Gehrden/Neustadt. Malte Feurer (50) wird Chefarzt der Zentralen Notaufnahme (ZNA) an den KRH Kliniken Robert Koch Gehrden und Neustadt am Rübenberge. Der bisherige leitende Arzt der ZNA am KRH Klinikum Nordstadt übernahm die Position am 1. Juni. Das KRH implementiert gemäß seiner Notfallmedizinstrategie im Rahmen der Medizinstrategie 2030 an diesen Standorten damit erstmals eine chefärztliche Leitung.
„Unsere Medizinstrategie verfolgt konsequent die Vernetzung der Standorte Gehrden und Neustadt. Gleichzeitig wollen wir gemäß unserer Notfallmedizinstrategie an diesen Standorten erstmals eine chefärztliche Leitung implementieren. Insofern bringen wir jetzt zwei wichtige Zielsetzungen in die Umsetzung. Ich bin sehr froh, dass wir für diese wegweisende Aufgabe Malte Feurer gewinnen konnten. Er bringt viel Erfahrung in der Notfallmedizin mit und hat das KRH-weite Projekt zur Reorganisation der Notaufnahmen von Anfang an begleitet und entscheidend vorangebracht“, sagt Dr. Bracht, KRH Geschäftsführer Medizin.
„Wir freuen uns, mit Malte Feurer einen erfahrenen und fachlich versierten Experten zu gewinnen. Er hat einen Blick für effiziente Abläufe und wird mit seinem Engagement gemeinsam mit den Teams vor Ort die Umsetzung der Notfallmedizinstrategie 2030 vorantreiben“, sagt Prof. Dr. Jochen Wedemeyer, Ärztlicher Direktor der KRH Kliniken Robert Koch Gehrden und Neustadt am Rübenberge.
Für den 50-Jährigen nimmt die Zentrale Notaufnahme eine Schlüsselrolle im Klinikalltag ein: Dort greifen zahlreiche Fachbereiche ineinander, ein gut abgestimmtes Zusammenspiel ist unverzichtbar. „Die neue Position ist für mich Bestätigung und Ansporn zugleich. Ich freue mich auf die beiden Teams und darauf, mit ihnen gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Wir wissen, dass die Zahl der Menschen, die in deutsche Notaufnahmen kommen, um bis zu sechs Prozent pro Jahr steigt. Hier gilt es, weiterhin jederzeit die bestmögliche Versorgung für die Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Genauso gilt es, die Kolleginnen und Kollegen durch standardisierte Prozesse in der ZNA zu entlasten, der Herausforderung stelle ich mich gern“, sagt Feurer.
Seine Karriere führte ihn in unterschiedliche Krankenhäuser. Am Standort Nordstadt absolvierte er bis 2012 seine Facharztausbildung zum Orthopäden und Unfallchirurgen. Aus privaten Gründen verschlug es ihn 2015 für knapp zwei Jahre an die Ostsee, wo er im Sana Klinikum Oldenburg/Holstein und in einer Praxis arbeitete. Seine Rückkehr ins KRH erfolgte über das KRH Klinikum Robert Koch Gehrden, bevor er schließlich Oberarzt und leitender Arzt am KRH Klinikum Nordstadt wurde. Bis vor Kurzem war er auch regelmäßig als Notarzt im Einsatz.
Das Segeln war viele Jahre Feurers große Leidenschaft, er war bei renommierten Regatten am Start, darunter das Rolex Sydney Hobart Yacht Race, das HSH Nordbank Blue Race sowie die Cowes Week. Heute findet der neue Chefarzt Ablenkung im eigenen Garten oder auf dem Fahrrad.
Zur Einordnung:
Fachlich und organisatorisch befindet sich die Notfallmedizin in Deutschland gerade in einer Umbruchphase. Auch politisch steht das Thema im Fokus, denn die Notaufnahme ist nicht zuletzt durch Hausarztmangel, überlastete KV-Strukturen, Pflegeheimmangel und fehlende ambulante Steuerung zum Systempuffer geworden. Die Gesundheitspolitik verfolgt das Ziel, die Notfallversorgung – insbesondere die Inanspruchnahme und Organisation von Notaufnahmen – stärker zu standardisieren und zu steuern, zuletzt hat das Bundeskabinett eine Notfallreform beschlossen.
Dieser Entwicklung begegnet das KRH mit seiner Notfallmedizinstrategie im Rahmen der Medizinstrategie 2030: Die ZNA wird ein eigenständig verantworteter klinischer Bereich mit klarer Leitung, verbindlichen Prozessen – auch an den Schnittstellen zu den weiterbehandelnden Fachabteilungen – eigener Qualitätssicherung und durchgehender medizinischer Verantwortung.
„Die Etablierung professioneller Prozesse in einer eigenständigen, chefärztlich geleiteten Einheit für Notfallmedizin betrachten wir als eine wichtige Strukturmaßnahme, die wir in den Standorten Gehrden und Neustadt realisieren und evaluieren“, ordnet Dr. Bracht ein.







