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Kampfmittelsuche und Bergung erfolgreich abgeschlossen

5-Kanal Messgerät. In Barsinghausen sind damit größere Flächen sondiert worden. Quelle: KSU.

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Barsinghausen. Nachdem im Mai dieses Jahres bei archäologischen Sonderungs- und Grabungsmaßnahmen eine Brandbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde, ließ die Stadt Barsinghausen die circa 9,6 Hektar große Ackerfläche am Gewerbegebiet am Calenberger Kreisel nach weiteren Kampfmitteln absuchen. Am 17. November konnte endlich Entwarnung gegeben werden.

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Die Firma KSU - Kampfmittelsondierung führte die Arbeiten im Auftrag der Stadt Barsinghausen durch und sie ging dabei sehr sorgfältig vor. Das war bei der Brisanz des Themas auch geboten. Zunächst mussten die archäologischen Suchgräben wieder verfüllt werden. Dafür wurde ein Bagger mit Panzerglasscheibe eingesetzt und Kampfmittelexperten begleiteten die Arbeiten.

Anschließend wurde die große Fläche mit einem fünf-Kanal Magnetometer abgefahren. Die Daten wurden weiterverarbeitet. Daraus wurde eine genaue digitale Karte errechnet.

Die Karte zeigte die exakte Lage und Tiefe der Anomalien, so werden die mit dem Verfahren gefundenen Verdachtspunkte genannt.

Es wurden über 280 Anomalien ermittelt. Diese lagen zwischen 50 Zentimeter und 2,5 Meter tief im Acker. Mit dem Verfahren waren sogar erste Rückschlüsse auf die Größe der Anomalien möglich. Anschließend wurden die Fundstellen auf dem Acker mit kleinen Fähnchen markiert und mit dem Bagger geborgen. Weil die Möglichkeit bestand, dass auch archäologische Funde dabei zu Tage gefördert werden könnten, wurden die Baggerarbeiten von einem Archäologen der Firma Archaeofirm, die für die Stadt ohnehin die Sondage durchführt, begleitet.

„Es war leider unvermeidbar, aber auch richtig und wichtig, dass wir diesen zusätzlichen Aufwand betrieben haben“, erklärt Bürgermeister Henning Schünhof. „Schließlich konnte die Firma KSU drei weitere Brandbomben und Reste von weiteren erfolgreich bergen und schadlos beseitigen. Das gibt uns allen ein Stück mehr Sicherheit. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die diesen schwierigen und gefährlichen Beruf haben.“

Ob auch für die Archäologie Interessantes gefunden wurde, steht noch nicht fest. Die Stadt will den weiteren Ablauf mit der beauftragten Firma und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege besprechen.

Schünhof ergänzt: „Das Planverfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans soll Anfang 2023 abgeschlossen sein, aktuell läuft noch die öffentliche Auslegung. An dem Entwurf des Bebauungsplans wird ebenfalls gearbeitet. Die Bedingungen sind aktuell alles andere als einfach, aber wir wollen den Planentwurf des Bebauungsplans der Politik ebenfalls im kommenden Jahr vorlegen. Dann folgt die öffentliche Auslegung und so bald wie möglich soll der Plan in Kraft treten.“

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