Wennigsen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wennigsen blickte die Feuerwehrführung auf ein bewegtes Jahr 2025 zurück. Geprägt war das Jahr vor allem von strukturellen Veränderungen. Bereits zu Beginn des Jahres kam es zu umfangreichen personellen Wechseln im Ortskommando. Insgesamt zehn Wahlvorgänge sowie drei Ernennungen führten zu einer teilweisen Neubesetzung des Gremiums. Die damit verbundene Einarbeitungsphase prägte die Arbeit über das gesamte Jahr hinweg, verlief nach Einschätzung des Ortsbrandmeisters Matthias Kirchhoff jedoch erfolgreich und konstruktiv.
Kameradschaft als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentrales Thema des Jahresberichts war die Bedeutung von Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis. Gerade in Zeiten des Wandels sei es wichtig, Diskussionen sachlich zu führen und gemeinsame Ziele in den Mittelpunkt zu stellen. Geduld und ein respektvoller Umgang seien sowohl innerhalb der Feuerwehr als auch im Kontakt mit der Öffentlichkeit unerlässlich.
Einsatzgeschehen überwiegend ruhig
Einsatzbezogen verlief das Jahr 2025 insgesamt ruhig. Dennoch wurde ein schwerwiegender Vorfall vom 27. April 2025 besonders hervorgehoben: Während eines Einsatzes in der Kleingartenkolonie Degersen fuhr ein Autofahrer trotz Straßensperrung mit hoher Geschwindigkeit auf Einsatzkräfte zu. Der Vorfall führte zu einem Strafverfahren. Die Feuerwehr stellte klar, dass gefährdendes Verhalten gegenüber Einsatzkräften nicht toleriert wird und künftig konsequent rechtlich verfolgt wird. „Wir stehen immer hinter euch“, versicherte der Ortsbrandmeister seinen Kameraden.
Einsatzreiches Jahr für die Einsatzabteilung
Im Jahresbericht des Zugführers Björn Urban wurde deutlich, dass die Ortsfeuerwehr Wennigsen im Jahr 2025 zu insgesamt 75 Einsätzen alarmiert wurde. Diese gliederten sich in 27 Brand- und 36 Hilfeleistungseinsätze sowie Einsätze durch Brandmeldeanlagen. Besonders positiv hervorgehoben wurde die gute Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte, die auch werktags eine schlagkräftige Einsatzbereitschaft gewährleistet.
Ausbildung, Technik und besondere Einsätze
Rund 5.800 Ausbildungsstunden und weitere 1.900 Einsatzstunden belegen den hohen zeitlichen Einsatz der Feuerwehrleute. Zu den besonderen Ereignissen des Jahres zählten unter anderem eine groß angelegte MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten), mehrere Ölverschmutzungen von Gewässern, anspruchsvolle technische Rettungen sowie Wald- und Vegetationsbrände im Deister. Moderne Technik wie Drohnen mit Wärmebildkamera unterstützte dabei die Einsatzkräfte effektiv.
Auch Wald- und Vegetationsbrände rückten in den Fokus. Ein Bodenfeuer im Deister erforderte umfangreiche Löschmaßnahmen und kam nach rund 36 Stunden erneut zum Aufflammen. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte hierbei durch eine Drohne mit Wärmebildkamera der Regionsfeuerwehr, die bei der Lageerkundung wertvolle Dienste leistete.
Ehrungen und Beförderungen
Helge Jakob erhielt für sein jahrzehntelanges Engagement das Feuerwehrehrenkreuz in Bronze.
Hans-Joachim Leyendecker wurde für 60 Jahre im Musikzug mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant geehrt. Für 25 Jahre Musikzug wurde Markus Bullerdiek geehrt. Rolf Wirkner wurde für 50 Jahre passive Mitgliedschaft geehrt und als Ehrenmitglied aufgenommen.
Von den fördernden Mitgliedern wurde Jörg Wilken für 60 Jahre geehrt. Welf-Henning Seegers für 40 Jahre. Gunter Bierwisch, Kaspar Demtröder, Matthias Fetköther, Ulrich Haupt, Michael Kreie und Dirk Niemann für 25 Jahre.
