Anzeige
Anzeige
Anzeige

Wenn der Winter kommt: Unterwegs mit dem Winterdienst in Barsinghausen

Das Team von etwa 34 Mitarbeitern kümmert sich neben der Straßenräumung per Fahrzeug auch um Bushaltestellen, Zebrastreifen, Ampelanlagen und Spielplätze.

Anzeige

Barsinghausen. Der Satz „Winter is Coming“ ist das Motto des Hauses Stark in der Serie Game of Thrones und symbolisiert die Notwendigkeit von Wachsamkeit und Vorbereitung angesichts einer drohenden Gefahr. Wenn in Barsinghausen der Winter kommt, sorgt der Baubetriebshof mit seinem Winterdienst für freie Straßen, damit die Bürgerinnen und Bürger gut und sicher durch die kalte Jahreszeit kommen. Con-nect.de hat die Mitarbeiter des Baubetriebshofs auf ihrer morgendlichen Tour begleitet.

Früher Start in den Arbeitstag

Los ging es um 3.30 Uhr. Gemeinsam mit dem Leiter des Baubetriebshofs, Tobias Hielscher (37), wurde mit dem Pkw eine erste Runde durch Barsinghausen und angrenzende Ortsteile gedreht, um die Lage zu sondieren. „Stellenweise sieht man noch unsere Arbeit von gestern Abend, doch der Neuschnee erfordert ein weiteres Eingreifen“, schätzt Hielscher die Lage am Freitagmorgen ein.

Organisation und Umfang des Winterdienstes

Auf dem Baubetriebshof herrscht bereits reges Treiben. Fahrzeuge werden mit Salz befüllt, und das Team trifft sich um 4 Uhr, um die Lage zu besprechen. Rund 120 Kilometer Straße hat der Baubetriebshof in Barsinghausen zu räumen – mit sechs Fahrzeugen. Das Team von etwa 34 Mitarbeitern kümmert sich neben der Straßenräumung per Fahrzeug auch um Bushaltestellen, Zebrastreifen, Ampelanlagen und Spielplätze. Rund 2.700 Stellen werden von der sogenannten ‚Handkolonne‘ von Schnee und Eis befreit.

„Da sind unsere Leute an besonders extremen Wetterlagen schon mal bis zu zehn Stunden draußen, um für Sicherheit zu sorgen“, so Hielscher, der seit zwölf Jahren für die Stadt tätig ist und seit fünf Jahren die Leitung des Baubetriebshofs innehat.

Klare Prioritäten bei der Räumung

Die Straßen sind kategorisiert, sodass zunächst die wichtigsten Verkehrsachsen geräumt werden. Erst später folgen Nebenstraßen und Stichstraßen. „Manche Bürger wundern sich, warum die Räumfahrzeuge teilweise mit hochgezogenem Schild über die Straße fahren. Das liegt daran, dass jeder seine feste Route hat, es schnell gehen muss und keine Straße doppelt geräumt werden soll. Mit dem Personal und den Fahrzeugen, die wir haben, tun wir, was wir können“, erklärt Hielscher.

Kreis- und Landesstraßen werden vom Landkreis beziehungsweise vom Land geräumt. Innerorts hat zwar die Stadt Barsinghausen die Räumpflicht, es gibt jedoch eine Vereinbarung, dass Fahrzeuge von Kreis und Land diese Straßen auch innerorts miträumen. Die Kosten übernimmt die Stadt Barsinghausen. „Daher sieht man auf den Kreis- und Landstraßen schon mal unsere Fahrzeuge mit hochgezogenem Schild, da sie zügig zu ihren eigenen Touren durchfahren.“

Herausforderung Deisterhöhe

Der höchste Punkt des Einsatzgebietes befindet sich am Sporthotel Fuchsbachtal. In den Ortsteilen ist die Lage häufig entspannter als am Deister. Die Touren und die Einteilung der Fahrer werden bereits gut ein halbes Jahr im Voraus geplant. „Wir haben im Sommer bei 32 Grad zusammengesessen und den Winterdienst geplant“, berichtet Hielscher.

Unterwegs im Schneetreiben

Einer der Fahrer ist Ernst Wissel (64). Er ist seit etwa 13 Jahren im Winterdienst tätig. Über eine Tonne Salz hat er in seinem Streuer, der an seinem Traktor angebracht ist. Das Räumschild befreit eine drei Meter breite Spur vom Schnee. Mit maximal 20 km/h arbeitet er sich durch das Schneetreiben. „Wichtig ist, die Tour einmal komplett durchzufahren, damit die Hauptstraßen frei sind und Salz gestreut wurde. Der Verkehr soll ja fließen. Bei so einem Schneefall wie heute könnte ich allein die Bergstraße rauf und runter fahren und würde nie fertig werden“, sagt Wissel.

