete die Feuerwehr Barsinghausen als Herzstück der Stadtfeuerwehr. Da das Feuerwehrhaus jedoch in die Jahre gekommen sei, versicherte er weiterhin den Rückhalt aus Verwaltung und Politik. „Euer Dienst ist unbezahlbar, da ihr immer zur Stelle seid, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Die vielen Fehlalarme seien ärgerlich und zeitaufwendig, erklärte der Bürgermeister aus eigener Feuerwehrerfahrung. „Unschön ist auch die Ausbildungssituation. Hier muss das Land nachbessern.“ Der Bürgermeister dankte außerdem für die Unterstützung beim Stadtfest, bei dem die Ortswehr für Sicherheit sorgt und in viele Vorgespräche eingebunden ist.

Auch der Brandschutzabschnittsleiter II, Kristof Schwake, dankte den Kameraden aus Barsinghausen. Er bezeichnete die Ausbildungssituation der Einsatzkräfte als Desaster. Darüber hinaus stehe für die Feuerwehr mit den Themen Katastrophenschutz und dem Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale im laufenden Jahr viel an.

Für die Politik dankte Christian Röver (Grüne) den Kameraden. „Ihr seid 365 Tage im Einsatz, um für eure Mitbürger da zu sein.“ Für die Professionalität bei der breiten Einsatzlage lobte er die Kameraden ebenso wie für die Zusammenarbeit mit den anderen Ortswehren.

Stadtbrandmeister Philip Prinzler gab einen Überblick über die Lage auf Stadtfeuerwehrebene. Auch er kritisierte die Ausbildungssituation für die Einsatzkräfte. „So kann die Professionalität nicht aufrechterhalten werden.“ Er lobte jedoch die Jugendarbeit der Ortsfeuerwehr, die wichtig für den Nachwuchs sei.

Anwesend war auch die Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler, jedoch nicht in offizieller Funktion. „Ich bin heute als förderndes Mitglied gekommen. Aber natürlich nehme ich die Kritik an das Land auf und trage sie gerne an die entsprechenden Stellen weiter – in der Hoffnung, dass wir das Problem zeitnah lösen können.“

Neue Einsatzfahrzeuge stärken die Wehr

Ein wichtiger Schritt für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr war laut Lattmann die Indienststellung neuer Fahrzeuge. Ende Januar 2025 konnte ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF20/TLF4000 offiziell in Dienst gestellt werden. Bereits im Februar überführten Mitglieder der Feuerwehr eine neue Drehleiter aus Karlsruhe nach Barsinghausen. Beide Fahrzeuge wurden am 17. Mai 2025 im Rahmen einer großen Feier am Feuerwehrhaus offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Engagement über den Einsatzdienst hinaus

Neben den Einsätzen war die Feuerwehrführung auch stark in die Organisation des Barsinghäuser Stadtfestes eingebunden. Dabei übernahmen die Verantwortlichen sowohl organisatorische Aufgaben als auch sicherheitsrelevante Abstimmungen.

Diese zusätzlichen Aufgaben erforderten ein hohes Maß an Verantwortung und zeitlichem Engagement.

Ein besonderer Dank galt außerdem Klaus Bock, der sich seit über 15 Jahren im Bereich der IT-Technik der Feuerwehr engagiert. „Wir möchten dir unseren größten Respekt aussprechen und ganz herzlich für deine außerordentliche Arbeit danken“, betonte Lattmann.

Jugendfeuerwehr blickt auf aktives Jahr

Auch die Jugendfeuerwehr der Ortsfeuerwehr Barsinghausen konnte auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Jugendwart Marcel Pfadler berichtete, dass zum Jahresende 14 Kinder und Jugendliche Mitglied der Jugendfeuerwehr waren – darunter zwei Mädchen und zwölf Jungen im Alter von zehn bis 16 Jahren. Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 43 Dienste und Veranstaltungen durchgeführt oder besucht.

Spielmannszug mit musikalischem Highlight

Der Spielmannszug der Feuerwehr war ebenfalls bei verschiedenen Veranstaltungen aktiv. Leiter der Spielmannszüge Karsten Engelke hob besonders die Teilnahme am Feuerwehrfest in Kirchdorf im September hervor, bei dem ehemalige Mitglieder den Musikzug unterstützten. Mehrere Kameradinnen und Kameraden hätten dabei so viel Freude am gemeinsamen Musizieren gehabt, dass sie sich anschließend entschieden hätten, dauerhaft im Spielmannszug mitzuwirken, so Engelke.

Brandschutzerziehung für Kinder

Ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrarbeit bleibt weiterhin die Brandschutzerziehung. Frank Mues berichtete, dass im vergangenen Jahr mehrere Gruppen zu Gast bei der Feuerwehr waren. Darunter waren zwei Kita-Gruppen mit insgesamt 30 Kindern und sechs Betreuern sowie zwei dritte Schulklassen mit 32 Kindern und sechs Lehrkräften. Auch beim Besuch in der Kita Baschelino konnten 35 Kinder und ihre Betreuer die Feuerwehr kennenlernen.

Osterfeuer kehrt 2026 zurück

Für das kommende Jahr kündigte Ortsbrandmeister Lattmann außerdem eine beliebte Veranstaltung an: Nach einer Pause wird 2026 wieder ein Osterfeuer am Gerätehaus stattfinden. Termin ist der 4. April ab 16.30 Uhr.

Zum Abschluss seines Berichtes dankte Lattmann der Stadtfeuerwehrführung, der Verwaltung sowie der Politik der Stadt Barsinghausen für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.