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Barsinghäuser Hirsch 2025: Charlotte Jahn für außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet

v.l.: Britta A. Sander (Stadtsparkasse), Vater von Joris, Charlotte Jahn, Bürgermeister Henning Schünhof und Martin Wildhagen (Stadtsparkasse).

Barsinghausen. In den Räumen der Stadtsparkasse Barsinghausen wurde heute der Jugendpreis „Barsinghäuser Hirsch“ verliehen. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an Charlotte Jahn, die für ihr herausragendes gesellschaftliches Engagement geehrt wurde.

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Der „Barsinghäuser Hirsch“ wird seit 1985 von der Stadtsparkasse Barsinghausen vergeben und würdigt junge Menschen unter 25 Jahren, die sich in besonderer Weise für ihre Mitmenschen und die Gemeinschaft einsetzen. 2025 wurde der Preis bereits zum 41. Mal verliehen und ist mit 1.000 Euro dotiert.

Einsatz für ME/CFS und gesellschaftliche Aufklärung

Charlotte Jahn (13), die aktuell die 8. Klasse des Hannah-Arendt-Gymnasiums (HAG) in Barsinghausen besucht, beeindruckte die Jury, bestehend aus Pressevertretern und Politikvertretern sowie dem Vorstand der Stadtsparkasse Barsinghausen, durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für Menschen mit ME/CFS, einer schweren neuroimmunologischen Erkrankung. Bereits im November 2024 begann sie, umfassende Aktionen zur Aufklärung und Unterstützung zu planen. Ursprung des Engagement war ein erkrankter Mitschüler.

Mit großem Organisationstalent initiierte sie mehrere Treffen mit Helfern, sammelte Sachspenden für insgesamt drei Tombolas sowie Geldspenden über eine GoFundMe-Seite. Zusätzlich brachte ein Benefizkonzert im Zechensaal erhebliche Einnahmen. Insgesamt kamen so rund 13.500 Euro zusammen. Die Spendensumme wurde zu etwa gleichen Teilen an den Verein NichtGenesenKids e.V., das Klinikum Bethel sowie die ME/CFS Research Foundation weitergegeben.

Parallel dazu leistete Charlotte intensive Aufklärungsarbeit: Sie informierte in Schulen, bei der Schulleitung der KGS Barsinghausen, an Marktständen in der Innenstadt, in Apotheken sowie bei Ärzten über die Erkrankung. Auch an einer sogenannten Liegend-Demonstration in Hannover, die auf ME/CFS aufmerksam machen sollte, nahm sie teil.

Darüber hinaus engagiert sich Charlotte seit mehreren Jahren im Naturschutz, unter anderem bei der Begleitung der Krötenwanderung in Barsinghausen.

Auch politisches und soziales Engagement gehören zu ihrem Alltag. Sie hat sich für das Jugendparlament gemeldet

Lob für außergewöhnliches Engagement

Britta A. Sander, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Barsinghausen, würdigte bei der Preisübergabe ausdrücklich Charlottes Einsatz:
„Freundschaft ist ein starkes Wort, aber du hast es mit Leben gefüllt, indem du deinem Schulfreund geholfen und andere Mitschüler motiviert hast, zu unterstützen.“
Charlotte habe bei einem schwierigen Thema nicht weggesehen, sondern Verantwortung übernommen und zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. „Du hast die Erkrankung sichtbar gemacht und viel Aufklärungsarbeit geleistet. Wir sind sehr stolz auf dich“, so Sander.

Auch Charlottes Mutter Svenja zeigte sich bewegt: „Das bin ich als Mutter aber immer“, sagte sie mit einem Lächeln.

Dank der betroffenen Familie

Heiner, der Vater von Joris (13), bedankte sich herzlich bei Charlotte für ihre Freundschaft, die vielen Besuche und dafür, dass sie in einer besonders schweren Zeit Aktionen ins Leben gerufen habe. „Diese Krankheit ist mehr als Erschöpfung, sie ist sehr belastend für die ganze Familie“, erklärte er. Eine Heilung gebe es derzeit nicht. „Als Familie können wir daher nur für Joris da sein.“
Durch Charlottes Engagement habe die Familie zudem viele weitere Betroffene in der Region kennengelernt. „Nach Corona gibt es sehr viele Menschen, bei denen ME/CFS aufgetreten ist.“

Anerkennung aus dem Rathaus

Auch Bürgermeister Henning Schünhof äußerte großen Respekt. Er habe Charlotte im Rathaus mehrfach im Zusammenhang mit ihren Aktionen getroffen. „Ich ziehe meinen Hut vor dir. Andere in deinem Alter sind vor allem mit sich selbst beschäftigt, aber du engagierst dich in höchstem Maße für andere – meine Hochachtung dafür.“

Motivation aus Freundschaft

Charlotte selbst freut sich über die Auszeichnung. Die Hälfte des Preisgeldes möchte sie in ihr nächstes Projekt investieren. Geplant ist eine Aktion für Menschen, die an Weihnachten allein sind, einschließlich der Ausgabe von kostenlosem Essen am Heiligabend. „Für dieses Weihnachten war die Zeit zu knapp, aber wir planen es nun für dieses Jahr“, erklärt sie.

Die Freundschaft zu Joris besteht weiterhin, und Charlotte besucht ihn nach Möglichkeit regelmäßig. Zu ihrer Motivation sagt sie:
„Wir sind Freunde. Es ist einfach unfair, dass es manchen Menschen gut geht und andere einfach so krank werden.“

Würdigung eines besonderen Engagements

Mit der Verleihung des Barsinghäuser Hirsches würdigt die Stadtsparkasse Barsinghausen nicht nur das außergewöhnliche Engagement von Charlotte Jahn, sondern auch den Mut und die Ausdauer, mit denen sie gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Ihr Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie viel junge Menschen bewegen können – mit Herz, Ausdauer und dem Blick für andere.

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