Teilweise bleiben zwischen Traktor und geparkten Autos nur wenige Zentimeter. „Man muss immer überlegen, wohin man den Schnee schiebt. Wir wollen den Bürgern ja nicht die Einfahrten zuschieben. Mitnehmen kann ich den Schnee aber auch nicht“, erklärt der Fahrer.

Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Das Feedback der Bürgerinnen und Bürger sei überwiegend freundlich und dankbar. Erst zum Berufsverkehr könne es etwas hektischer werden. Mit Lieferfahrzeugen und der Müllabfuhr arrangiere man sich, um sich nicht gegenseitig zu behindern.
„Viele Straßen sind leider in einem schlechten Zustand. Da knallt es manchmal ganz ordentlich im Trecker, wenn das Schild hängen bleibt“, so Wissel. Sollte dennoch etwas passieren, seien die Fahrer versichert. „Mit der Erfahrung kennt man aber die Tücken der Strecken.“

Teamgeist als wichtiger Faktor

Für Hielscher spielt die Stimmung im Team eine wichtige Rolle. „Es wird viel gelacht. Das muss auch sein, wenn man stundenlang in der Kälte unterwegs ist und bei starkem Schneefall kaum sieht, wie viel man schon geschafft hat.“

Zusammenspiel mit den Bürgern und Pflichten der Anwohner

Für den Leiter des Baubetriebshofs ist Winterdienst ein gemeinsames Projekt mit der Bevölkerung. „Wir können nicht alle Straßen komplett schneefrei halten. Bei starkem Schneefall kommen wir erst später in die Nebenstraßen, aber es ist zumutbar, auch mal 20 Meter bis zu einer geräumten Hauptstraße zu fahren.“ Hinweise aus der Bevölkerung nehme man gerne auf. „Wir können nicht überall gleichzeitig sein.“

Bürger sind laut Straßenreinigungsverordnung verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken von Schnee und Eis zu befreien – in Barsinghausen bis zur Mitte der Fahrbahn. In der Regel übernimmt der Winterdienst jedoch das Räumen der Straßen. Nicht erlaubt ist es, Schnee vom Gehweg auf die Fahrbahn zu schieben. Wenn möglich, sollte eine Gehwegbreite von etwa 1,50 Metern geräumt werden. Der Einsatz von Salz ist nur in Ausnahmefällen gestattet, wenn andere Mittel wie Sand oder Splitt nicht ausreichen.

Wetterbeobachtung und Materialreserven

Zur Vorbereitung beobachtet der Baubetriebshof mehrere Wetterdienste. Zudem gibt es in Barsinghausen zwei eigene Wetterstationen. Anhand dieser Daten lasse sich die Entwicklung der Wetterlage gut einschätzen. Rund 250 Tonnen Salz sind am Baubetriebshof eingelagert, wobei Bund und Land bevorzugt beliefert werden. Aufgrund des anhaltenden Schneefalls entschied Hielscher am Freitagmorgen, zunächst sparsam mit Salz umzugehen und die Straßen nach der ersten Tour ohne zusätzliches Streugut freizuhalten.

Blick auf die kommenden Tage

Da weitere Schneefälle erwartet werden und für Montag sogar Eisregen angekündigt ist, muss Hielscher die Einsätze sorgfältig planen und die Mitarbeiter in Schichten einteilen. „Damit ich auch morgen früh wieder Leute einsetzen kann und jeder seine Pausen bekommt.“

Trotz aller Anstrengungen schätzt er die besonderen Momente des Winterdienstes: „Es ist ein schöner, friedlicher Moment, wenn man früh morgens allein auf den Straßen unterwegs ist, es schneit und man der Erste ist, der seine Spuren im Schnee hinterlässt.“ Da kann der Winter gerne wiederkommen.

Die Stadt Barsinghausen betreibt bei Glätte und Schnee eine Winterdienst-Hotline:

Montag bis Donnerstag: 8 Uhr bis 15.30 Uhr

Freitag: 8 Uhr bis 13 Uhr

Störungen sind über die telefonische Hotline oder die nachfolgende E-Mail-Adresse an die Stadt Barsinghausen zu richten:

Tel.: 05105-774-2811

E-Mail: winterdienst(at)stadt-barsinghausen.de