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Leserbrief: Klimaleugner und Profiteure haben es geschafft – auch in Barsinghausen

Quelle: pixabay.

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Barsinghausen. Frank Roth (Ökostation Deister – Vorland) blickt in seinem Leserbrief auf die Folgen des Klimawandels und warnt vor den Konsequenzen eines weiteren Zögerns beim Klimaschutz. Dabei richtet er den Blick auch auf Barsinghausen und die Frage, welche Zukunft kommenden Generationen im Jahr 2076 bevorsteht.

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Klimaleugner und Profiteure haben es geschafft. Die Welt brennt. Sie haben es gewusst, ignoriert, gewollt. Und Barsinghausen in 2076?

Seit Jahrzehnten wurde vor den Folgen eines Klimawandels auch in Barsinghausen gewarnt. Aber „.. weiter so, wie bisher, und Geld verdienen wie bisher ...“ führte nun überall aus dem Klimawandel zu einer Klimakatastrophe: Hitzewellen, Starkregen und Sturmereignisse, Verschwinden aller Gletscher, Abschmelzen des Polareises, steigende Meerestemperaturen, Wassermangel, Seen trocknen aus, Flächenbrände, und und und – global überall große Schäden. Viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden jetzt ganz aus dem Leben auf der Erde. Das sechste große Massenaussterben der Erdgeschichte passiert. Und aktuell sterben zehntausende Menschen den Hitzetod allein in Europa.

Gegenmaßnahmen wurden schon ab 1979 öffentlich gefordert in bisher über 35 großen Klimakonferenzen. Das 1,5-Grad-Ziel wurde in Paris 2015 ausgerufen. Aber die Klimaleugner haben alles so blockiert, dass dieses Ziel mittlerweile nicht mehr zu halten ist. Weltweit wurden die warnenden Klimawissenschaftler düpiert und Klimademonstranten kriminalisiert.

Es sind insbesondere die mächtigen Benzinkonzerne und die arabischen Ölförderer, die mit Milliardenaufwand der Welt einredeten, dass alles normal im Verlauf des Erdgeschehens sei. Der oberste Klimaleugner Trump wird bereits als „Klimaverbrecher“ bezeichnet: Seine bedenkenlose Nutzung von Kohle und Öl lässt den CO2-Ausstoß noch mehr ansteigen. Damit befeuert er weltweit die Klimakatastrophe, grenzenloses menschliches Leid und Sterben sind die Folgen. Seine Profitgier sichert ihm persönlich Milliarden aus dem Öl- und Kohlegeschäft und ebenso vielen US-Millionären und - Milliardären riesige Gewinne.

Bremser und Klimaleugner auch in Deutschland und in Barsinghausen. Populisten wie die AfD lügen das Blaue vom Himmel: WählerInnen könnten Geld sparen, wenn sie weiter Öl, Gas und Kohle verbrennen. „Klima war sowieso schon immer ...“ Jahrzehntelang, bis heute mit Ministerin Reiche, wurden die Warnungen nicht ernst genommen, blockierten deutsche Verkehrs- und andere Minister zusammen mit den Populisten die Energiewende. Die Ampel wurde durch die FDP-Lobby abserviert und dadurch wurden notwendige Reformschritte gestoppt. Krasse Beispiele von vielen gefällig? - Deutschland war weltweit führend in der PV-High-Tech-Industrie. wurde aber ab 2011 (Merkel) erheblich durch den drastischen Abbau der Solar-Förderung gebremst. Viele heimische Firmen gingen pleite. Aber deutsche Unternehmer verkauften mit großem Profit PV-Know-How gleich zusammen mit Fachkräften, Hightech-Maschinen und sogar den PV Patenten an chinesische Konzerne. So erhöhte sich einerseits die Zahl der Millionäre in Deutschland, andererseits begann in China das PV-Milliardengeschäft: 80% der Weltproduktion an PV-Modulen stammen daraufhin aus China. Die Stromleitungen von Nord nach Süd wurden ab 2012 offiziell geplant und sind heute überwiegend immer noch im Bau - Bremser und Lobbyisten waren am Werk!

Quizfrage: Wem nützt es eigentlich, wenn sich die Fertigstellung so extrem verzögert? Uns Stromkunden jedenfalls nicht. Erst wenn die Leitungen fertig sind, kann Strom billiger werden....

Aber entgegen allen Widrigkeiten haben die Erneuerbaren in Deutschland einen nie erwarteten Höchststand erreicht: Über 60% des Stromverbrauchs kommen bereits aus Sonne und Wind! Die chinesischen PV-Module sind extrem billig. Und die schnell fortschreitenden Speichertechniken wecken neue Erwartungen. Auch in Barsinghausen kommt mehr PV und Wind ans Netz, wenn auch zu langsam, aber die Weichen sind gestellt. Bürgerinitiativen wie „Basche erneuerbar“ haben Druck gemacht, Stadtwerke, Politik und Firmen ziehen nach.

Dieser Sommer hat nun vorrangig Klima-Anpassung zum Thema gemacht: Möglichst sofort Deister, Innenstadt, Spielplätze, Kleingärten anpassen – Maßnahmen, richtig begriffen im Wettlauf mit der Zeit. Es gibt viel zu tun in den kommenden Jahren für Bewohner, Politik und Firmen.

Auch die besonders unnatürlichen und klimaschädlichen Schottervorgärten werden nun endlich umgestaltet? Unterstützung und Hilfe können sicherlich von der Stadtgesellschaft organisiert werden – wenn Bereitschaft zur klimafreundlichen Veränderung da ist.

Zu oft heißt es noch „Klimafreundlich zu leben, lohne sich nicht, ist zu teuer“. Wenn „Lohn“ als Profit aus finanziellem Einsatz verstanden wird und wenn eine Klima-Investition immer auch sofort Geld verdienen soll – dann bleibt das Klima doch wieder ganz oft stecken. Und Barsinghausen in 2076 - welche Zukunft bliebe dann für unsere Enkel und Enkelkinder?“

Frank Roth 24.08.202

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