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Bürgermeisterwahl 2026 in Ronnenberg: Was müsste sich in der Stadtverwaltung verändern, damit Entscheidungen schneller getroffen werden?

Die Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Marlo Kratzke (SPD), Stephanie Harms (CDU), Patrick Bellmer (Grüne) (Fotoquelle: Andre Schrieber), Jan Hischer (Die Linke) und Claudius Tänzer (parteilos). Fotos: privat

Ronnenberg. Am 13. September findet in Niedersachsen die Kommunalwahl statt. In vielen Städten und Gemeinden werden dabei nicht nur die Mitglieder der Räte neu gewählt, sondern auch die Bürgermeister - so auch in Ronnenberg.

Die Redaktion hat den Bürgermeisterkandidaten Marlo Kratzke (SPD), Stephanie Harms (CDU), Patrick Bellmer (Grüne), Jan Hischer (Die Linke) und Claudius Tänzer (parteilos) mehrere Fragen gestellt. Die Antworten können nun in unserer Wochenserie miteinander verglichen werden. (Teil 2/7).

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Vorstellung der Kandidaten:

Marlo Kratzke: „Ich bin Marlo Kratzke, 34 Jahre alt und seit 2021 Bürgermeister der Stadt Ronnenberg. Ursprünglich komme ich aus der Wirtschaft. Ich habe eine Ausbildung zum Industriekaufmann und ein duales Studium bei einem Maschinenbau-Zulieferer absolviert und später einen Master in Wirtschaftspsychologie gemacht. Als Bürgermeister möchte ich ansprechbar sein, Anliegen ernst nehmen und Ronnenberg zugleich strategisch für die Zukunft aufstellen. Deshalb habe ich in meiner ersten Amtszeit einen neuen Weg eingeschlagen, den ich weitergehen möchte.“

Stephanie Harms: „Ich bin in Ronnenberg aufgewachsen. Kommunalpolitik hat mich früh gepackt – als Ratsmitglied, Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterin. Heute arbeite ich als Rechnungsprüferin und Vergabemanagerin für zwei Kommunen. Ich bringe Erfahrung aus drei Verwaltungen mit, schaue genau hin und gehe verantwortungsvoll mit Steuergeldern um. Ich möchte wieder für die Menschen da sein, gemeinsam etwas bewegen und wichtige Projekte weiter voranbringen. Denn Ronnenberg ist mein Zuhause – und hier bleibe ich.“

Patrick Bellmer: „Nach meiner Geburt 1979 in Hannover ging es nach Hemmingen, Anfang der 90er-Jahre nach Ronnenberg. Auf das Wirtschaftsgymnasium Springe folgten Grundwehrdienst und eine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Maschinenbauunternehmen. Nach zwei Zwischenstationen folgte 2010 der ungeplante Wechsel in den Journalismus. Seit 2019 berichte ich für den Heise-Verlag primär über Finanzen und Mobilität. Während der Schulzeit lernte ich meine Frau kennen, mit der ich seit Ende der 90er-Jahre in Empelde wohne. 2014 kam unsere Tochter zur Welt, 2020 unser Sohn.“

Jan Hischer: „Ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und Vater eines achtjährigen Sohnes. Seit 17 Jahren lebe ich mit kurzer Unterbrechung in Ronnenberg. Ich arbeite als Verwaltungsfachangestellter im Ordnungsamt einer regionsangehörigen Gemeinde. Mein Sohn besucht hier die 3. Klasse und spielt Fußball bei der SG Ronnenberg 05. Als Elternbeirat, Mitglied der Zeugniskonferenz und Fußballbetreuer bin ich ehrenamtlich engagiert. Meine Familie ist also fest in Ronnenberg verwurzelt.“

Claudius Tänzer: „Ich bin Claudius Tänzer, Ehemann, Familienvater und Dienstschichtleiter im Einsatz- und Streifendienst hier in Ronnenberg. In Ronnenberg bin ich aufgewachsen, hier lebe ich mit meiner Familie und hier bin ich zu Hause. Für Menschen da zu sein, ist für mich Berufung. Daher möchte ich als Bürgermeister Verantwortung für meine Heimat und die Menschen hier vor Ort übernehmen. Parteilos, nahbar und transparent.“

Was müsste sich in der Stadtverwaltung verändern, damit Entscheidungen schneller getroffen werden?

Stephanie Harms (CDU): â€žEntscheidungen werden schneller, wenn Zuständigkeiten klar sind und unnötige Abstimmungsschleifen wegfallen. Dafür müssen wir Prozesse verschlanken, digitale Abläufe ausbauen und Doppelprüfungen vermeiden. Die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen muss gut organisiert und Bearbeitungsstände müssen transparent sein. Wichtig sind klare Entscheidungsbefugnisse. Nicht jeder Vorgang muss über mehrere Schreibtische gehen. Davon profitieren Bürger, Unternehmen und Mitarbeiter.“

Patrick Bellmer (Grüne): â€žDie Fachbereiche müssen neu organisiert werden, damit Kompetenzen gebündelt und die Entscheidungswege verkürzt werden. Das Thema Bildung darf nicht auf mehrere Bereiche verteilt sein. Ebenso muss die Digitalisierung auf Entlastung der Mitarbeiter und beschleunigte Prozesse ausgerichtet werden. Software, die zu einem höheren Aufwand führt, muss ersetzt werden. Ebenso gilt es Prozesse zu optimieren, damit Anträge u. ä. nicht über mehrere Schreibtische wandern und Bürger Daten nur einmal übermitteln müssen.“

Jan Hischer (Die Linke): â€žWenn es in einer Verwaltung an Entscheidungsgeschwindigkeit mangelt, liegt es oft an zu langen Hierarchieketten. Es braucht dann klare Zuständigkeiten, fundierte Unterstützung durch Vorgesetzte und einen „kurzen Draht“ zu den mitwirkenden Stellen. Dennoch ziehe ich die Richtigkeit und Vernunft einer Entscheidung dessen bloßer Geschwindigkeit vor. Hier ist das korrekte Maß der Schlüssel.“

Claudius Tänzer (parteilos): â€žEntscheidungen werden nicht dadurch besser, dass sie schneller getroffen werden. Entscheidend ist, unnötige Wege zu verkürzen. Digitalisierung heißt für mich nicht: weg vom Papier, ab an den Bildschirm, sondern Prozesse neu zu denken. Im Dialog mit Betroffenen können wir Doppelarbeit und unnötige Hürden erkennen. Klare Zuständigkeiten und direkte Kommunikation schaffen Tempo – ohne Fachlichkeit und Rechtssicherheit zu verlieren. Wo Verfahren Zeit brauchen, muss nachvollziehbar sein, warum.“

Marlo Kratzke (SPD): „Die anstehende Umbruchphase in der Verwaltung möchte ich nutzen, um Strukturen zu überprüfen und dort neu aufzustellen, wo es sinnvoll ist. Digitalisierung soll Prozesse einfacher, schneller und effizienter machen. Mit Ronnenberg-App, WhatsApp-Kanal, neuen Beteiligungsmöglichkeiten und dem Bürgertippsystem haben wir bereits wichtige Schritte getan. Diesen Weg möchte ich weitergehen, damit Entscheidungen schneller fallen und Anliegen unkompliziert bearbeitet werden."

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