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Infoabend „Alles wird Strom“ bringt Bürger und zwölf regionale Fachbetriebe zusammen

Fotos: M. Poutrain

Barsinghausen. Wie lassen sich Gebäude klimafreundlich beheizen, Stromkosten senken und erneuerbare Energien sinnvoll nutzen? Mit diesen Fragen haben sich mehr als 90 Besucher beim Infoabend „Alles wird Strom“ im Zechensaal beschäftigt. Die Klimaschutzagentur Region Hannover, die Stadt Barsinghausen und der Verein Basche erneuerbar hatten die dritte Auflage der Veranstaltung organisiert.

Zwölf regionale Unternehmen aus den Bereichen Heizung, Photovoltaik und Energieberatung stellten ihre Angebote vor und standen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Das Programm umfasste Fachvorträge, Praxisbeispiele und Informationen zu Fördermöglichkeiten.

Bürgermeister wirbt für Unabhängigkeit von Öl und Gas

Gerd Köhler vom Verein Basche erneuerbar und Bürgermeister Henning Schünhof begrüßten die Gäste. Köhler hob die weltweit zunehmende Bedeutung erneuerbarer Energien hervor. Neben dem Klimaschutz biete die Energiewende auch wirtschaftliche Chancen vor Ort. Sie könne Arbeitsplätze sichern, die Versorgungssicherheit stärken und die Abhängigkeit von externen Energieproduzenten verringern.

Schünhof begrüßte die gute Zusammenarbeit der Veranstalter und das Engagement der teilnehmenden Unternehmen. Die Betriebe leisteten mit ihrer Beratung und der praktischen Umsetzung einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Wärmewende in Barsinghausen.

Zugleich sprach sich der Bürgermeister für eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges aus. „Egal, was das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auch an Brems- und Störmaßnahmen auffährt – wir in Barsinghausen wissen, wie wir uns von Öl- und Gaspreisen entkoppeln können!“, erklärte Schünhof.

Erneuerbare Energien und Elektrifizierung im Fokus

Dr. Jens Clausen erläuterte anhand von Grafiken die Entwicklung der weltweiten Investitionen in erneuerbare und fossile Energieträger. Während die Investitionen in erneuerbare Energien zunähmen, gingen jene in fossile Energieträger zurück. Durch den zunehmenden Einsatz und die Weiterentwicklung erneuerbarer Technologien sänken die Kosten sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei klimafreundlichen Heizsystemen und der Elektromobilität.

Clausen beschrieb die zunehmende Elektrifizierung als wesentlichen Bestandteil des Wandels. Wärmepumpen veränderten den Wärmemarkt, Elektroautos den Mobilitätssektor. Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien könne zudem wirtschaftliches Wachstum fördern und neue, zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen.

Praxisbeispiel aus Barsinghausen zeigt moderne Gebäudesanierung

Wie sich moderne Energietechnik konkret einsetzen lässt, zeigte Torsten Schneider, Geschäftsführer von Schneider Ingenieure. Anhand eines Projekts an der Egestorfer Straße erläuterte er die Sanierung eines Mehrfamilienhauses, in dem zehn kleine Wohnungen im KfW-40-Standard entstanden sind.

Balkonkraftwerke auf dem Dach liefern Strom, eine leistungsstarke Wärmepumpe beheizt das gesamte Gebäude. Das Beispiel verdeutlichte, wie sich zeitgemäßer Wohnraum mit einer effizienten und klimafreundlichen Energieversorgung verbinden lässt.

Informationen zu Fördermitteln und Heizungsmodernisierung

Frederik Küting von der Klimaschutzagentur Region Hannover informierte über die Rahmenbedingungen des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes und stellte Fördermöglichkeiten vor. Je nach Voraussetzungen seien Förderquoten zwischen 30 und 80 Prozent möglich. Außerdem erläuterte er die langfristigen Einsparpotenziale erneuerbarer Heizsysteme im Vergleich zu fossilen Heizungen.

Viele Besucher vereinbaren Beratungstermine

Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich an den Ständen der zwölf ausstellenden Unternehmen individuell beraten zu lassen. Energieberater, Heizungsbau- und Solarunternehmen sowie die Stadtwerke beantworteten Fragen zu konkreten Vorhaben. Nach Angaben der Veranstalter wurden dabei häufig bereits Termine für Beratungen vor Ort vereinbart.

Die Organisatoren zogen ein positives Fazit. Veranstaltungen wie „Mein Klimacoach Spezial“ böten Hausbesitzern Orientierung, zeigten praktische Lösungen auf und unterstützten sie dabei, ihre Energieversorgung klimafreundlicher zu gestalten und unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden.