Barsinghausen. Kriminalhauptkommissar Joachim Eickmeyer (61), Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Barsinghausen, kann bereits die Tage bis zum Ruhestand zählen. Nur noch wenige Dienste stehen im Kalender, bis am 31. Juli die offizielle Verabschiedung ansteht. Eine Gelegenheit, um auf 43 Jahre Polizeiarbeit am Deister zu schauen.
„Polizist war mein Berufswunsch“, erinnert sich Eickmeyer zurück. „Andere Alternativen hatte ich damals noch gar nicht weiter bedacht. Anfang der 80er Jahre gab es aber wenig Stellen und der Auswahltest der Polizei war hart. Umso überraschter war ich, dass ich es dann doch geschafft habe.“
1982 ging es für den damals etwa 18-Jährigen zur Polizeiakademie nach Hannoversch Münden. Nach der Ausbildung startete Eickmeyer in Hannover im mittleren Dienst, bevor es 1989 zum Streifendienst nach Ronnenberg ging. Es folgte ein Studium für eine Laufbahn im gehobenen Dienst, die den jungen Polizisten zur Autobahnpolizei führte. Dort wurde er Einsatzleiter. „Das hat viel Spaß gemacht, da ich auch privat gerne Motorrad fahre.“ Er baute auch eine Fahndungstruppe auf, die zivil auf der Autobahn unterwegs war.
Zwischen Barsinghausen und Springe
Bereits Ende der 90er Jahre folgte ein Abstecher nach Barsinghausen. Von 1996 bis 2000 war er hier im Streifendienst tätig. Von 2000 bis 2014 ging es dann die andere Seite des Deisters nach Springe. Hier war er als Leiter der Ermittlungsgruppe Drogen tätig. „Das waren tolle Jahre, da jeder Tag anders war und es viel Abwechslung gab.“
Es gelangen immer wieder Erfolge, doch auch die Erkenntnis, dass man nicht jeden retten kann. „Schön war es, wenn wir Jugendliche von der Straße holen konnten und diese dann einen anderen Weg einschlugen. Aber beim Thema Drogen gibt es leider auch viele andere Schicksale.“
2014 ging es dann zurück nach Barsinghausen, wo er bis heute im Kriminal- und Ermittlungsdienst tätig ist.
Immer in der Nähe des Deisters
„Beruflich bin ich immer in der Nähe des Deisters geblieben“, lacht der 61-Jährige. Doch als Nachteil hat Eickmeyer, der gebürtig aus der Wennigser Mark kommt und auch in der dortigen ehemaligen Polizeischule Seminare besuchte, dies nie gesehen. „Wenn man respektvoll mit allen umgeht und freundlich ist, ist das kein Problem. Es war eher ein Vorteil, auch einer von hier zu sein.“
So hatte er sich die Polizeiarbeit vor der Ausbildung vorgestellt. „Es war sehr angenehm, nicht so wie die Anonymität in der Großstadt.“
Belastende Einsätze und besondere Momente
Doch der Beruf hat auch seine negativen Seiten. So seien gerade der Doppelmord an zwei Frauen in Barsinghausen, das Tötungsdelikt am vierjährigen Fabian und der Unfall am Kirchdorfer Rehr belastend gewesen. Wichtig sei dabei das gute Team vor Ort und der Kontakt zu den Kollegen.
„Toll waren die Erlebnisse, wenn wir die Fußballnationalmannschaft begleitet haben. So nah kommt man den Spielern selten“, erinnert sich Eickmeyer daran, als die Nationalmannschaft im Sporthotel Fuchsbachtal untergebracht war.
Zusammenhalt als wichtigste Erfahrung
Was Eickmeyer besonders am Beruf erfreut, ist der Zusammenhalt unter den Kollegen. „Gerade in den letzten Jahren habe ich das sehr genossen, dass alle mit anpacken und dabei sind, wenn es ernst wird oder einfach Hilfe benötigt wird. Angst hatte ich in meinem Berufsleben nie, da ich immer ein gutes Team um mich hatte.“
Diese Tage sind bald vorüber. Nur noch wenige Dienste, dann werden Überstunden und letzte Urlaubstage genommen, bevor Ende Juli die offizielle Verabschiedung ansteht.
„Meine Frau ist bereits in Rente“, so der 61-Jährige. „Dann werden wir unsere gemeinsame Zeit genießen und Reisen nach Südtirol und Italien machen. Ich freue mich aber auch auf mehr Zeit mit dem Hund, für meine Hobbys, auf Fahrten mit dem Motorrad und ich werde wieder an meinen Oldtimern schrauben können.“
Die letzten 40 Jahre seien so schnell vergangen, dass er und seine Frau die nächsten Jahre ganz bewusst genießen wollen.