Björn Urban wurde zum Oberbrandmeister befördert. Jens Danielzick zum Brandmeister. Jan-Dieter Dornheim wurde zum Hauptlöschmeister befördert. Markus Bullerdiek ist nun Löschmeister und Johanna Faßl Oberlöschmeisterin. Zu Löschmeistern wurden Jonas Brandt und Heiko Rogge befördert und Lisa Fromhage zur Löschmeisterin. 1. Hauptfeuerwehrmann dürfen sich nun Markus Knop, Cristian Lühr, Joachim Batke und Jens Gieseler nennen. Arne Friebe, Arthur Hering, Patrick Lammers, Jonas Müller und Christoph Weichelt wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert. Lina Kruschack, Laura Offenhausen, Nina Offenhausen und Emily Schlossarczyk zur Oberfeuerwehrfrau.
Emil Bachelle, Marvin Binias und Tim Binias sowie Louis Sandropoukos sind nun Feuerwehrmänner.
Aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen wurden Malwin Bauche, Noah Schmidt und Frederik Schwerdtfeger.
Stabile Mitgliederentwicklung
Die Freiwillige Feuerwehr Wennigsen verzeichnete zum Jahresende insgesamt 878 Mitglieder, ein Plus von 15 gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfreulich waren 44 Neueintritte. Die Einsatzabteilung umfasst aktuell 64 Mitglieder. Darüber hinaus engagieren sich zahlreiche Mitglieder im Musikzug, in der Jugend- und Kinderfeuerwehr, in der Alters- und Ehrenabteilung sowie als fördernde Mitglieder.
Emotionaler Abschied von Gemeindebrandmeister Bullerdiek
Ein emotionaler Höhepunkt des Jahres war die Verabschiedung des langjährigen Gemeindebrandmeisters Uwe Bullerdiek, erinnerte Kirchhoff. Nach 34 Jahren als Ehrenbeamter der Gemeinde Wennigsen wurde er mit einer besonderen Abschiedsfahrt geehrt. Fackelspaliere an den Gerätehäusern und ein Abschlusskonzert der Musikzüge würdigten sein jahrzehntelanges Engagement. Bullerdiek bleibt der Feuerwehr weiterhin im Musikzug sowie in der Alters- und Ehrenabteilung verbunden.
Improvisation bei der Jahreshauptversammlung
Organisatorisch stellte der Dezember eine besondere Herausforderung dar: Kurzfristig musste die Jahreshauptversammlung aus dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsort in die Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses verlegt werden. „Durch großes ehrenamtliches Engagement sowie die Unterstützung regionaler Förderer konnte die Veranstaltung dennoch erfolgreich durchgeführt werden“, dankte der Ortsbrandmeister.
Grußworte der Gäste
Gemeindebrandmeister Jörg Ommen berichtete aus der Gemeindefeuerwehr und richtete seinen Dank an die Kameraden aus der Wennigser Wehr. Der stellvertretende Regionsbrandmeister Nils Wellmanns lobte das Engagement bei der Jugendarbeit und bei Einsätzen. Außerdem gab er einen Einblick in die veränderten Ausbildungsmethoden in der Region und warf einen Blick auf die kommende Messe Interschutz.
Ortsbürgermeister Jan Richard Weber überreichte neben dankenden Worten auch ein Trinkglas mit aufgedruckter Drehleiter.
Bürgermeister Ingo Klokemann freute sich, dass trotz Schnee so viele zur Versammlung gekommen waren. „Die aktuellen Witterungsverhältnisse zeigen, wie solche Lagen den Alltag aufmischen und wir froh sein können euch zu haben.“ Klokemann erinnerte an den tagesaktuellen Einsatz in Holtensen. Dieses hohe Engagement zeige sich auch an dem jahrzehntelangen Engagement von beispielsweise Uwe Bullerdiek (ehemaliger Gemeindebrandmeister) und Karl-Heinz Mensing (ehemaliger Regionsbrandmeister). „Aber ihr alle leistet einen unverzichtbaren Beitrag in unserer Gemeinde“, so der Bürgermeister.
Positiver Ausblick auf 2026
Abschließend zog die Feuerwehrführung ein positives Fazit. Trotz hoher Anforderungen und zahlreicher Aufgaben sei der Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr groß. Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigte man sich optimistisch und dankte allen Aktiven, Unterstützern, Familienangehörigen, der Verwaltung sowie den Förderern für ihre Unterstützung.

