Barsinghausen. Unter dem Motto „Unter Höchstspannung“ führte die vierte Zukunftstour von ‚Basche erneuerbar‘ die Teilnehmer am Samstag, 13. Juni, durch das Deistervorland. Die Fahrradtour verband Naturerlebnis mit spannenden Einblicken in die regionale Energieversorgung und aktuelle Projekte der Energiewende.
Die von Bernd Greger, erfahrenem Tourguide des ADFC Wennigsen/Barsinghausen, ausgearbeitete Strecke verlangte den Teilnehmern zwar einige Anstrengungen ab, bot dafür aber zahlreiche interessante Stationen rund um die Stromversorgung der Region.
Umspannwerk Lathwehren wird komplett modernisiert
Erstes Ziel der Tour war das Umspannwerk Lathwehren von TenneT. Dort erläuterte Ingo Rehwinkel von Avacon die umfassende Sanierung der Anlage, die nach rund 70 Jahren Betriebszeit technisch auf den neuesten Stand gebracht wird.
Das bestehende Umspannwerk sei mittlerweile in die Jahre gekommen. Deshalb würden die komplette Schaltanlage, Transformatoren und weitere technische Einrichtungen erneuert. Zusätzlich werde moderne Sicherheitstechnik installiert. Dies sei besonders wichtig, da das Umspannwerk das gesamte Calenberger Land mit Strom versorgt und damit Teil der kritischen Infrastruktur ist.
Zentrale Rolle für die Stromversorgung im Calenberger Land
Das Umspannwerk Lathwehren ist über eine Stichleitung mit der 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung Landesbergen–Grohnde verbunden. Von dort wird der Strom an fünf weitere Umspannwerke im Calenberger Land sowie an den sogenannten 110-kV-Hannover-Ring verteilt.
Udo Sahling von ‚Basche erneuerbar‘ machte deutlich, dass die Region bei der Stromversorgung noch immer stark von konventionellen Kraftwerken abhängig ist. Vor allem im Winter stamme ein erheblicher Teil des Stroms weiterhin aus umliegenden, überwiegend kohlebasierten Kraftwerken.
In den Kommunen Seelze, Barsinghausen, Wennigsen, Ronnenberg und Hemmingen decken Windkraft, Solarenergie und Biomasse derzeit zusammen lediglich rund 30 Prozent des Strombedarfs. Eine Ausnahme bildet Gehrden: Dort wird bilanziell bereits heute der gesamte Strombedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt.
Informationen zur Stromautobahn SuedLink
Anschließend führte die Tour zum SuedLink-Informationszentrum auf Gut Dunau. Dort stellte Dirk Schulte von TenneT das Großprojekt vor.
Anhand verschiedener Ausstellungsstücke erhielten die Teilnehmer Einblicke in die rund 700 Kilometer lange Gleichstromverbindung, die künftig Strom aus Norddeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren soll. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten Vorhaben für die Energiewende in Deutschland.
Radtour endet bei Kaffee und Kuchen
Nach dem Besuch des Informationszentrums führte die Route vorbei an mehreren SuedLink-Baustellen über Gehrden und Weetzen zurück nach Wennigsen. Dort ließen die Teilnehmer den Tag bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde ausklingen.
Nächste Zukunftstour führt zur Windenergieanlage in Bantorf
Bereits am kommenden Wochenende steht die nächste Veranstaltung von ‚Basche erneuerbar‘ auf dem Programm. Am Sonntag, 21. Juni, startet um 11.15 Uhr am Bahnhof Barsinghausen die Zukunftstour „Kunst und Windenergie“.
Ziel ist das EXPO-2000-Projekt in Bantorf. Dort fällt zur Sommersonnenwende der Schatten der großen Windenergieanlage exakt auf den aus Deisterkohle errichteten Energietisch – ein besonderes Zusammenspiel von Kunst, Technik und Astronomie.
Anmeldungen nimmt W. Thielemann per E-Mail an w.thielemann@adfc-hannover.de entgegen.





