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Mut, der Leben rettet: Polizeidirektion Hannover zeichnet am Tag der Zivilcourage Helden aus

Polizeidirektion Hannover zeichnet am Tag der Zivilcourage Heldinnen und Helden aus. Vordere Reihe (v. l. n. r.): Evgenii Rubalskii, N. K. (möchte anonym bleiben), Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten, Jesen Joke. Mittlere Reihe: Dorota Zuzanna Kremzer Hintere Reihe (v. l. n. r.): Jörg Katler, Steffi Carola Walterstein, Michael Walterstein, Steven Voß. Quelle: Polizei.

Hannover. Wenn in Sekundenbruchteilen aus einem normalen Alltag eine außergewöhnliche Situation wird, entscheidet oft ein einziger Moment über das Schicksal anderer Menschen: Schaut man weg oder greift man ein? Am Freitag, 18. September, hat Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten im Rahmen eines feierlichen Akts acht Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die genau in solchen Schlüsselmomenten außergewöhnlichen Mut bewiesen haben. Mit ihren entschlossenen Taten schützten sie Mitmenschen vor Schaden, verhinderten schwere Straftaten und unterstützten die Polizei Hannover in brenzligen Situationen.

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"Hinschauen, Haltung zeigen und im entscheidenden Moment reagieren - genau das zeichnet die heute Geehrten aus. Sie haben nicht darauf gewartet, dass andere handeln, sondern selbst Verantwortung übernommen", unterstrich Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements bei der Urkundenübergabe. "Zivilcourage ist keine Frage des Alters oder des Berufs, sondern eine Frage der Menschlichkeit.

Durch ihr schnelles und beherztes Handeln wurden Leben gerettet und Straftaten verhindert. Dafür gebührt ihnen der tiefste Dank und die höchste Anerkennung."

Wie vielfältig Zivilcourage im Alltag aussieht, zeigen die gewürdigten Taten eindrucksvoll.

Am 17. November 2025 erkannten die damals 55-jährige Dorota Zuzanna Kremzer und der 38 Jahre alte Evgenii Rubalskii die akute Lebensgefahr einer im Mittellandkanal treibenden Person. Mit einer Hundeleine gelang es den beiden Passanten, den Verunglückten an Land zu ziehen und vor dem Ertrinken zu bewahren.

In einem weiteren Fall am 03. Mai 2026 stellten sich Steffi Carola Walterstein (58) und Michael Walterstein (59) einer Dreiergruppe von Angreifern entgegen, die exzessiv auf einen wehrlosen Mann an der Stadtbahnhaltestelle Papenwinkel in Hannover-Vahrenheide einschlug. Als das Ehepaar von den Angreifern niedergeschlagen wurde, wurden Steven Voß (42) aus Duisburg und Jörg Katler (56) aus Voerde im nordrhein-westfälischen Kreis Wesel auf den Angriff aufmerksam und eilten ihnen zu Hilfe. Durch ihr geschlossenes Auftreten schlugen sie die Angreifer im Alter von 16 bis 18 Jahren in die Flucht und bewahrten die Angegriffenen vor noch schwereren Verletzungen.

Am 30. Juni 2026 lieferte sich Jesen Joke aus Hannover eine Verfolgungsjagd der besonderen Art: Als ein Festgenommener aus dem Polizeigewahrsam in der Wunstorfer Straße in Hannover-Limmer flüchtete, nahm der 16-Jährige auf seinem E-Scooter blitzschnell die Verfolgung auf, blieb dicht an dem 26-jährigen Flüchtigen und ermöglichte so den nachrückenden Beamtinnen und Beamten die direkte Wiederfestnahme.

Auch finanziellem Schaden konnte durch Zivilcourage vorgebeugt werden: Am 02. September 2026 erkannte eine 55-jährige Hannoveranerin den Betrugsversuch zum Nachteil einer 86 Jahre alten Frau und alarmierte geistesgegenwärtig die Polizei. Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Abholer kurz darauf an der Hildesheimer Straße fest.

Auch fünf weitere Ersthelferinnen und Ersthelfer wurden von der Polizei Hannover ausgezeichnet. Zwar konnten sie persönlich nicht am Festakt teilnehmen, aber sie dürfen sich über eine Urkunde im Briefkasten freuen.

Am 05. April 2026 bewahrte die 62-jährige Isa Flemming eine Nachbarschaft vor einer Katastrophe. Sie entdeckte das unbemerkte Ausbrechen eines Wohnungsbrandes in der Straße "Am Uhrturm" in Hannover-Döhren, der durch einen Toaster verursacht worden war, und löschte die Flammen eigenhändig, bevor Schlimmeres passieren konnte. Die Feuerwehr vollendete die Löscharbeiten. Die 62-jährige Hannoveranerin und zwei Polizeieinsatzkräfte erlitten eine Rauchgasintoxikation und mussten in ein Krankenhaus transportiert werden. Durch das mutige und rechtzeitige Eingreifen der Frau konnte ein Gebäudeschaden verhindert werden.

Ebenfalls durch besondere Aufmerksamkeit verhinderte Marianne Graap am Abend des 26. Juli 2025 ein Sexualdelikt an einem elfjährigen Mädchen: Die damals 65-Jährige aus Barsinghausen beobachtete den Übergriff eines Mannes auf dem Gehweg der Gerhart-Hauptmann-Straße in Barsinghausen, wählte geistesgegenwärtig den Notruf und lieferte der Polizei die entscheidenden Hinweise, die zur Festnahme des Täters führten, welcher sich nun in Untersuchungshaft befindet. Durch ihr schnelles Handeln konnte sie das Mädchen vor weiteren Übergriffen bewahren.

Auf der Verteilerebene der Stadtbahn wurde Ben Ole Staar am 02. Januar 2026 zum Lebensretter, als eine Passantin plötzlich zusammenbrach und keinen Puls mehr hatte. Der 27-Jährige zögerte nicht, alarmierte den Rettungsdienst und führte bis zum Eintreffen der Notärzte ununterbrochen eine Reanimation durch. Die Frau kam zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus.

Dass Zivilcourage auch bedeutet, den Einsatzkräften der Polizei in gefährlichen Lagen zur Seite zu stehen, bewiesen gleich mehrere Bürger. Als ein Mann bei einer Verkehrskontrolle am 02. Juni 2026 in der Berliner Allee in der hannoverschen Südstadt flüchten wollte und Polizeibeamte mit Schlägen und Bissen angriff, schritten der 56-jährige Viktor Schmidt aus Badenstedt und der 60-jährige Mehmet Karakus aus Garbsen beherzt ein und halfen den Kräften, den Angreifer zu überwältigen.

Eines betonte die Polizeipräsidentin von der Osten bei allen gezeigten Taten jedoch nachdrücklich: "Zivilcourage bedeutet niemals, die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Das wichtigste Gebot lautet stets, die Situation richtig einzuschätzen und besonnen zu reagieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Oft reicht schon ein strukturierter Ablauf aus wenigen Schritten, um effektiv zu helfen: den Notruf 110 wählen, andere Passanten direkt zur Mithilfe auffordern und das Geschehen aus sicherer Entfernung genau beobachten. Eine präzise Täterbeschreibung oder das Merken von Fluchtrichtungen ist für die spätere Polizeiarbeit häufig der entscheidende Schlüssel zur Ergreifung der Verantwortlichen."

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