Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kaltenbornstraße soll ab 2027 für 3,4 Millionen Euro umfassend saniert werden – gelingt die Fertigstellung bis 2029?

Barsinghausen. Die Kaltenbornstraße soll in den kommenden Jahren grundlegend saniert und neu gestaltet werden. Die Stadtverwaltung hat dem Rat der Stadt Barsinghausen einen entsprechenden Ausbaubeschluss vorgelegt. Der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau soll sich am 17. September mit der Planung befassen. Anschließend stehen Beratungen im Verwaltungsausschuss und im Rat an.

Grund für die geplante Sanierung ist der marode Zustand der Straße. Die Maßnahme war ursprünglich im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung für den Doppelhaushalt 2025/26 vorgesehen. Auf Antrag der SPD wurde der Beginn der Sanierung auf das Jahr 2026 vorgezogen. Im Mittelpunkt der Planung stehen eine höhere Verkehrssicherheit, eine Verkehrsberuhigung sowie eine stärkere Begrünung des Straßenraums.

Abschnitt 1 wird zum verkehrsberuhigten Bereich

Besonders verändert werden soll der Bereich zwischen Rehrbrinkstraße und Heckenweg. Der derzeit als Einbahnstraße ausgeschilderte Abschnitt ist nach Einschätzung der Stadt aufgrund der beengten Verhältnisse nicht ausreichend für einen ordnungsgemäßen Ausbau geeignet.

Deshalb soll dieser Bereich künftig als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet werden. Da die vorhandene Verkehrsfläche für einen Begegnungsfall von Pkw und Lkw nicht ausreicht, ist außerdem ein Lkw-Fahrverbot vorgesehen. Lieferungen sollen weiterhin über eine entsprechende Sondergenehmigung möglich sein. Die Durchfahrt vom Heckenweg zur Rehrbrinkstraße soll für den motorisierten Verkehr untersagt bleiben, um Durchgangsverkehr zu verhindern. Radfahrer sollen den Abschnitt weiterhin passieren können. Zwei zusätzliche Bäume sollen zur Verkehrsberuhigung und Begrünung beitragen.

Abschnitt 2 – 4 (Gesamtplanung): Weniger Fahrbahn, breitere Gehwege

In den weiteren Abschnitten setzt die Planung ebenfalls auf eine stärkere Verkehrsberuhigung. Die Fahrbahn soll auf 5,50 Meter reduziert werden, während die Gehwege auf 2,50 Meter verbreitert werden. Nach Angaben der Stadt reicht die Fahrbahnbreite für den vorgesehenen Begegnungsfall von Pkw und Lkw aus.

Für die gesamte Kaltenbornstraße ist eine Tempo-30-Regelung vorgesehen. Grundsätzlich soll das Parken am Fahrbahnrand weiterhin möglich sein.

Abschnitt 2 (Heckenweg - Schützenstraße): Pflanzinseln und neue Grünbereiche

Zwischen Heckenweg und Schützenstraße sind drei versetzt angeordnete Pflanzinseln geplant. Sie sollen sowohl für mehr Grün als auch für eine Verkehrsberuhigung sorgen. Durch die Pflanzinseln entfallen allerdings drei mögliche Aufstellflächen für Fahrzeuge.

Abschnitt 3 (Schützenstraße – Kaltenbornstraße 49):

Im Abschnitt zwischen Schützenstraße und Kaltenbornstraße 49 soll die vorhandene Bepflanzung auf der Südseite erhalten bleiben. Um die dortigen Bäume zu schützen, soll das Parken zwischen den Bäumen künftig untersagt werden. Zusätzlich ist vorgesehen, Flächen zwischen den Bäumen, soweit möglich, zu entsiegeln.

Abschnitt 4 (Kaltenbornstraße 49 – Feldweg zum Naturfreundehaus):

Auf der Nordseite sind vier weitere Pflanzinseln geplant. Zusammen mit sogenannten Pflanznasen im Fahrbahnbereich soll dadurch ein S-förmiger Fahrverlauf entstehen, der zusätzlich zur Verkehrsberuhigung beitragen soll. Auch hier fallen dadurch weitere mögliche Stellflächen für Fahrzeuge weg.

Im letzten Abschnitt zwischen Kaltenbornstraße 49 und dem Feldweg zum Naturfreundehaus soll die bestehende Böschung auf der Nordseite erhalten bleiben. Auf einen Gehweg auf dieser Seite wird deshalb verzichtet. Ein solcher Ausbau würde aufgrund des Höhenunterschieds unter anderem Winkelstützen und eine Absturzsicherung erforderlich machen.

Stattdessen soll der Gehweg auf der Südseite bis zum Feldweg zum Naturfreundehaus verlängert werden. Dadurch sollen Fußgänger sicher auf den Feldweg geleitet werden. Eine mögliche Verbesserung des Feldwegs selbst ist nicht Bestandteil der geplanten Sanierung der Kaltenbornstraße.

Auch Leitungen werden erneuert

Im Zuge der Straßenarbeiten sollen weitere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden. Die Stadtentwässerung will den Regenwasserkanal erneuern. Die Stadtwerke planen zudem eine Erneuerung der Trinkwasserleitung. Außerdem sollen Glasfaserleitungen von Avacon Connect verlegt werden. Die Planung wurde bereits mit der Verkehrsbehörde abgestimmt.

Kosten von 3,4 Millionen Euro

Die Stadt rechnet derzeit mit Ausbaukosten von rund 3,4 Millionen Euro brutto. Die Kaltenbornstraße soll in drei Bauabschnitten ausgeschrieben und ausgebaut werden. Je nach Erfordernis können die einzelnen Abschnitte nochmals in Unterabschnitte aufgeteilt werden. Begonnen werden soll an der Einmündung zur Rehrbrinkstraße.

Nach einer erfolgreichen Ausschreibung ist der Beginn der Bauarbeiten spätestens Anfang 2027 vorgesehen. Der Ausbau soll nach derzeitiger Planung Ende 2029 abgeschlossen sein.

Anwohner äußern Bedenken bei Anliegerversammlung (9.6.2026):

Die Anlieger begrüßten den geplanten Ausbau der Kaltenbornstraße grundsätzlich. Auch die vorgesehenen zusätzlichen Baumscheiben wurden positiv bewertet.

Sorgen bereitet vor allem die künftige Parksituation und der Verkehrsfluss. Durch das geplante Parkverbot zwischen den bestehenden Bäumen fallen Stellmöglichkeiten weg. Die Anlieger befürchten dadurch zusätzlichen Parkdruck und Schwierigkeiten beim Begegnungsverkehr. Sie wünschen sich deshalb einen Ausbau als Einbahnstraße mit durchgehendem Parkstreifen.

Die Stadt weist darauf hin, dass eine komplette Einbahnstraßenregelung derzeit aufgrund der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und der fehlenden besonderen Gefahrenlage nicht zulässig ist. Die aktuelle Planung soll jedoch so gestaltet werden, dass eine spätere Umwandlung in eine Einbahnstraße grundsätzlich möglich bleibt. In diesem Fall könnte auf einer Fahrbahnseite eine Parkzone eingerichtet werden.