Barsinghausen. Am Samstag zu Halloween war es wieder zu hören: das Klopfen aus dem Klosterstollen. Doch woher kamen das Kratzen, Ächzen und Graben, wo doch niemand im Stollen war? Oder etwa doch? Bei mehreren Einfahrten mit insgesamt fast 80 Teilnehmern machten sich mutige Besucher des Klosterstollens auf den Weg in den Stollen, um dem Grusel auf die Spur zu gehen und abschließend noch Currywurst und Getränke zu genießen. Die Alte Zeche gGmbH hat für 2027 noch weitere Highlights für das Besucherbergwerk Klosterstollen in der Planung.
„Es erwartet euch einiges“, erklärt der Grubenführer der letzten Gruppe, die am Samstagabend in den Stollen einfahren wird. Schnell waren die Karten für die Halloween-Einfahrten ausverkauft, sodass insgesamt fast 80 Personen den Grusel unter Tage mitmachten. Im letzten Jahr wurde die Aktion zu Halloween als Test zum ersten Mal veranstaltet. „Es wird anders als bei jeder normalen Einfahrt. Es wird auf jeden Fall sehr dunkel sein“, heißt es vom Grubenführer bei der Einweisung weiter.
Gruselgeschichte führt durch den Stollen
Erneut begleitete die Teilnehmer eine Gruselgeschichte um den fiktiven Bergmann Konrad Haller durch den Stollen. Auch Informationen zum Stollen selbst wurden dieses Mal mit eingestreut. 15 Minuten dauert die Einfahrt in den Stollen. Rund 1400 Meter werden zurückgelegt, bis fast 80 Meter Deister über einem liegen. Blank lagen die Nerven dann auch in der Dunkelheit, wenn aus den Gängen ein Klopfen, Geschrei, Lichtblitze und das Hinterherschleifen einer Bergmannshacke zu hören waren. Die Gruselgeschichte leitete die Besucher durch die engen dunklen Gänge.
Die knapp zweistündige Tour endete mit einem gemeinsamen Essen. Es gab Currywurst und Getränke sowie Bier von der 405er Brauerei.
Organisationsteam bereitet Gruseltour vor
Das Organisationsteam bestand aus rund zehn Personen, die sich das ganze Jahr über Gedanken machten, Material besorgten und dann den gesamten Samstagvormittag im Stollen verbrachten, um ihn entsprechend herzurichten. Die Gruselgeschichte wurde vertont und per Lautsprecher abgespielt und nicht mehr wie beim Testlauf vorgelesen.
Große Pläne für 2027
„Wir wollen in diesem Jahr die Rekordmarke von 6000 Besuchern knacken und sind schon nah dran“, erklärt Wilfried Klatt, einer der beiden Geschäftsführer der Alte Zeche gGmbH, und rückt sich die Spinne auf dem Helm zurecht. „Da wir hier im Stollen immer um die neun Grad haben, können wir ganzjährig einfahren.“ Um neben den normalen Einfahrten, bei denen es um den Bergbau selbst geht, noch weitere Highlights anzubieten, habe man sich Gedanken gemacht, um auch die Menschen anzuziehen, die sich nicht so sehr für das Thema interessieren oder die Einfahrten schon gemacht haben. Zu Weihnachten ist daher am 11. Dezember eine Weihnachtseinfahrt geplant. Es wird Tannenbäume, Bier der 405er Brauerei und Weihnachtsgeschichten geben.
Für 2027 gibt es auch schon Ideen. So soll es im April eine Einfahrt für Kinder geben, die den Stollen mit Taschenlampen erkunden. „Wir wollen einfach ein breiteres und bunteres Programm anbieten, über das eigentliche Thema hinaus“, so Klatt weiter.
Bedauerlich sei hingegen, dass der Umbau des Museums aktuell durch eine Landesbehörde verzögert werde, obwohl sich alle Beteiligten einig waren. Klatt hofft, dass die Unterschriften zeitnah erfolgen und der Umbau 2027 umgesetzt werden kann. Die Pläne seien seit gut eineinhalb Jahren fertig.


