Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sommerempfang in Gehrden: Baustellen, Krisen und Ehrenamt

Anzeige

Gehrden. Am Freitagnachmittag fand in der Zentralmensa in Gehrden der Sommerempfang der Stadt statt. Bewusst wurde erneut die Mensa als Treffpunkt gewählt. Bürgermeister Malte Losert nutzte den feierlichen Rahmen für einen aktuellen Blick auf Gehrden, für Danksagungen, aber auch für Kritik. Rund 80 Personen folgten der Einladung.

Anzeige

Geladen waren Vertreter aus Politik, Feuerwehr, Polizei, Stadtverwaltung, Kunst und Kultur sowie Ehrenamtliche aus Vereinen und Bürgerinnen und Bürger. Losert erklärte, dass die Zentralmensa ganz bewusst erneut als Veranstaltungsort ausgewählt wurde. „Die Mensa wurde wunderbar mit Leben gefüllt“, so Losert. „Und auch heute soll sie Ort der Begegnung sein.“

Auf ein umfangreiches Rahmenprogramm wurde verzichtet. „Es soll der Austausch miteinander im Mittelpunkt stehen.“ Für die musikalische Untermalung sorgte die Sängerin Isabelle Gebhardt aus Hannover. Das Mensa-Team verköstigte die Gäste.

Viele Baustellen in ganz Gehrden

Schon bei der zurückliegenden Lyra-Feier sei er auf die vielen Baustellen in Gehrden angesprochen worden, sagte Losert in seiner Ansprache. „Es ist schön, dass sich viel bewegt, aber durch die Krisen in der Welt hat sich vieles verschoben, und nun passiert vieles gleichzeitig.“

In Lemmie werde das Feuerwehrhaus gebaut und liege im Zeitplan, genau wie die Kita Vorwerk. Der Bau der Grundschule am Castrum habe sich hingegen zum Sorgenkind entwickelt. Der Abriss sei aufgrund zahlreicher Schadstofffunde schwierig gewesen. In den nächsten Wochen solle der Trockenbauer starten. Das sei wichtig für die Ganztagsbetreuung im Sommer.

Hinzu kommen zahlreiche Straßensanierungen. Auch bei den Spielplätzen in Gehrden habe sich viel getan. Die Outdooranlage nach Wunsch des Jugendparlaments soll im Herbst fertiggestellt werden. Zudem werde der Schulhof der Oberschule modernisiert – trotz Kosten von rund einer Million Euro.

Auswirkungen globaler Krisen

„Die Krisen werden aber nicht weniger. Der Ukraine-Krieg geht weiter, und nun ist auch die Straße von Hormus zu. Es kommt immer wieder zu Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen. Die Hoffnung bleibt, dass es sich irgendwann mal wieder beruhigt“, so Losert weiter. Die Verwaltung führe derzeit viele Nachverhandlungen bei geplanten Projekten. Zudem lasse zugesagtes Geld vom Bund zur Unterstützung der Kommunen weiter auf sich warten.

Kritik an gesellschaftlicher Entwicklung

„Die Projekte kommen nicht alle von mir. Vieles wurde schon vor meiner Zeit angestoßen, auch wenn ich eigene Ideen eingebracht habe“, betonte Losert. Fortschritt sei nur möglich, wenn Politik und Verwaltung gemeinsam unterstützt würden.

Doch Losert äußerte auch Kritik. Der Staat nehme den Menschen zu viel Verantwortung ab. Vieles sei selbstverständlich geworden. „Und dann kommt das Thema kostenloses Schulessen auf. Es gibt bereits das Bildungs- und Teilhabepaket, das Familien mit wenig Geld unterstützt, aber leider nicht oft genug genutzt wird. Warum jetzt aber kostenloses Essen für alle, wo doch manche Schüler mit voller Brotdose auch noch Geld für einen Döner mitbekommen und nun zusätzlich auch noch ein kostenloses Essen?" Bei leeren Kassen sei es auch nicht gerechtfertigt, dass das Land jedem Schüler ein iPad kaufe. „Es muss nicht jedem alles hinterhergetragen werden. Wir müssen denen helfen, die es brauchen." Die Verwaltung erhalte mitunter E-Mails mit Forderungen, wo man nicht wisse, ob es Scherz oder ernst gemeint sei. Die Mentalität habe sich verändert.

Daher sei er froh, dass es viele Ehrenamtliche in Gehrden gibt, die Verantwortung übernehmen und Angebote schaffen, um anderen zu helfen. „Dies würde dem ganzen Land helfen, wenn die Gesellschaft wieder lernt, gemeinsam zu agieren."

Nach der Ansprache nutzten die Gäste den Abend für weitere Gespräche bei Essen und Getränken.

Anzeige
Anzeige