Barsinghausen. Am Sonntag, den 4. Oktober, hieß es für die Nachbarschaft rund um die Knickstraße in Barsinghausen wieder: Ärmel hochkrempeln und gemeinsam anpacken! Zwölf Erwachsene und sieben Kinder beteiligten sich am erneuten Rausputz auf der Halde. Drei Stunden lang sammelte die Gruppe bei bestem Wetter und guter Laune Müll. Diesmal nahm sie sich ein noch größeres Gebiet vor und schaffte es, fast die gesamte Halde zu durchforsten.
Organisiert wurde die Aktion erneut von Juliane Scherff aus der Nachbarschaftsgruppe „Wir sind die Knickstraße“, in der sich Anwohner der Knickstraße und benachbarter Straßen zusammengeschlossen haben.
16 Säcke Müll und fünf Eimer voller Glasflaschen
Die Bilanz nach drei Stunden ist beachtlich: Rund 16 Säcke Müll und fünf Maurereimer voller Glasflaschen kamen zusammen. Bereits bei der ersten Sammelaktion im Frühjahr hatte die Gruppe große Mengen Abfall gefunden. Dass auch diesmal wieder so viel zusammenkam, sorgte für Ernüchterung.
Besonders auffällig war die große Zahl kleiner Spiritousenflaschen, die im Gebüsch lagen. Das lässt vermuten, dass die Halde regelmäßig zum Alkoholkonsum genutzt wird. Wer dafür verantwortlich ist und wie lange sich die Flaschen bereits dort ansammeln, lässt sich nicht genau sagen. Neben der Verschmutzung stellen die Glasscherben jedoch eine Gefahr für Menschen und Tiere dar.
Neben den vielen Flaschen entdeckten die Helferinnen und Helfer auch einige kuriose Fundstücke: einen alten Kinderroller, eine EC-Karte, eine Astschere, eine Felge und sogar eine Jacke.
Sorge wegen drohender Schließung des Wertstoffhofs
Zusätzliche Sorgen bereitet der Gruppe die Schließung des Labora-Wertstoffhofs an der Hannoverschen Straße zum Jahresende. Die Anwohner befürchten, dass die längeren Wege zu den nächstgelegenen Wertstoffhöfen dazu führen könnten, dass künftig noch mehr Abfälle illegal in der Natur entsorgt werden. Gerade angesichts der großen Müllmengen, die bei ihren Sammelaktionen auf der Halde zusammenkommen, wünschen sie sich eine wohnortnahe und gut erreichbare Möglichkeit zur ordnungsgemäßen Entsorgung.
Gemeinsam für ein sauberes Wohnumfeld
Trotz der ernüchternden Funde kam der Spaß nicht zu kurz. Gerade die Beteiligung der sieben Kinder machte deutlich, dass Umweltschutz und gemeinschaftliches Engagement auch im Kleinen beginnen. Nach getaner Arbeit lud die Gruppe zum gemeinsamen Grillen ein, um den erfolgreichen Vormittag gemütlich ausklingen zu lassen.
Für die Anwohner steht fest: Sie wollen weitermachen. Ihr Einsatz soll dazu beitragen, die Halde sauberer zu halten und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu stärken.
Gleichzeitig wünschen sich die Beteiligten, dass an den Ausgängen der Halde – insbesondere an der Egestorfer Straße in Richtung Johannesstraße und Knickstraße sowie an der Auguststraße – künftig Mülleimer aufgestellt werden. Diese könnten dazu beitragen, dass Abfälle gar nicht erst im Gebüsch landen.
Die Botschaft der Nachbarschaft ist klar: Gemeinsam lässt sich viel bewegen. Noch besser wäre es allerdings, wenn der Müll gar nicht erst in der Natur landen würde.

