Barsinghausen. Am Sonntag, 13. September, finden in Niedersachsen die Kommunalwahlen statt. Auch in Barsinghausen wählen die Bürger einen neuen Rat. Mit diesen Standpunkten positionieren sich die Parteien und Wählergemeinschaften.
Am 13. September gibt es einiges zu wählen. Neben Regionsversammlung und neuem Regionspräsidenten, geht es in Barsinghausen auch um einen neuen Stadtrat. Um die Positionen der verschiedenen Parteien und Wählergemeinschaften herauszufinden, hat die Redaktion den Parteien verschiedene Fragen gestellt. Jeden Werktag wird eine Frage von den Parteien beantwortet, sodass die Antworten direkt verglichen werden können.
Was soll aus dem Fachwerkhaus am Thie (Marktstraße 18) werden?
CDU: "Bei einem Investitionsstau von hunderten Millionen Euro haben Schulen, Kitas, Straßen und Feuerwehren Vorrang. Deshalb lehnen wir eine millionenschwere Sanierung auf Kosten der Stadt ab. Wenn das Gebäude erhalten werden soll, sehen wir bürgerschaftliches Engagement oder private Investoren in der Verantwortung. Entscheidend ist, dass dieser zentrale Standort wieder Leben in die Innenstadt bringt und nicht dauerhaft Geld bindet."
Grüne: "Idealerweise ein Haus für alle Generationen mit Treffmöglichkeiten, Beratungsangeboten, Sprechzeiten von Vereinen oder dem/der Ortsbeauftragten, Tourismusbüro in der Mitte, ein zugängliches WC während der Öffnungszeiten. Gefördert und damit auch finanzierbar für die Stadt. Ein offener Raum auch zum Weihnachtsdorf oder an verkaufsoffenen Sonntagen. Ja, ein schwieriges Thema, aber warum sollte es nicht so einen Treffpunkt in der Stadt geben, auch für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Ortsteil?"
FDP: "Die FDP hat sich immer für eine Refinanzierbarkeit der Baukosten ausgesprochen. Wir halten den millionenschweren Umbau des Fachwerkhauses für wirtschaftlich nicht vertretbar. Das von der Verwaltung vorgestellte Nutzungskonzept überzeugt uns nicht, zudem sind Fördergelder ungewiss und das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Stattdessen schlagen wir vor, an dieser Stelle eine Grünfläche mit Bäumen, Sitzbänken und Spielgeräten zu schaffen, die das grüne Band zwischen Ziegenteich und Volkers Hof ergänzt."
AfB-WG: "Das Fachwerkhaus hat bereits erhebliche Kosten verursacht- ohne überzeugendes Nutzungskonzept. Wir wollen einen Schlussstrich ziehen und das Gebäude abreißen. Auf der freiwerdenden Fläche kann eine attraktive Erweiterung des Thie-Platzes entwickelt werden, die dessen Aufenthaltsqualität deutlich erhöht. Dadurch entsteht ein schattiger, grüner, vielseitig nutzbarer und einladender Platz mit Spielgeräten und Bänken. Zur konkreten Planung und Umsetzung soll ein Bürgerdialog stattfinden."
Die Linke: "Wir setzen uns als Linke dafür ein, dass das im Stadtrat beschlossene Innenstadtkonzept erweitert und das Fachwerkhaus u.a. als Begegnungs- und Veranstaltungsraum für Einwohner*innen genutzt werden kann."
UWG: "Der Erwerb dieser Immobilie war aus Sicht der UWG ein Fehler. Um noch größeren finanziellen Schaden zu verhindern und nicht gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen, sollte das Grundstück wieder veräußert werden, mit der Auflage, dass der Erwerber dort innerhalb von zwei Jahren einen Neubau errichten muss, ohne große Auflagen aus baurechtlicher Sicht. So würde sich ggf. ein Investor finden, der im EG eine ansprechende Gewerbeeinheit und ansonsten Wohnraum schaffen könnte."
AfD: "Die finanzielle Lage der Kommunen ist vor allem als Folge bundespolitischer Entscheidungen zu sehen. Ursachen sind unter anderem die Energiepolitik, Migration, die Corona-Maßnahmen, Ausgaben im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, Sanktionen gegen Russland, die Verkehrswende sowie das Heizungsgesetz. Kommunen könnten diese Entwicklungen nicht ausgleichen. Uns erstaunt die Naivität Ihres Fragenkatalogs. Kommunen sind nicht in der Lage, die Folgen einer Planwirtschaft abzufedern."
SPD: "Wir setzen uns weiter für den Erhalt und die Sanierung des Fachwerkhauses als Begegnungsstätte für die Bevölkerung ein. Ob dies im Rahmen des beschlossenen Konzepts der Nutzung für das Tourismusbüro, weitere Beratungsstellen und Räumen für Vereine umsetzbar sein wird hängt von der Bewilligung von Fördermitteln ab. Sofern sich die Förderkulisse nicht darstellen lässt sind wir offen für andere Nutzungskonzepte. Bisher sind außer den Kosten für den Kauf des Gebäudes nur sehr geringe Erhaltungskosten angefallen, in Summe weniger als 300.000 Euro."


